Dec 19, 2025

Kann man mehrere Weiterbildungen machen? Regeln, Förderung und Strategie 2025

Kann man mehrere Weiterbildungen machen? Regeln, Förderung und Strategie 2025

Kann man mehrere Weiterbildungen machen? Die komplette Anleitung mit Regeln, Förderungen und Strategie 2025

Kurze Antwort: Ja, man kann mehrere Weiterbildungen machen – sogar sehr sinnvoll, wenn sie strategisch aufeinander aufbauen. Entscheidend sind die richtige Reihenfolge, die passende Finanzierung (z. B. Bildungsgutschein), genug Lernzeit und eine klare Zielrolle auf dem Arbeitsmarkt.

In diesem Leitfaden erfährst du, wie du mehrere Weiterbildungen geschickt kombinierst, was rechtlich und förderseitig zu beachten ist, wie viele Maßnahmen realistisch sind – und wie du deine Chancen auf einen Job oder Aufstieg maximierst.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Erlaubt: Mehrere Weiterbildungen sind grundsätzlich möglich – nacheinander oder teilweise parallel.
  • Förderung: Mit Bildungsgutschein wird meist ein konkretes Berufsziel finanziert; mehrere Module sind möglich, parallele Maßnahmen brauchen Begründung.
  • Strategie schlägt Masse: Baue Kompetenzen als Stack auf: Grundlagen → Aufbau → Spezialisierung → Zertifizierung → Praxis.
  • Realistische Menge: 2–4 gezielte Module pro Jahr sind für Berufstätige machbar; in Vollzeit-Phasen können es mehr sein.
  • Profi-Tipp: Nutze geförderte, AZAV-zertifizierte Kurse mit anerkannten Abschlüssen (IHK, Herstellerzertifikate, DIN/ISO).

Recht und Förderung: Was ist erlaubt, was wird gefördert?

1) Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit / Jobcenter)

  • Zielbindung: Der Bildungsgutschein finanziert Maßnahmen, die direkt zur Integration in Arbeit führen. Häufig werden modulare, aufeinander aufbauende Kurse in einem Qualifizierungspfad bewilligt.
  • Mehrere Maßnahmen: Nacheinander ist üblich. Parallel nur mit triftiger Begründung (z. B. kurze Zusatzqualifikation, die die Hauptmaßnahme nicht behindert).
  • AZAV-Pflicht: Anbieter und Maßnahmen müssen AZAV-zertifiziert sein.
  • Individuelle Entscheidung: Die Bewilligung ist Einzelfallentscheidung. Gute Argumente: Arbeitsmarktbedarf, Stellenanzeigen, messbarer Kompetenzgewinn.

2) Bildungsurlaub (Bildungszeit)

  • Bundeslandabhängig: In den meisten Bundesländern gibt es 5 Tage pro Jahr (mancherorts 10 Tage in 2 Jahren). Bayern und Sachsen haben derzeit kein entsprechendes Landesgesetz.
  • Mehrere pro Jahr: Möglich, solange du in der Summe innerhalb deines Anspruchs bleibst und der Arbeitgeber rechtzeitig informiert ist.
  • Wichtig: Maßnahme muss als Bildungsurlaub anerkannt sein.

3) Aufstiegs-BAföG & andere Programme

  • Aufstiegs-BAföG: Für aufstiegsorientierte Qualifikationen (z. B. Meister, Fachwirt, Betriebswirt IHK). Mehrere Qualifikationen sind möglich, aber meist sequentiell und zielgerichtet.
  • Steuern & Fördermix: Selbstgetragene Kosten sind oft steuerlich absetzbar. Kombis mit Arbeitgeberzuschüssen sind möglich.

Fazit: Rechtlich sind mehrere Weiterbildungen möglich. Mit Förderung gilt: Je klarer der rote Faden zum Jobziel, desto höher die Chance auf Bewilligung – und desto sinnvoller für deinen Lebenslauf.

Parallel oder nacheinander? So triffst du die richtige Wahl

Parallel (gleichzeitig)

Vorteile:

  • Schneller kompetent in mehreren Bereichen
  • Effizienzgewinne (z. B. Theorieüberschneidungen)

Risiken:

  • Überlastung, geringere Abschlussquoten
  • Förderstellen bewilligen Parallelität nur selten

Geeignet für: Kurze, leichte Zusatzmodule (z. B. Office, kurze Zertifikate), wenn sie die Hauptmaßnahme nicht stören.

Nacheinander (sequenziell)

Vorteile:

  • Bessere Fokussierung und Lerntiefe
  • Einfacher zu begründen und zu fördern
  • Klare Story im Lebenslauf

Geeignet für: Alle mittleren bis längeren Qualifikationen, Abschlüsse mit Prüfung (IHK, Hersteller).

Wie viele Weiterbildungen sind sinnvoll?

  • Berufstätig: 2–4 zielgerichtete Module pro Jahr (z. B. 2x 6–8 Wochen plus 1–2 kurze Zertifikate)
  • Vollzeit-Lernphase: 3–6 Module pro Jahr, je nach Dauer (4–12 Wochen pro Modul) und Prüfungsintensität
  • Grundsatz: Qualität vor Quantität. Jeder Baustein sollte messbar deinen Zieljob unterstützen.

Der perfekte Lern-Stack: in 5 Stufen

  1. Grundlagen: Basiswissen, Tools, Methodik
  2. Aufbau: Vertiefung und Anwendung
  3. Spezialisierung: Rolle oder Domäne (z. B. Cloud, Pflege, Controlling)
  4. Zertifizierung: Anerkannte Nachweise (IHK, AWS, Scrum, PMP)
  5. Praxis: Projekt, Praktikum, Fallstudie, Portfolio

Beispiel-Stacks, die überzeugen

1) Data & Analytics

  • Excel & Datenanalyse Grundlagen
  • SQL & Datenbanken
  • Power BI oder Tableau
  • Data Storytelling + Portfolio-Projekt
  • Zertifikat: Microsoft Power BI Data Analyst (PL-300)

2) Projektmanagement

  • Klassisches PM (IHK) Grundlagen
  • Agil: Scrum Master
  • Agil: Product Owner oder PRINCE2 Foundation
  • Vertiefung: Jira/Confluence
  • Zertifikat: PRINCE2 Practitioner oder PMP (erfahrungsabhängig)

3) Cloud & IT

  • IT-Grundlagen & Netzwerke
  • Linux Basics oder Windows Server
  • Cloud: AWS Cloud Practitioner
  • Cloud: AWS Solutions Architect Associate oder Azure Administrator
  • Spezialisierung: Security Fundamentals

4) Pflege & Soziales

  • Behandlungspflege LG1/LG2 (landesspezifisch)
  • Pflegefachliche Dokumentation & Recht
  • Praxisanleitung
  • Leitungsfunktion: Pflegedienstleitung (PDL)
  • Zusatz: Gerontopsychiatrische Pflege, Wundmanagement

Zeitmanagement: 10-Punkte-Plan für mehrere Weiterbildungen

  1. Zielrolle definieren: 3–5 konkrete Stellenanzeigen analysieren.
  2. Skills ableiten: Muss-, Soll- und Nice-to-have-Skills clustern.
  3. Stack planen: Reihenfolge nach Wirkung und Prüfungen festlegen.
  4. Formate wählen: Vollzeit, Teilzeit, abends, online, blended.
  5. Kapazität ehrlich prüfen: 10–15 Lernstunden/Woche neben Job realistisch?
  6. Puffer einplanen: 20 % Reserve für Prüfungen und Krankheit.
  7. Lernrituale: Zeitblöcke, Deep-Work, wöchentliche Retro.
  8. Nachweise sichern: Zertifikate, Projektartefakte, Portfolio.
  9. CV aktualisieren: Nach jedem Modul Resultate und Tools ergänzen.
  10. Bewerben: Spätestens ab Stufe 3 (Spezialisierung) aktiv bewerben.

Förderungen clever kombinieren

  • Bildungsgutschein: Modularen Pfad begründen (Arbeitsmarktbedarf + Stellenauszüge).
  • Bildungsurlaub: Kurzmodule und Zertifikatskurse zeitnah nutzen.
  • Arbeitgeberförderung: Budget, Bildungszeit, Lerntage, Examengebühren.
  • Steuern: Eigenanteile als Werbungskosten/Betriebsausgaben prüfen.

Hinweis: Rahmenbedingungen variieren. Kläre vorab mit Agentur/Jobcenter, Arbeitgeber und Anbieter, was in deinem Fall möglich ist.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

  • Zu viele parallele Kurse: Qualität leidet, Prüfungsrisiko steigt.
  • Kein roter Faden: Bunte Zertifikate ohne Jobbezug überzeugen nicht.
  • Ohne Praxisnachweis: Ergänze Zertifikate um Projekte/Arbeitsproben.
  • Unklare Kommunikation mit Förderstelle: Begründung, Zeitplan, Nachweise fehlen.
  • Überziehung der Lernzeit: Realistische Planung mit Puffer ist Pflicht.

Lebenslauf-Story: Mehrere Weiterbildungen schlüssig darstellen

  • Überschrift: Zielrolle klar benennen (z. B. Angehender Data Analyst).
  • Kompetenz-Cluster: Tools, Methoden, Zertifikate als Block.
  • Ergebnisse: Metriken, Projekte, Fallstudien kurz beschreiben.
  • Chronologie: Nacheinander geordnete Module mit Abschlussdaten.

FAQ: Mehrere Weiterbildungen

Kann ich zwei Weiterbildungen gleichzeitig machen?

Ja, aber nur wenn Umfang und Niveau das zulassen. Mit Förderung ist Parallelität selten; begründe sie mit kurzer Dauer und klarer Ergänzung zur Hauptmaßnahme.

Bekomme ich einen zweiten Bildungsgutschein?

Möglich, wenn er für das vereinbarte Ziel erforderlich ist oder ein neuer Integrationsplan besteht. Gute Argumentation und Arbeitsmarktnachweise erhöhen die Chancen.

Wie ist das mit Bildungsurlaub?

Du kannst mehrere anerkannte Veranstaltungen nutzen, solange du im jährlichen Anspruch bleibst. Informiere den Arbeitgeber fristgerecht und beachte landesrechtliche Vorgaben.

Ich bin berufstätig – wie viele Kurse sind realistisch?

Meist 2–4 pro Jahr, abhängig von Stundenlast, Familie und Prüfungsanforderungen. Kurze Zertifikate lassen sich gut ergänzen.

Gilt das auch in Elternzeit oder mit Nebenjob?

Es kommt auf Förderbedingungen und individuelle Situation an. Kläre Umfang und Verfügbarkeit vorab mit der zuständigen Stelle.

Beispiel: 6-monatiger Sequenz-Plan neben dem Job

  1. Monat 1: Grundlagenkurs (abends, 2x pro Woche)
  2. Monat 2: Aufbau + kleines Praxisprojekt
  3. Monat 3: Zertifikatsvorbereitung (Wochenende)
  4. Monat 4: Prüfung + Start Spezialisierung
  5. Monat 5: Spezialisierung + Portfolio
  6. Monat 6: Bewerbungsphase mit Projektnachweisen

So wählst du die richtigen Kurse

Checkliste der Bewertungskriterien:

  • Förderfähig (AZAV), anerkannter Abschluss (IHK/Hersteller)
  • Format (online/präsenz/blended), Dauer, Starttermine
  • Prüfungsquote, Trainerprofil, Praxisanteil
  • Jobrelevanz laut Stellenanzeigen
  • Service: Prüfungsvorbereitung, Karriereunterstützung

Nächste Schritte

  1. Zielrolle und Skill-Lücken definieren.
  2. 3–5 passende, förderfähige Kurse auswählen.
  3. Stack und Zeitplan festlegen, Puffer einbauen.
  4. Förderung klären und Anbieter vergleichen.
  5. Starten, nach jedem Modul Resultate dokumentieren.

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