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Unterlagen & Formulare

ALG-Antrag: Alle Formulare und Unterlagen im Überblick

Für die Arbeitslosmeldung und den ALG-I-Antrag sind mehrere Formulare und Dokumente notwendig. Wir zeigen dir, was du brauchst, wo du es findest und wie du Fehler beim Ausfüllen vermeidest – von der SGB-III-Arbeitsbescheinigung bis zur digitalen Signatur mit BundID.

Alle Formulare auf einen Blick

7
Dokumente benötigst du im Standardfall
3–6 Wo.
Bearbeitungszeit bei vollständigem Antrag
~30 %
der Anträge haben anfangs fehlende Unterlagen

Der häufigste Grund für Bearbeitungsverzögerungen: fehlende oder fehlerhafte Unterlagen. Mit dieser Übersicht stellst du sicher, dass dein Antrag vollständig ist und schnellstmöglich bearbeitet wird.

Formular / Dokument Zweck Woher? Frist
Antrag auf Arbeitslosengeld Hauptantrag ALG I arbeitsagentur.de / Agentur vor Ort Tag 1 der Arbeitslosigkeit
Arbeitsbescheinigung (SGB-III) Berechnung ALG-Höhe und -Dauer Ehemaliger Arbeitgeber (Pflicht) 3 Tage nach Beschäftigungsende
Erklärung zu Nebeneinkommen Offenlegung aller Nebentätigkeiten Selbst ausfüllen Beim Antrag
Urlaubsbescheinigung Nachweis noch ausstehender Urlaubstage Arbeitgeber Beim Antrag
Personalausweis / Reisepass Identitätsnachweis Eigenes Dokument Sofort
Sozialversicherungsausweis Rentenversicherungsnummer Deutsche Rentenversicherung Sofort
Kontoverbindung (IBAN/BIC) Auszahlungskonto Eigene Bank Beim Antrag
Wichtig: Die Arbeitsbescheinigung ist das wichtigste Dokument. Ohne sie kann die Agentur für Arbeit das ALG I nicht berechnen. Fordere sie schriftlich und mit einer Fristsetzung von 3 Tagen bei deinem ehemaligen Arbeitgeber an.

Die SGB-III-Arbeitsbescheinigung: Was ist das und wie bekomme ich sie?

Die Arbeitsbescheinigung nach § 312 SGB III ist ein amtliches Formular, das dein Arbeitgeber nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses verpflichtend ausfüllen muss. Sie enthält alle Informationen, die die Agentur für Arbeit zur Berechnung deines ALG I benötigt.

Was steht in der Arbeitsbescheinigung?

  • Persönliche Daten des Arbeitnehmers
  • Beschäftigungszeitraum (Beginn und Ende)
  • Wöchentliche Arbeitszeit
  • Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt (Lohn/Gehalt je Monat)
  • Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)
  • Grund für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses
  • Zeiten von Krankheit, Elternzeit, Kurzarbeit
1
Formular herunterladen: Das Formular findest du auf arbeitsagentur.de unter „Formulare und Merkblätter". Es kann auch durch die Agentur direkt an den Arbeitgeber gesandt werden.
2
Schriftlich anfordern: Sende deinem ehemaligen Arbeitgeber eine E-Mail oder einen Brief mit der Bitte um Ausfüllung des Formulars – am besten mit einer Frist von 3 Tagen nach deinem letzten Arbeitstag.
3
Bescheinigung prüfen: Überprüfe nach Erhalt, ob alle Angaben korrekt sind – insbesondere Beschäftigungszeitraum, Entgeltshöhe und der Grund der Beendigung.
4
Einreichen: Lade die Arbeitsbescheinigung im Online-Portal hoch oder bringe sie persönlich zur Agentur. Sie kann auch nachgereicht werden, wenn sie beim Antrag noch nicht vorliegt.
Praxisfall: Wenn der Arbeitgeber sich weigertJana, 29, Verkäuferin, fordert ihre Arbeitsbescheinigung schriftlich an. Ihr ehemaliger Arbeitgeber reagiert nicht. Sie informiert die Agentur für Arbeit, die den Arbeitgeber direkt zur Ausstellung auffordert. Reagiert der Arbeitgeber weiterhin nicht, drohen ihm Bußgelder nach § 312 SGB III. Janas Antrag wird inzwischen vorläufig bearbeitet.

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Online-Portal BA vs. Papier: Was ist besser?

Online-Portal (empfohlen)

  • Antrag 24/7 einreichbar
  • Sofortige digitale Eingangsbestätigung
  • Dokumente als PDF hochladbar
  • Bearbeitungsstatus jederzeit einsehbar
  • Schnellere Bearbeitung durch digitale Workflows
  • Kein Postlaufzeit-Risiko

Papierantrag (Alternativen)

  • Kein Internet oder technische Hilfe nötig
  • Persönliche Begleitung beim Ausfüllen möglich
  • Sinnvoll bei sehr komplexen Situationen
  • Formulare per Post oder telefonisch anfordern

Das eService-Portal der Bundesagentur für Arbeit erreichst du unter arbeitsagentur.de/eservices. Nach der Anmeldung mit deinem Mein-BA-Konto kannst du den Antrag vollständig ausfüllen, Dokumente hochladen und den Status verfolgen. Die Authentifizierung ist auch ohne eID möglich – per Benutzername und Passwort nach einmaliger Registrierung.

Digitale Signatur via BundID: Mit der BundID (kostenlos, verfügbar via bundesident.de) kannst du deinen Antrag sicher digital signieren. Die BundID ist an deine eID-Funktion des Personalausweises gekoppelt und erfordert ein NFC-fähiges Smartphone. Sie erhöht Sicherheit und beschleunigt die Bearbeitung weiter.

Schritt-für-Schritt: So füllst du den Antrag richtig aus

Der Antrag auf Arbeitslosengeld ist in mehrere Abschnitte unterteilt. So gehst du systematisch vor:

1
Persönliche Daten: Name, Geburtsort, Adresse, Telefonnummer, E-Mail. Rentenversicherungsnummer (steht auf dem Sozialversicherungsausweis). IBAN deines Auszahlungskontos – hier besonders sorgfältig sein!
2
Beschäftigungszeiten: Alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen der letzten 30 Monate angeben. Auch kurze Beschäftigungen, Minijobs (falls beitragspflichtig), Auslandsaufenthalte und Zeiten der Selbstständigkeit müssen dokumentiert werden.
3
Kündigungsgrund: Warum endete das Beschäftigungsverhältnis? Arbeitgeberkündigung (keine Sperrzeit), Eigenkündigung (Sperrzeit 12 Wochen, ggf. Ausnahmen), Aufhebungsvertrag (Sperrzeit 12 Wochen, ggf. Ausnahmen), Vertragsablauf (keine Sperrzeit).
4
Verfügbarkeit: Wie viele Stunden pro Woche kannst und möchtest du arbeiten? Bei gesundheitlichen Einschränkungen: entsprechende Angaben und Nachweise beifügen.
5
Nebeneinkommen: Hast du Nebentätigkeiten, ein Gewerbe, Honorarverträge oder sonstige Einkünfte? Alle Angaben müssen vollständig und wahrheitsgemäß sein.
6
Prüfen und absenden: Alle Pflichtfelder ausfüllen, Angaben doppelt prüfen, Dokumente hochladen, Antrag abschicken. Eingangsbestätigung speichern.
Zu Kündigungsgründen: Wenn du selbst gekündigt oder einem Aufhebungsvertrag zugestimmt hast, droht in der Regel eine Sperrzeit von 12 Wochen. Es gibt Ausnahmen – z.B. wenn eine betriebsbedingte Kündigung drohte, gesundheitliche Gründe vorlagen oder ein neuer Job bereits sicher war. Erläutere diese Umstände im Kommentarfeld des Antrags und belege sie.

Häufige Fehler beim Ausfüllen – Checkliste für fehlerfreie Anträge

Diese Fehler führen am häufigsten zu Verzögerungen oder Problemen:

  • Falsche IBAN eingetragen (Zahlung landet woanders)
  • Lücken in der Beschäftigungshistorie (alle 30 Monate müssen lückenlos sein)
  • Nebentätigkeiten verschwiegen (kann als Leistungsbetrug gewertet werden)
  • Arbeitsbescheinigung fehlt und wurde nicht erwähnt
  • Pflichtfelder nicht ausgefüllt (Online-Formular markiert sie rot – trotzdem übersehen)
  • Unkorrekte Angaben zum Kündigungsgrund
  • Unterlagen in schlechter Qualität hochgeladen (unleserlich)
  • IBAN aus Online-Banking kopieren statt abtippen
  • Alle Beschäftigungen inklusive Zeiten im Ausland und Elternzeit angeben
  • Im Zweifel immer angeben und im Kommentarfeld erklären
  • Arbeitsbescheinigung separat als PDF hochladen
  • Scan/Foto in guter Beleuchtung und Auflösung machen
  • Vor Absenden: jeden Abschnitt einmal überfliegen
  • Eingangsbestätigung als PDF speichern
Typisches FehlerszenarioTobias gibt beim Antrag seine alte IBAN an (Konto inzwischen aufgelöst). Die erste ALG-I-Zahlung wird abgewiesen und zurück überwiesen. Die Richtigstellung dauert weitere 2 Wochen. Er war 3 Wochen ohne Einnahmen. Lösung: IBAN immer aus dem Online-Banking kopieren und nach dem Einreichen nochmals im Portal prüfen.

Weiter lesen: ALG I berechnen 2026 | Alle Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick

Digitale Einreichung, BundID und Datenschutz

Die Bundesagentur für Arbeit setzt zunehmend auf digitale Prozesse. Alle Antragsformulare können vollständig online ausgefüllt, signiert und eingereicht werden. Papierformulare sind zwar weiterhin möglich, aber deutlich langsamer.

So funktioniert die BundID

  • Kostenlose Registrierung unter id.bund.de
  • Verifizierung per eID (Online-Ausweis-Funktion des Personalausweises) oder VideoIdent
  • Einmal registriert: für alle Bundesbehörden nutzbar (BA, Jobcenter, Finanzamt u.a.)
  • Sichere Authentifizierung ohne zusätzliche Passwörter

Datenschutz beim Online-Antrag

  • Alle übertragenen Daten sind verschlüsselt (SSL/TLS)
  • Hochgeladene Dokumente werden in der sicheren E-Akte der BA gespeichert
  • Zugriff nur für autorisierte Sachbearbeiter
  • Löschung der Daten nach gesetzlichen Aufbewahrungsfristen
Empfehlung für einen schnellen Antrag: Richte BundID und Mein-BA-Konto noch während deiner Beschäftigung ein. Am Tag der Arbeitslosigkeit kannst du dann den Antrag in weniger als 20 Minuten vollständig einreichen – ohne Gang zur Behörde, ohne Wartezeit.

Bei technischen Problemen hilft die Hotline der Bundesagentur: 0800 4 5555 00 (Mo–Fr, 8–18 Uhr). Für allgemeine Fragen zum Online-Portal gibt es auch einen Chat auf arbeitsagentur.de.

Weiterführend: ALG I beantragen: 7-Schritte-Anleitung | Alle Fristen bei Arbeitslosigkeit

Häufig gestellte Fragen

Welche Formulare brauche ich für den ALG-I-Antrag?

Den Antrag auf Arbeitslosengeld, die SGB-III-Arbeitsbescheinigung des Arbeitgebers, eine Erklärung zu Nebeneinkommen, IBAN/BIC, Personalausweis und Sozialversicherungsausweis. Im Standardfall sieben Dokumente.

Wo bekomme ich die Formulare für die Arbeitslosmeldung?

Online auf arbeitsagentur.de/eservices, direkt bei der Agentur für Arbeit, telefonisch unter 0800 4 5555 00 oder per Post. Empfohlen: digitale Einreichung über das Mein-BA-Portal.

Was ist die SGB-III-Arbeitsbescheinigung?

Ein amtliches Pflichtformular, das dein Arbeitgeber nach § 312 SGB III innerhalb von 3 Tagen nach Beschäftigungsende ausstellen muss. Sie enthält Beschäftigungsdauer, Entgelthöhe und Kündigungsgrund – unverzichtbar für die ALG-I-Berechnung.

Kann ich den ALG-Antrag komplett online stellen?

Ja. Über das eService-Portal der BA ist der Antrag vollständig digital einreichbar. Unterlagen werden als PDF hochgeladen. Die Authentifizierung erfolgt per BundID, ELSTER oder Benutzerkonto.

Wie lange hat mein Arbeitgeber Zeit, die Arbeitsbescheinigung auszustellen?

Gesetzlich 3 Tage nach Beschäftigungsende (§ 312 SGB III). Bei Weigerung kann die Agentur für Arbeit den Arbeitgeber direkt auffordern. Bußgelder sind möglich.

Was passiert, wenn ich im Antrag etwas falsch angebe?

Falsche Angaben können als Leistungsmissbrauch oder Betrug gewertet werden und zu Rückforderungen, Sperrzeiten oder Strafanzeigen führen. Im Zweifel immer wahrheitsgemäß angeben und im Kommentarfeld erklären.

Muss ich Nebentätigkeiten im ALG-Antrag angeben?

Ja, alle Nebentätigkeiten, Honorarverträge und Gewerbe müssen angegeben werden. Verschwiegene Einkünfte führen zu Rückforderungen und können als Betrug gewertet werden.

Wie lange dauert die Bearbeitung des Antrags?

3 bis 6 Wochen bei vollständig eingereichten Unterlagen. Fehlende Dokumente verlängern die Bearbeitungszeit erheblich. Die erste Zahlung erfolgt rückwirkend ab Tag 1 der Arbeitslosigkeit.

Was tun, wenn die Arbeitsbescheinigung fehlt?

Antrag trotzdem fristgerecht stellen und im Kommentarfeld erwähnen, dass die Bescheinigung noch folgt. Die Agentur bearbeitet den Antrag vorläufig. Fehlende Unterlagen können nachgereicht werden.

Was ist die BundID und wozu brauche ich sie?

Die BundID ist ein kostenloses digitales Konto für alle Bundesbehörden. Mit ihr kannst du dich sicher beim Mein-BA-Portal einloggen und den ALG-Antrag digital signieren. Registrierung unter id.bund.de.

Kann ich die Formulare auch in einer anderen Sprache erhalten?

Die offiziellen Formulare der BA sind auf Deutsch. Bei Bedarf können Dolmetscher oder zweisprachige Mitarbeitende hinzugezogen werden – frage direkt bei deiner Agentur nach.

Was ist der Unterschied zwischen Arbeitslosmeldung und ALG-Antrag?

Die Arbeitslosmeldung ist die Meldung, dass du arbeitslos bist (Pflicht am Tag 1). Der ALG-Antrag ist der separate Antrag auf Zahlung des Arbeitslosengeldes. Beide müssen getrennt vorgenommen werden.

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