Was ist AZAV? Das Zulassungsverfahren für Bildungsträger erklärt
AZAV steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Ohne diese Zertifizierung kann kein Bildungsgutschein eingelöst werden. Wir erklären das 2-stufige Verfahren, welche Stellen prüfen und warum AZAV für dich als Weiterbildungsinteressenten so wichtig ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV) ist seit 2012 die rechtliche Grundlage für die Qualitätssicherung in der geförderten beruflichen Weiterbildung. Sie wurde auf Basis des §178 SGB III eingeführt und löste das frühere ANBA-Anerkennungsverfahren ab.
Das 2-stufige AZAV-Zulassungsverfahren
Das AZAV-Verfahren besteht aus zwei unabhängigen Prüfebenen, die beide erfüllt sein müssen:
| AZAV-Stufe | Was wird geprüft? | Wer prüft? |
|---|---|---|
| Stufe 1: Trägerzulassung | Organisation, Qualitätsmanagementsystem, Finanzkraft, Eignung der Führungskräfte, Beschwerdemanagement, Datenschutz | Fachkundige Stelle (TÜV, DEKRA, DIN CERTCO u. a.) |
| Stufe 2: Maßnahmezulassung | Einzelne Kursmaßnahme: Lernziele, Unterrichtsmethodik, Prüfungsmodalitäten, Zielgruppeneignung, Kostenangemessenheit | Dieselbe oder andere fachkundige Stelle |
Die Trägerzulassung wird in der Regel für 2–3 Jahre ausgestellt und muss dann erneuert werden. Die Maßnahmenzulassung gilt meist für ein Jahr und muss ebenfalls verlängert werden. Abgelaufene Zulassungen bedeuten: kein BGS möglich.
Fachkundige Stellen: Wer prüft und akkreditiert?
Die Prüfung der AZAV-Anforderungen erfolgt durch fachkundige Stellen — unabhängige Organisationen, die selbst durch die Bundesagentur für Arbeit akkreditiert wurden. Die wichtigsten in Deutschland sind:
- TÜV Rheinland, TÜV SÜD, TÜV Nord — weit verbreitet, bundesweit tätig
- DEKRA Certification — ebenfalls bundesweit, starke Präsenz in Süddeutschland
- DIN CERTCO — spezialisiert auf Normkonformität und Bildungsqualität
- CERTQUA — Tochtergesellschaft des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
- ZWH (Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk) — für Handwerksorganisationen
- Qualifiziertes Lehrpersonal
- Transparente Lernziele und Prüfungen
- Angemessene Kurskosten
- Funktionierendes Beschwerdemanagement
- Datenschutz und Teilnehmerrechte
- Persönliche Qualitätswahrnehmung
- Erfolgsquoten im Abschluss
- Reibungslose Kommunikation
- Modernste Lehrmethoden
Warum AZAV für BGS-Nutzer so wichtig ist
Für BGS-Inhaber bedeutet AZAV konkret:
- Die Maßnahmenummer auf dem Kursangebot muss gültig und aktuell sein
- Die Trägerzulassung muss zum Zeitpunkt des Kursbeginns bestehen
- Der Kurs muss dem auf dem BGS genannten Bildungsziel entsprechen
- Die Kostenübernahme wird von der Agentur für Arbeit erst nach AZAV-Prüfung bestätigt
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AZAV-Status eines Anbieters prüfen: Schritt für Schritt
- 1KURSNET aufrufen
Gehe auf kursnet.arbeitsagentur.de. Das ist die offizielle Kurs- und Trägerdatenbank der Bundesagentur für Arbeit. Suche nach Kursthema und Ort.
- 2Maßnahmenummer in den Kursdetails prüfen
Öffne den Kurs und suche nach der AZAV-Maßnahmenummer (Format: XXXXXX-XX/XXXX oder ähnlich). Ist keine angegeben: Kurs beim Anbieter direkt anfragen.
- 3Gültigkeitsdatum der Zulassung prüfen
Kursangebote enthalten meist das Gültigkeitsdatum der Maßnahmenzulassung. Ist die Zulassung abgelaufen: kein BGS möglich, auch wenn der Kurs noch läuft.
- 4Beim Anbieter schriftlich bestätigen lassen
Bitte den Anbieter schriftlich (E-Mail), die aktuelle Maßnahmenummer und das Gültigkeitsdatum zu bestätigen. Seriöse Anbieter tun das ohne Umstände.
- 5Agentur für Arbeit im Zweifel direkt fragen
Wenn du unsicher bist, ob ein Kurs förderfähig ist, ruf bei der Agentur für Arbeit an (0800 4 5555 00, kostenlos) und nenne die Maßnahmenummer. Die Berater können sofort prüfen.
Fazit: Was du als Weiterbildungsinteressent wissen musst
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Was bedeutet AZAV? | Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung — Qualitätsstandard für Bildungsträger |
| Wo ist AZAV geregelt? | §178 SGB III |
| Wer prüft? | Fachkundige Stellen (TÜV, DEKRA, DIN CERTCO u. a.) |
| Was wird geprüft? | Träger (Stufe 1) und einzelne Maßnahmen (Stufe 2) |
| Wie lange gilt die Zulassung? | Trägerzulassung: 2–3 Jahre, Maßnahmenzulassung: ca. 1 Jahr |
| Wo prüfen? | KURSNET oder direkt beim Anbieter nachfragen |
Mehr zu AZAV und der Trägersuche: AZAV-Träger finden: So suchst du seriöse Bildungsanbieter und Maßnahmenummer: Was bedeutet sie?
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet AZAV?
AZAV steht für Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung. Sie ist die rechtliche Grundlage (§178 SGB III) für die Qualitätssicherung bei geförderten Weiterbildungen und legt fest, welche Anforderungen Bildungsträger erfüllen müssen, um Kurse für Bildungsgutschein-Inhaber anbieten zu dürfen.
Warum brauche ich AZAV als Weiterbildungsinteressent?
Weil ohne AZAV-Zulassung kein Bildungsgutschein eingelöst werden kann. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter erstatten Kurskosten ausschließlich für Maßnahmen bei AZAV-zertifizierten Trägern mit gültiger Maßnahmenummer.
Wie erkenne ich, ob ein Kurs AZAV-zertifiziert ist?
Im KURSNET (kursnet.arbeitsagentur.de) sind nur AZAV-zertifizierte Kurse gelistet. Außerdem hat jeder AZAV-Kurs eine eindeutige Maßnahmenummer. Gute Anbieter nennen diese proaktiv — frage im Zweifel schriftlich nach.
Was ist der Unterschied zwischen Träger- und Maßnahmenzulassung?
Die Trägerzulassung prüft die Organisation als Ganzes (Qualitätsmanagement, Finanzkraft, Eignung). Die Maßnahmenzulassung prüft jeden einzelnen Kurs separat (Lernziele, Methodik, Kosten). Beide müssen gültig sein — ein zugelassener Träger kann einzelne Kurse ohne gültige Maßnahmenzulassung anbieten.
Wie lange ist eine AZAV-Zulassung gültig?
Die Trägerzulassung gilt in der Regel 2–3 Jahre und muss dann verlängert werden. Die Maßnahmenzulassung ist meist auf etwa 1 Jahr befristet. Abgelaufene Zulassungen machen einen Kurs nicht mehr förderfähig.
Wer prüft die AZAV-Anforderungen?
Sogenannte „fachkundige Stellen" — unabhängige, von der Bundesagentur für Arbeit akkreditierte Organisationen. Die bekanntesten sind TÜV Rheinland, TÜV SÜD, DEKRA Certification und DIN CERTCO.
Kann ich einen Kurs bei einem nicht AZAV-zertifizierten Anbieter belegen?
Ja, das ist möglich — aber du kannst dafür keinen Bildungsgutschein einlösen. Wenn du die Kosten selbst trägst, ist die AZAV-Zertifizierung irrelevant. Nur für geförderte Weiterbildungen ist sie Pflicht.
Was passiert, wenn die AZAV-Zulassung während meines Kurses abläuft?
Das ist ein Problem. In der Regel klärt die Agentur für Arbeit solche Fälle mit dem Träger. Im schlimmsten Fall kann die Kostenübernahme für den restlichen Kurszeitraum wegfallen. Wähle daher Anbieter mit langfristig gültigen Zulassungen.
Wie finde ich AZAV-zertifizierte Träger in meiner Region?
Über das KURSNET der Bundesagentur für Arbeit (kursnet.arbeitsagentur.de) findest du alle AZAV-zertifizierten Kurse mit Angabe des Trägers und der Region. Alternativ direkt bei der Agentur für Arbeit nachfragen.
Gilt AZAV auch für Online-Kurse?
Ja, auch Online-Kurse können AZAV-zertifiziert sein. Träger müssen jedoch für Fernunterricht separat zugelassen sein. Achte auf den ausdrücklichen Hinweis auf Online-AZAV-Zulassung beim Anbieter.
Muss ich als Teilnehmer etwas tun, um die AZAV-Zulassung zu prüfen?
Du musst nicht selbst bei der fachkundigen Stelle nachfragen — es reicht, die Maßnahmenummer zu prüfen (KURSNET) und dir vom Anbieter schriftlich bestätigen zu lassen, dass die Zulassung aktuell gültig ist.
Was ist der Unterschied zwischen AZAV und ISO 9001?
ISO 9001 ist ein allgemeines Qualitätsmanagementsystem für alle Branchen. AZAV ist spezifisch für Bildungsträger in der geförderten Weiterbildung. Manche Träger haben beide Zertifizierungen — für den BGS ist aber nur die AZAV relevant.
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