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Lebenslauf

Weiterbildungen im Lebenslauf richtig angeben: Beispiele und Tipps

Wie du Weiterbildungen im Lebenslauf angibst, entscheidet über Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Wir zeigen ATS-optimierte Formulierungen, die richtige Rubrik und vollständige Beispiele.

Warum Weiterbildungen im Lebenslauf so entscheidend sind

80 %
Recruiter prüfen Weiterbildungsabschnitt aktiv
ATS
Bewerbungen werden von Algorithmen vorselektiert
DQR 1–8
Deutsches Qualifikationsrahmen-Niveau für Abschlüsse
6 Sek.
Durchschnittliche Erstbetrachtungszeit eines Lebenslaufs

In einer Zeit, in der 80 % der Arbeitgeber Bewerbungen zunächst durch ATS-Systeme (Applicant Tracking Systems) filtern, kommt es nicht nur darauf an, was du gelernt hast – sondern wie du es formulierst. Ein ATS sucht nach bestimmten Keywords; wenn deine Weiterbildung falsch beschrieben ist, fliegt deine Bewerbung raus, bevor ein Mensch sie gesehen hat.

Perspektivenwechsel: Arbeitgeber und ATS-Systeme wollen wissen, welche konkreten Kompetenzen du hast – nicht nur welche Kurse du besucht hast. Beschreibe Weiterbildungen immer kompetenzorientiert: Was kannst du danach? Was hast du gelernt?

In Deutschland ist der Deutsche Qualifikationsrahmen (DQR) wichtig: Er ordnet Abschlüsse auf einer Skala von 1–8 ein. IHK-Abschlüsse (Umschulung) entsprechen DQR-Niveau 4. Das ist wichtig, wenn du dich auf Stellen bewirbst, die ein bestimmtes Qualifikationsniveau fordern.

Welche Rubrik für welche Weiterbildung im Lebenslauf?

Die Platzierung einer Weiterbildung im Lebenslauf hängt von ihrer Art und ihrem Gewicht ab:

WeiterbildungsartRubrik im LebenslaufAngabeformat
Umschulung mit IHK/HWK-AbschlussAus- und Weiterbildung (Hauptsektion)Zeitraum | Abschlussbezeichnung | Institution | Abschluss + Note
Aufstiegsfortbildung (Meister, Fachwirt)Aus- und Weiterbildung (Hauptsektion)Zeitraum | Bezeichnung | Institution | Abschluss + Note
IHK-Zertifikat / HerstellerzertifikatZertifikate / WeiterbildungJahr | Zertifikat | Ausstellende Stelle
Online-Kurs (Coursera, Udemy, LinkedIn)Weiterbildung (nur wenn relevant)Jahr | Kursname | Plattform | Stunden/Abschluss
Innerbetriebliche SchulungBerufserfahrung (als Bullet Point) oder WeiterbildungJahr | Thema | Anbieter
Sprachkurs mit ZertifikatSprachen (eigene Rubrik)Sprache | Niveau (A1–C2) | Zertifikat + Jahr
Abgebrochene KurseNicht angeben
Abgebrochene Kurse nicht angeben: Kurse oder Weiterbildungen, die du nicht abgeschlossen hast, gehören nicht in den Lebenslauf. Sie erwecken den Eindruck mangelnder Ausdauer. Ausnahme: wenn der Abbruch durch eine neue Stelle oder einen triftigen Grund bedingt war und du das erklären kannst.

Grundregel für die Rubrik-Wahl: Je formaler und relevanter die Weiterbildung, desto prominenter im Lebenslauf. Eine IHK-Umschulung gehört in dieselbe Hauptsektion wie ein Studium. Ein Udemy-Kurs gehört wenn überhaupt in eine nachgeordnete Rubrik.

ATS-optimierte Formulierungen für Weiterbildungen

ATS-Systeme suchen nach exakten Begriffen. Nutze die offiziellen Bezeichnungen und ergänze relevante Keywords:

  • Exakte offizielle Abschlussbezeichnung verwenden: "Fachinformatiker/in für Systemintegration (IHK)" statt "IT-Ausbildung"
  • Institution vollständig benennen: "IHK Frankfurt am Main" statt "IHK"
  • Keywords aus der Stellenanzeige in die Beschreibung einbauen: "Netzwerkadministration, Linux, Cisco" wenn das die Stelle verlangt
  • Zeitraum immer im Format MM/JJJJ – MM/JJJJ angeben
  • Note angeben (wenn 3,0 oder besser): "Note: 2,1" oder "Abschluss: gut"
  • Relevante gelernte Tools explizit listen: "erworben: Python, SQL, Docker, AWS"
  • Zertifikatsnummern für verifizierbare Zertifikate (AWS, Google) angeben
  • DQR-Niveau nur angeben, wenn relevant und explizit vom Arbeitgeber gefragt
1
Abschnitt anlegen: Erstelle eine eigene Sektion "Weiterbildungen & Zertifikate" oder füge Kurse in "Aus- und Weiterbildung" ein
2
Chronologisch ordnen: Neueste Weiterbildung oben – wichtigstes zuerst
3
Relevanz filtern: Maximal 5–8 Einträge; ältere und irrelevante Kurse weglassen
4
Pro Eintrag: Zeitraum, Name, Institution, Abschluss, (Note) – keine Prosa, klare Tabellen- oder Listenstruktur
5
Keywords ergänzen: 1–2 Bullet Points mit konkreten erworbenen Tools/Kenntnissen, die zur Stelle passen

Vollständiger Lebenslauf-Ausschnitt: Weiterbildungsabschnitt

Beispiel: Weiterbildungsabschnitt im Lebenslauf – IT-Bewerber nach Umschulung

Aus- und Weiterbildung

09/2023 – 08/2025 | Umschulung: Fachinformatiker/in für Systemintegration (IHK)
DCI Digital Career Institute GmbH, Berlin
Abschluss: Fachinformatiker/in für Systemintegration (IHK) | Note: 2,1
Erworbene Kenntnisse: Linux-Administration, Netzwerktechnik (TCP/IP, VLAN, Routing), Virtualisierung (VMware, Hyper-V), Cloud-Grundlagen (AWS), Python-Scripting, ITIL-Grundlagen

Zertifikate

2025 | AWS Certified Cloud Practitioner | Amazon Web Services | Zertifikat-ID: AWS-XXXXX
2024 | ITIL 4 Foundation | Axelos | Zertifikat-ID: ITIL-XXXXX
2023 | Cisco CCNA (Teil 1) | Cisco Networking Academy | Abgeschlossen

Sprachen

Deutsch: Muttersprache | Englisch: C1 (TELC B2+, 2022)

Key Fact Die Umschulung wird im Lebenslauf genauso eingetragen wie eine reguläre Ausbildung – ohne das Wort "Umschulung". Nur der vollwertige IHK-Abschluss zählt.
Tipp für Quereinsteiger: Wenn du den Lebenslauf für eine IT-Stelle schreibst und dein Hintergrund aus einem anderen Bereich kommt, ergänze unter der Berufserfahrung 1–2 Bullet Points mit übertragbaren Skills: "Projektkoordination, Kundenkommunikation, Prozessoptimierung" – das macht deinen Hintergrund zum Asset statt zur Lücke.

Lücken durch Weiterbildungszeiten positiv erklären

Eine 24-monatige Umschulung oder längere Qualifizierungsphase erscheint im Lebenslauf als "Lücke" – wenn du sie falsch einträgst. Das ist aber unnötig:

  • Korrekte Eintragung vermeidet Lücken: Trage die Weiterbildung mit vollem Zeitraum als Lebenslauf-Eintrag ein. Es entsteht keine Lücke – die Zeit ist lückenlos dokumentiert
  • Arbeitslosigkeit aktiv formulieren: "09/2022 – 08/2023 | Aktive Jobsuche und berufliche Neuorientierung" oder "Vorbereitung auf Umschulung zur IT-Fachkraft"
  • Positive Rahmung: Betone das Ergebnis – den neuen Abschluss, die erworbenen Skills, die bewusste Entscheidung zur Investition in die eigene Zukunft
Nie verschweigen: Zeitliche Lücken, die durch Weiterbildung entstanden sind, nie einfach weglassen. ATS-Systeme und Recruiter fallen das auf und es entsteht Misstrauen. Eine ehrliche, positiv formulierte Erklärung ist immer besser als Verschweigen.

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Häufige Fehler bei Weiterbildungen im Lebenslauf vermeiden

Diese Fehler kosten Quereinsteiger und Weiterbildungsabsolventen Chancen:

  • Weiterbildung als "Umschulung" bezeichnen statt den vollwertigen Abschluss zu nennen
  • Institution weglassen – ohne Angabe des Bildungsträgers verliert der Eintrag an Glaubwürdigkeit
  • Zu viele irrelevante Online-Kurse auflisten – weniger ist mehr
  • Abgebrochene Kurse ohne Erklärung angeben
  • Zeiträume ungenau oder falsch angeben
  • Note weglassen, wenn sie gut ist (3,0 und besser immer angeben)
  • Allgemeine Formulierungen statt konkreter Skills: "IT-Kenntnisse" statt "Linux, Python, AWS"
  • Weiterbildungssektion nach Hobbys platzieren – sie gehört prominent nach Berufserfahrung
Best Practice: Passe den Weiterbildungsabschnitt für jede Bewerbung leicht an. Hebe die Kenntnisse und Zertifikate hervor, die am meisten zur ausgeschriebenen Stelle passen. Ein gezielt angepasster Lebenslauf schlägt einen generischen immer.

Mehr zu Transferable Skills und Bewerbungsstrategie: Quereinsteiger: Wie der Berufswechsel klappt

Häufig gestellte Fragen

Soll ich eine Umschulung als "Umschulung" im Lebenslauf bezeichnen?

Nein. Schreibe den vollwertigen Abschluss: "Fachinformatiker/in für Systemintegration (IHK)". Das ist korrekt, weil du denselben formalen Abschluss hast wie ein regulärer Auszubildender. Das Wort "Umschulung" ist auf keinem offiziellen Dokument vermerkt und sollte auch im Lebenslauf nicht erscheinen.

Wie lang darf der Lebenslauf sein, wenn ich viele Weiterbildungen habe?

Maximal 2 Seiten. Bei vielen Weiterbildungen musst du priorisieren: Welche sind für die aktuelle Bewerbung wirklich relevant? Ältere und irrelevante Weiterbildungen weglassen. Fokus auf die letzten 5–10 Jahre und die zur Stelle passenden Qualifikationen.

Soll ich den Bildungsträger (z. B. DCI oder Comcave) im Lebenslauf nennen?

Ja, immer. Der Bildungsträger gibt dem Recruiter Kontext zur Qualität des Kurses. Bekannte Träger wie IHK, HWK, DCI oder GFN signalisieren Seriosität. Bei weniger bekannten Anbietern ergänze den Hinweis auf AZAV-Zertifizierung oder füge die Maßnahmen-Nummer ein.

Wie gehe ich mit einem nicht abgeschlossenen Kurs um?

Nicht abgeschlossene Kurse weglassen, es sei denn, der Abbruch hat einen verständlichen Grund (Jobantritt, Erkrankung, Familiensituation). In diesem Fall: "09/2023 – 12/2023 | Weiterbildung X (nicht abgeschlossen – Begründung)" angeben. Nie einfach einen Zeitraum ohne Abschluss auflisten.

Sind staatlich geförderte Weiterbildungen im Lebenslauf anders zu behandeln?

Nein. Die Finanzierungsquelle (BGS, Eigenmittel, Arbeitgeber) ist für den Lebenslauf irrelevant. Was zählt, ist Inhalt, Abschluss und erworbene Kompetenzen. Ob du den Kurs selbst bezahlt oder per Bildungsgutschein finanziert hast, gehört nicht in den Lebenslauf.

Was sind ATS-optimierte Formulierungen für Weiterbildungen?

ATS-optimiert bedeutet: Exakte offizielle Abschlussbezeichnung (wie sie in der Stellenanzeige verlangt wird), Keywords aus der Stellenanzeige in den Bullet Points, vollständiger Name der Institution, konkreter Zeitraum. Vermeide Umschreibungen wie "IT-Kurs" statt "Fachinformatiker/in für Systemintegration (IHK)".

Gehören Online-Kurse von Coursera oder Udemy in den Lebenslauf?

Nur wenn sie zur Stelle relevant sind und du sie abgeschlossen hast. Maximal 2–3 Online-Kurse angeben; priorisiere den relevantesten. Platziere sie in einer nachgeordneten Sektion, nicht in der Hauptsektion für formale Abschlüsse. Ein IHK-Zertifikat ist immer wertvoller als ein Udemy-Kurs.

Wie gebe ich Sprachkurse im Lebenslauf an?

In einer eigenen "Sprachen"-Sektion mit Niveau (A1–C2 nach GER), dem Namen des Zertifikats (TELC, IELTS, TOEFL, Goethe) und dem Ausstellungsjahr. Beispiel: "Englisch: C1 (TELC B2+, 2022)". Selbsteinschätzungen ohne Zertifikat: "Englisch: verhandlungssicher (Selbsteinschätzung)".

Soll ich IHK-Prüfungsnoten im Lebenslauf angeben?

Ja, wenn die Note 3,0 oder besser ist. Eine gute Note (1,0–2,5) ist ein klarer Pluspunkt und sollte immer angegeben werden. Bei schlechteren Noten kannst du die Note weglassen – das fällt weniger auf als du denkst, weil viele Bewerber keine Noten angeben.

Wie platziere ich Weiterbildungen bei einem Quereinsteiger-Lebenslauf?

Bei einem Quereinstieg kann ein funktionaler oder kombiniertions-Lebenslauf sinnvoll sein: Stelle Kompetenzen und Weiterbildungen an den Anfang, dann Berufserfahrung. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf deine neuen Qualifikationen statt auf die Diskontinuität der Berufserfahrung.

Wann gehört eine Weiterbildung in die Sektion "Berufserfahrung"?

Wenn die Weiterbildung im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses stattfand (innerbetriebliche Schulung, vom Arbeitgeber finanziert). Dann als Bullet Point unter dem entsprechenden Job-Eintrag: "Interne Weiterbildung: SAP Grundlagen (32 Stunden, 2023)".

Wie viele Weiterbildungen sollte man maximal angeben?

5–8 Einträge sind optimal. Mehr lenkt ab und wirkt unstrukturiert. Priorisiere Relevanz: Welche Weiterbildungen sind für die konkrete Stelle am wichtigsten? Passe die Auswahl für jede Bewerbung leicht an – das ist mehr Arbeit, aber messbar effektiver.

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