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Arbeitsmarkt

Fachkräftemangel: Die 15 Berufe mit den besten Chancen 2026

Deutschland fehlen über 570.000 Fachkräfte – und der Mangel wächst. Für Jobsuchende und Weiterbildungswillige bedeutet das konkrete Chancen: bessere Gehälter, schnellere Einstellung, geförderte Qualifizierungen. Wir zeigen dir die 15 Berufe, in denen du 2026 am meisten gesucht wirst.

Die Lage 2026: Wo Deutschland wirklich Personal fehlt

570.000+
Offene Stellen (dauerhaft unbesetzt)
15
Offizielle Mangelberufe laut BA-Engpassanalyse
200.000+
Offene IT-Stellen allein in Deutschland
140 Tage
Durchschnittliche Vakanzzeit in Mangelberufen

Der Fachkräftemangel in Deutschland hat 2026 einen strukturellen Höchststand erreicht. Laut Bundesagentur für Arbeit und Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind mehr als 570.000 Stellen dauerhaft unbesetzt – viele davon seit über 140 Tagen. Das volkswirtschaftliche Schadenspotenzial übersteigt nach Berechnungen des DIHK 100 Milliarden Euro jährlich.

Der Mangel hat strukturelle Ursachen, die sich nicht kurzfristig beheben lassen:

  • Die Babyboomer-Generation (Jahrgang 1955–1969) geht in Rente und hinterlässt eine demographische Lücke von mehreren Hunderttausend Arbeitskräften
  • Viele Ausbildungsberufe galten jahrzehntelang als unattraktiv und wurden zu wenig gewählt
  • Die Digitalisierung schafft neue Berufsbilder schneller, als Ausbildungssysteme reagieren können
  • Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte reicht bei Weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken
Was das für dich bedeutet: Wenn du in einem Mangelberuf tätig bist oder dorthin wechselst, hast du eine außerordentlich starke Verhandlungsposition – bei Gehalt, Arbeitszeiten und Weiterbildung. Wer in einen Mangelberuf wechselt, verdient oft 20–30 % mehr als in seinem bisherigen Beruf.

Die 15 Mangelberufe mit den besten Chancen 2026

Die folgende Tabelle zeigt die 15 Berufe mit dem aktuell stärksten Fachkräftemangel – inklusive offener Stellen, Durchschnittsgehalt, Ausbildungsweg und ob eine Förderung über den Bildungsgutschein (BGS) möglich ist:

BerufOffene StellenØ Gehalt brutto/JahrAusbildungswegBGS-fähig
IT-Systemadministrator45.000+48.000–65.000 €Umschulung / StudiumJa
Pflegefachkraft120.000+36.000–48.000 €3-jährige Ausbildung / UmschulungJa
Elektriker / Elektroniker55.000+38.000–55.000 €Ausbildung + MeisterJa
Mechatroniker30.000+40.000–58.000 €AusbildungJa
KFZ-Mechatroniker25.000+36.000–52.000 €Ausbildung + MeisterJa
Logistikfachkraft40.000+30.000–44.000 €Ausbildung / ZertifikatJa
Buchhalter / Bilanzbuchhalter20.000+40.000–60.000 €Ausbildung / IHK-WeiterbildungJa
Fachinformatiker (Anwendungsentwicklung)80.000+44.000–68.000 €Umschulung / AusbildungJa
Erzieher / Sozialpädagoge50.000+32.000–46.000 €Fachschule / UmschulungTeilweise
HLS-Installateur (Sanitär-Heizung-Klima)35.000+38.000–54.000 €Ausbildung + MeisterJa
Arzthelfer / MFA22.000+28.000–40.000 €Ausbildung / UmschulungJa
Sachbearbeiter Öffentlicher Dienst18.000+34.000–48.000 €Ausbildung / StudiumTeilweise
Disponent / Speditionskaufmann15.000+36.000–50.000 €Ausbildung / WeiterbildungJa
Schweißer (Zertifikate MIG/MAG/WIG)12.000+34.000–50.000 €Zertifikatskurs / DVS-PrüfungJa
Data Analyst / BI-Spezialist30.000+52.000–78.000 €Umschulung / StudiumJa
Schlüsselfakt Wer in einen Mangelberuf wechselt, verdient oft 20–30 % mehr als in seinem bisherigen Beruf – und das bereits ab dem ersten Berufsjahr nach der Umschulung.

Gehalt, Karrierechancen und Verhandlungsmacht im Vergleich

Nicht alle Mangelberufe sind gleich attraktiv. Die folgende Übersicht zeigt, wo Gehaltssprung und Karriereentwicklung am größten sind:

+28 %
Durchschnittlicher Gehaltsaufschlag nach IT-Umschulung
90 %
Vermittlungsquote nach IT-Umschulung (innerhalb 6 Monate)
68.000 €
Median-Jahresgehalt Fachinformatiker mit 3 Jahren Erfahrung

Im IT-Bereich ist die Lage am dramatischsten: Softwareentwickler, Systemadministratoren und Data Analysts werden branchenübergreifend gesucht – von Banken über Logistik bis zur Automobilindustrie. Quereinsteiger mit Umschulung finden hier am schnellsten Anstellung.

Praxisbeispiel

Thomas, 34 – vom Einzelhandelskaufmann zum IT-Systemadministrator: Thomas hatte 10 Jahre im Einzelhandel gearbeitet und war mit seinem Gehalt von 28.000 € und den Wochenendschichten unzufrieden. Nach einem Gespräch bei der Agentur für Arbeit bekam er einen Bildungsgutschein für eine 18-monatige Umschulung zum IT-Systemadministrator. Sechs Wochen nach dem Abschluss bekam er eine Stelle für 52.000 € – knapp doppelt so viel wie vorher. Heute, zwei Jahre später, verdient er 58.000 €.

Im Handwerk ist die Lage anders strukturiert: Dort herrscht Mangel vor allem bei erfahrenen Fachkräften mit Meistertitel. Wer Meister macht und sich selbstständig macht, kann in Großstädten 80.000–120.000 € und mehr erwirtschaften.

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Förderung und Einstieg: So finanzierst du den Weg in den Mangelberuf

Der Staat fördert gezielt Qualifizierungen in Mangelberufen. Das sind die wichtigsten Förderwege:

1
Bildungsgutschein (BGS) der Arbeitsagentur
Für Arbeitslose oder von Entlassung Bedrohte: vollständige Übernahme der Kurskosten plus Förderung des Lebensunterhalts. Voraussetzung: Beratungsgespräch, anerkannter Kursträger (AZAV-zertifiziert).
2
Qualifizierungsgeld (§ 82a SGB III)
Neu seit 2024: Auch Beschäftigte können gefördert werden, wenn ihr Unternehmen sie für strukturwandelbedingte Qualifizierung freistellt. Arbeitgeber zahlt Gehalt weiter, BA zahlt Kurskosten.
3
Aufstiegs-BAföG (AFBG)
Für Meister, Techniker, Fachwirte: bis zu 78 % der Kurskosten als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Maximal 15.000 € Fördervolumen. Unabhängig von Einkommen und Alter.
4
Förderprogramme der Länder
Bayern, NRW, Sachsen und andere Länder haben eigene Fördertöpfe für Weiterbildung in Mangelberufen. Recherchiere auf der Website deines Landkreises.
5
Arbeitgeber-finanzierte Qualifizierung
Viele Unternehmen (DB, Telekom, Pflegeketten) haben eigene Quereinsteiger-Programme – bezahlt und mit Übernahmegarantie. Suche explizit nach "Quereinsteiger" in Stellenbörsen.
Merke: In Mangelberufen ist staatliche Förderung die Regel, nicht die Ausnahme. Wer in IT, Pflege oder Handwerk einsteigen will, bekommt in den meisten Fällen finanzielle Unterstützung – vorausgesetzt, er stellt rechtzeitig einen Antrag.

Mehr zu den Fördermöglichkeiten: Finanzierungsmöglichkeiten für Weiterbildung im Überblick

Regionale Unterschiede und Remote-Chancen strategisch nutzen

Der Fachkräftemangel ist nicht gleichmäßig verteilt. Zwischen den Bundesländern und Regionen gibt es erhebliche Unterschiede:

RegionStärkster MangelGehaltsniveauBesonderheit
Bayern / Baden-WürttembergIT, Ingenieure, HandwerkSehr hochStärkstes Wirtschaftswachstum, höchste Kaufkraft
NRW / Hessen / HamburgIT, Pflege, LogistikHochGroße Konzernstandorte, viele Remote-Optionen
Berlin / BrandenburgIT, Soziales, VerwaltungMittel–hochStartup-Ökosystem, günstiger Lebensstandard
OstdeutschlandPflege, Handwerk, LogistikMittelAktive Willkommensprämien, günstige Mieten
Ländliche RegionenFast alle BereicheKaufkraftbereinigt gutWenig Konkurrenz, oft Zusatzleistungen
Remote als Gehaltsarbitrage: Wer in IT oder anderen digitalisierbaren Berufen tätig ist, kann für Münchner Unternehmen remote arbeiten – mit Münchner Gehalt und Dresdner Lebenshaltungskosten. Viele Arbeitgeber zahlen für Remote-Stellen inzwischen dasselbe wie für Bürostellen in Großstädten.

Für Pflegekräfte und Handwerker gilt: Einige Kommunen zahlen aktiv Umzugsprämien von bis zu 5.000 €, Kindergartenplatz-Garantien oder bieten günstige Mietwohnungen, um Fachkräfte anzulocken. Das ist selten öffentlich kommuniziert, aber aktiv verhandelbar.

Dein nächster Schritt: So startest du jetzt durch

Du willst vom Fachkräftemangel profitieren? Hier ist ein konkreter Aktionsplan:

1
Zielberuf identifizieren
Gleiche deine bisherigen Fähigkeiten mit den 15 Mangelberufen ab. Welche Überschneidungen gibt es? Wo sind Brückenqualifikationen möglich?
2
Beratungsgespräch buchen
Terminiere ein kostenloses Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit. Frage explizit nach dem Bildungsgutschein für Mangelberufe.
3
Weiterbildungsangebote vergleichen
Auf careertune.de findest du geförderte Kurse für alle Mangelberufe – nach Ort, Dauer und Förderbarkeit sortiert.
4
Informationsgespräche führen
Sprich mit 3–5 Menschen, die bereits im Zielberuf arbeiten. LinkedIn ist ideal dafür. Frage nach dem echten Alltag, nicht dem idealisierten Bild.
5
Bewerbung vorbereiten
In Mangelberufen reichen oft bereits Teilqualifikationen für eine erste Stelle. Viele Arbeitgeber bilden Quereinsteiger on the job weiter.
Jetzt ist der beste Zeitpunkt: Der Fachkräftemangel ist ein strukturelles Phänomen, das noch Jahre anhalten wird. Je früher du handelst, desto früher profitierst du von besseren Gehältern, sichereren Stellen und mehr Flexibilität. Wer wartet, lässt Chancen liegen. Mehr: Fachkräftemangel als Chance nutzen und Was ist eine Umschulung?

Häufig gestellte Fragen

In welchen Berufen herrscht 2026 der größte Fachkräftemangel?

Am stärksten betroffen sind IT-Berufe (Fachinformatiker, IT-Systemadministratoren, Data Analysts), Pflegefachkräfte, Handwerker (Elektriker, SHK-Installateure), Logistikfachkräfte und Erzieher. Diese Bereiche haben strukturellen Mangel, der sich in den nächsten Jahren nicht auflösen wird.

Wie viele Stellen sind in Deutschland unbesetzt?

Laut Bundesagentur für Arbeit und IAB sind 2026 über 570.000 Stellen dauerhaft unbesetzt, viele davon seit mehr als 140 Tagen. In einzelnen Branchen wie IT und Pflege übersteigt die Nachfrage das Angebot strukturell um ein Vielfaches.

Kann ich als Quereinsteiger in einen Mangelberuf wechseln?

Ja, besonders in IT und Pflege gibt es viele Quereinsteiger-Programme. Wichtig ist eine gezielte Weiterbildung, die Arbeitgebern signalisiert, dass du die nötigen Grundkenntnisse erworben hast. Viele Firmen schulen selbst ein, wenn sie nicht genug ausgebildete Fachkräfte finden.

Zahlt der Staat die Weiterbildung in Mangelberufen?

Ja. Über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit werden Weiterbildungen in Mangelberufen bevorzugt gefördert. Besonders Umschulungen zu IT-Fachkräften, Pflegefachkräften oder in Handwerksberufe werden häufig zu 100 % finanziert.

Verdient man in Mangelberufen wirklich mehr?

In der Regel ja. Wenn Nachfrage das Angebot übersteigt, steigen Gehälter. Ein erfahrener Elektriker oder Softwareentwickler kann in Deutschland 2026 deutlich mehr verdienen als in Berufen mit Überangebot. Gehaltsaufschläge von 20–30 % beim Wechsel in einen Mangelberuf sind keine Seltenheit.

Wie lange dauert eine Umschulung in einen Mangelberuf?

Eine vollständige Umschulung dauert in der Regel 2 Jahre (Vollzeit). Kürzere Anpassungsqualifikationen und Zertifikatskurse können in 3–12 Monaten abgeschlossen werden. In IT gibt es Bootcamps mit Intensivkursen über 6–9 Monate, die als Einstieg in Fachkräftestellen anerkannt werden.

Welche Mangelberufe sind für Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse geeignet?

IT-Systemadministration und Fachinformatik sind für technisch affine Quereinsteiger gut zugänglich. Pflege hat klare Umschulungsprogramme. Buchhalter-Qualifikationen können berufsbegleitend erworben werden. Logistik und Disposition erfordern oft nur Zertifikatskurse als Einstieg.

Gibt es regionale Unterschiede beim Fachkräftemangel?

Erhebliche. Bayern und Baden-Württemberg haben die niedrigste Arbeitslosigkeit und den schärfsten Wettbewerb um Fachkräfte. Ostdeutschland leidet besonders im Pflege- und Handwerksbereich. In Großstädten ist der IT-Mangel am stärksten, Remote-Arbeit hat den Markt aber verflüssigt.

Können ältere Arbeitnehmer vom Fachkräftemangel profitieren?

Definitiv. Altersbedingte Vorurteile sind in Mangelberufen viel geringer als in gesättigten Märkten. Arbeitgeber, die händeringend suchen, stellen gerne Bewerber 50+ ein. Lebens- und Berufserfahrung wird in Pflege, Handwerk und sozialen Berufen explizit geschätzt.

Wie finde ich heraus, ob mein Zielberuf ein Mangelberuf ist?

Der BA-Engpassbericht (kostenlos auf der Website der Bundesagentur für Arbeit) listet alle offiziellen Engpassberufe auf. Zusätzlich: Schau, wie viele offene Stellen es auf Stepstone oder Indeed in deinem Zielberuf gibt und wie lange sie schon online sind. Lange Laufzeiten signalisieren Mangel.

Was ist der Bildungsgutschein und wie bekomme ich ihn?

Der Bildungsgutschein ist ein Förderinstrument der Bundesagentur für Arbeit, das Weiterbildungskosten übernimmt. Du bekommst ihn nach einem Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit, wenn du arbeitslos oder von Kündigung bedroht bist. Mehr dazu: /ratgeber/bildungsgutschein/beantragen

Welche Weiterbildung lohnt sich am meisten für den Einstieg in einen Mangelberuf?

Das hängt von deinem Ausgangspunkt ab. IT-Umschulungen (Fachinformatiker, Data Analyst, IT-Systemadministrator) sind beliebt und gut gefördert. Pflegeumschulungen sind vollfinanzierbar. Für Handwerksberufe gibt es Anpassungsqualifikationen. Auf careertune.de kannst du passende Angebote vergleichen.

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