Alltagsbegleiter Weiterbildung für Arbeitslose: Der komplette 2025‑Guide zu Förderung, Dauer, Inhalten und Jobchancen
Du bist arbeitslos und suchst einen sinnstiftenden, stabilen Job mit Perspektive? Die Weiterbildung zum Alltagsbegleiter (auch: Betreuungskraft nach § 43b SGB XI) ist einer der beliebtesten geförderten Einstiege in die Pflege- und Betreuungsbranche – ideal für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. In diesem Leitfaden erfährst du alles zu Voraussetzungen, Kostenübernahme durch Jobcenter/Agentur für Arbeit (Bildungsgutschein), Dauer, Inhalten, Gehalt und wie du Schritt für Schritt startest.
Kurzüberblick: Darum lohnt sich die Alltagsbegleiter-Weiterbildung
- Hoher Bedarf: Demografischer Wandel – bundesweit viele offene Stellen in Heimen, Tagespflegen und ambulanten Diensten.
- Quereinstieg möglich: Oft genügen Deutschkenntnisse (B1/B2), Empathie und ein einwandfreies Führungszeugnis.
- Förderung für Arbeitslose: Mit Bildungsgutschein (AZAV) in der Regel 100% kostenfrei, inkl. Lehrmittel; Fahrt- oder Kinderbetreuungskosten oft zusätzlich förderbar.
- Kurz & praxisnah: Häufig 6–12 Wochen inkl. Praxisphase; flexible Online- oder Präsenz-Modelle.
- Gute Jobchancen: Realistische Übernahmechancen nach Praktikum; Einstiegsgehalt je nach Region und Träger.
Was macht ein Alltagsbegleiter? Aufgaben & Abgrenzung
Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter unterstützen pflegebedürftige Menschen – insbesondere mit Demenz – bei der Gestaltung des Tages. Der Fokus liegt auf sozialer Betreuung, nicht auf medizinischer Behandlungspflege.
- Typische Aufgaben: Gespräche führen, Vorlesen, Spazierengehen, Beschäftigungsangebote (z. B. Musik, Basteln), Begleitung zu Terminen, Unterstützung bei einfachen Alltagstätigkeiten.
- Dokumentation: Beobachtungen festhalten, Tagesstrukturen mit dem Team abstimmen.
- Abgrenzung zur Pflege: Keine Behandlungspflege wie Spritzen geben oder Verbände wechseln. Das übernehmen examinierte Pflegekräfte.
Wichtige Begriffe (häufig synonym genutzt): Alltagsbegleiter, Betreuungskraft, zusätzliche Betreuungskraft, § 43b SGB XI, § 53c SGB XI (alt: § 87b). In der Praxis meinen sie meist dieselbe Qualifizierung zur zusätzlichen Betreuungskraft nach § 43b SGB XI (Gesetzestext).
Für wen eignet sich die Weiterbildung – besonders bei Arbeitslosigkeit?
- Quereinsteiger aus Handel, Gastronomie, Logistik, Büro, Erziehung u. a.
- Wiedereinsteiger nach Familienzeit oder längerer Erwerbspause.
- Menschen, die Empathie, Geduld, Belastbarkeit und Freude am Umgang mit älteren oder beeinträchtigten Menschen mitbringen.
Wenn du aktuell arbeitslos bist (ALG I/ALG II/Bürgergeld), ist die Maßnahme besonders interessant: Jobcenter oder Agentur für Arbeit können die Weiterbildung vollständig finanzieren, sofern sie zu deinem Profil und zum Arbeitsmarkt passt.
Voraussetzungen: Das brauchst du für den Start
- Deutschkenntnisse: i. d. R. mindestens B1, teilweise B2 (Nachweis durch Zertifikat oder Einstufungstest des Trägers).
- Gesundheitliche Eignung: Ärztliches Attest; Masernschutz (je nach Einrichtung).
- Führungszeugnis: In der Regel ein erweitertes Führungszeugnis ohne relevante Einträge.
- Motivation & persönliche Eignung: Empathie, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit; oft kurzes Eignungsgespräch.
- Schulabschluss: Kein spezieller Abschluss zwingend notwendig; Hauptschulniveau genügt meistens.
Förderung für Arbeitslose: Bildungsgutschein Schritt für Schritt
Die meisten anerkannten Kurse sind AZAV-zertifiziert und damit förderfähig. So gehst du vor, um die Kostenübernahme zu sichern:
- Beratungstermin beim Jobcenter oder der Agentur für Arbeit vereinbaren.
- Bedarf begründen: Zeige, dass die Qualifizierung deine Chancen auf Beschäftigung deutlich erhöht (z. B. regionale Stellenangebote, eigene Stärken).
- Kurs auswählen: Einen AZAV-zertifizierten Anbieter mit passendem Starttermin und Format (online/präsenz) finden.
- Unterlagen sammeln: Kursbeschreibung, Kostenübersicht, Lehrplan, Nachweise zu Eignung (Sprachniveau, Lebenslauf).
- Bildungsgutschein beantragen: Förderung umfasst i. d. R. Lehrgangskosten, Prüfungen, Lehrmaterial. Optional: Fahrtkosten, Kinderbetreuung oder Unterkunft können beantragt werden.
- Gutschein einlösen: Beim Träger anmelden und Start sichern.
Wichtig: Ohne Bildungsgutschein die Anmeldung nicht finalisieren, wenn du die Förderung brauchst. Manche Träger unterstützen bei der Antragstellung – nutze das.
Kosten: Was wird übernommen?
- Lehrgangsgebühr und Prüfungen
- Lehrmaterial (Skripte, Bücher, ggf. digitale Tools)
- Fahrtkosten zur Teilnahme (nach Antrag)
- Kinderbetreuungskosten (nach individueller Prüfung)
Mit Bildungsgutschein ist die Weiterbildung für dich in der Regel kostenfrei.
Dauer & Ablauf: Wie lange dauert die Alltagsbegleiter-Weiterbildung?
Je nach Anbieter und Bundesland variiert die Struktur leicht. Häufige Modelle:
- Kompakt (6–8 Wochen): Theorie (ca. 160 Unterrichtsstunden) + Praktikum (z. B. 2–4 Wochen).
- Standard (8–12 Wochen): Basiskurs, Praktikum und Aufbaukurs nacheinander; teils mit zusätzlichem Deutsch-/Bewerbungstraining.
- Teilzeit/Online-Hybrid: Längerer Zeitraum, dafür familienfreundlich.
Der Kern orientiert sich meist an der Qualifizierung zur zusätzlichen Betreuungskraft nach § 43b SGB XI (früher 87b): Basiskurs (z. B. 100 UE), Praktikum (z. B. 80 Stunden/2 Wochen) und Aufbaukurs (z. B. 60 UE). Exakte Umfänge variieren.
Inhalte: Das lernst du in der Weiterbildung
- Grundlagen Pflege & Betreuung: Pflegeverständnis, Rollenbild, Ethik, Schweigepflicht.
- Kommunikation & Validation: Gesprächsführung, Umgang mit Demenz, Biografiearbeit, Deeskalation.
- Aktivierung & Beschäftigung: Wahrnehmungsförderung, kreative Angebote, Musik- und Bewegungsübungen, Alltagsgestaltung.
- Recht & Sicherheit: SGB XI-Grundlagen, Hygiene, Arbeitsschutz, Dokumentation, Datenschutz.
- Ernährung & Alltagsunterstützung: Mahlzeitenbegleitung, Trinken, hauswirtschaftliche Basistätigkeiten.
- Praxisphase: Anwendung im Pflegeheim, Tagespflege oder ambulanten Dienst.
- Bewerbungscoaching: Lebenslauf, Vorstellungsgespräch, Arbeitgeberansprache (häufig in geförderten Maßnahmen enthalten).
Online, Präsenz oder Hybrid – was passt zu dir?
- Präsenz: Ideal für praktisches Üben und direkten Austausch.
- Online live: Flexibel, spart Fahrzeit; prüfe Technikvoraussetzungen und Praxisanteile.
- Hybrid: Theorie online, Praxis vor Ort – beliebte Kombination.
Achte darauf, dass der Kurs AZAV-zertifiziert ist (für die Förderung) und dass Praxisanteile realistisch organisiert werden.
Anerkennung & Zertifikat
Am Ende erhältst du ein Trägerzertifikat bzw. Teilnahme-/Prüfungsnachweis über die Qualifikation zur zusätzlichen Betreuungskraft nach § 43b SGB XI. Das ist in der Branche etabliert und wird von Pflegeeinrichtungen in der Regel anerkannt.
Jobchancen, Arbeitgeber & Gehalt
- Arbeitgeber: Pflegeheime, Tagespflegen, ambulante Pflegedienste, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Betreutes Wohnen.
- Einstiegschancen: Sehr gut, oft direkte Übernahme nach Praktikum.
- Gehalt: Regional und tariflich unterschiedlich; häufig ca. 2.200–2.800 € brutto/Monat in Vollzeit, plus mögliche Zuschläge. Mit Erfahrung/Weiterbildungen Entwicklung möglich.
- Arbeitszeiten: Meist tagsüber; in manchen Einrichtungen auch Wochenenden/Feiertage rotierend.
Häufige Stolpersteine – und wie du sie vermeidest
- Fehlende AZAV-Zertifizierung: Dann keine Förderung – prüfe das vorab.
- Unklare Praxisorganisation: Frühzeitig Praktikumsplatz klären (Träger hilft oft).
- Sprachniveau unterschätzt: Vorbereitende Deutschförderung erwägen, wenn B1 wackelig ist.
- Führungszeugnis/Attest zu spät: Früh beantragen, Bearbeitungszeit einplanen.
Checkliste: So sicherst du dir die Förderung als Arbeitslose/r
- Profil schärfen: Warum passt Alltagsbegleitung zu dir?
- Regionale Stellenrecherche: 5–10 passende Stellenanzeigen sammeln.
- AZAV-Kurs wählen: Starttermin, Format, Inhalte prüfen.
- Unterlagen: Lebenslauf, Sprachnachweis, Kursinfos, Kostenaufstellung.
- Beratungstermin: Bildungsgutschein beantragen (inkl. Fahrt-/Kinderbetreuungskosten).
- Anmeldung & Start: Gutschein beim Träger einlösen, Praktikum organisieren.
- Netzwerken im Praktikum: Übernahmechance aktiv nutzen.
FAQ: Alltagsbegleiter-Weiterbildung für Arbeitslose
Ist Alltagsbegleiter eine Umschulung?
Eher eine Weiterqualifizierung beziehungsweise Anpassungsqualifizierung. Sie ist kürzer als klassische Umschulungen (2 Jahre) und richtet sich explizit an Quereinsteiger.
Wie lange bin ich gebunden?
Keine Übernahmeverpflichtung – aber eine Vermittlung in Arbeit ist Ziel der Förderung. Viele Einrichtungen übernehmen Praktikantinnen/Praktikanten.
Kann ich die Weiterbildung online machen?
Ja, viele Anbieter bieten Online- oder Hybrid-Modelle. Wichtig: Praxisanteile müssen weiterhin vor Ort stattfinden.
Brauche ich Pflegeerfahrung?
Nein. Die Weiterbildung ist für Einsteiger konzipiert. Vorerfahrung ist hilfreich, aber keine Pflicht.
Werden Fehlzeiten akzeptiert?
Es gibt Anwesenheitspflichten. Einzelheiten regelt der Träger. Fehlzeiten sollten begründet und nachgeholt werden.
Nächste Schritte: Jetzt passenden Kurs finden und Förderung sichern
Der schnellste Weg zum Start: Vergleiche zertifizierte Anbieter, sichere dir Beratung und beantrage die Förderung – alles möglichst aus einer Hand.
Tipp: Nutze die kostenlose Vergleichsplattform von Careertune: app.careertune.de. Dort kannst du
- AZAV-zertifizierte Alltagsbegleiter-Weiterbildungen gezielt vergleichen (online, Präsenz, Hybrid).
- Starttermine, Inhalte, Dauer und Standorte transparent sehen.
- Kostenübernahme und Bildungsgutschein besser verstehen – inkl. Hilfestellung bei der Antragstellung.
- Mit wenigen Klicks unverbindlich anfragen und kostenlose Beratung erhalten.
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