Arbeitslos? Qualifikation nachholen: Der komplette Leitfaden zu geförderten Abschlüssen, Umschulungen und Weiterbildungen
Du bist arbeitslos, möchtest deine Qualifikation nachholen und suchst eine geförderte Weiterbildung oder Umschulung? Hier bekommst du einen umfassenden, praxisnahen Überblick: Von Bildungsgutschein und Förderungen über Berufsabschluss nachholen (Externenprüfung, Teilqualifikationen) bis zur Auswahl des passenden Kurses und der Bewerbung. Stand: aktuell, mit Blick auf 2025.
Warum jetzt eine Qualifikation nachholen? 7 starke Gründe
- Arbeitsmarktchancen: Gefragte Abschlüsse führen zu stabilen Jobs, besseren Gehältern und mehr Sicherheit.
- Förderungen: Mit Bildungsgutschein sind Kurskosten meist zu 100% gedeckt; zusätzlich sind Fahrtkosten, Lernmittel, Kinderbetreuung oft förderfähig.
- Weiterbildungsgeld: Bei abschlussbezogenen Maßnahmen erhalten Bürgergeld-/ALG‑I‑Beziehende i. d. R. ein monatliches Weiterbildungsgeld (gesetzliche Regelungen beachten).
- Digitalisierung: Neue Skills (IT, Daten, E‑Commerce) öffnen Türen in wachsende Branchen.
- Quereinstieg: Über Umschulung oder Teilqualifikationen (TQ) gelingt der Wechsel in Mangelberufe.
- Planbarkeit: Viele Angebote sind online oder hybrid, Vollzeit oder Teilzeit möglich.
- Anerkennung: Ein IHK/HWK-Abschluss oder ein offiziell anerkanntes Zertifikat macht sich im Lebenslauf bezahlt.
Alle Wege: So kannst du arbeitslos die Qualifikation nachholen
1) Berufsabschluss nachholen (Externenprüfung nach BBiG/HwO)
Wenn du bereits einschlägige Berufserfahrung hast, kannst du über die Externenprüfung direkt zur Abschlussprüfung bei der IHK/HWK zugelassen werden. Üblich ist Berufserfahrung von rund 1,5-facher Ausbildungszeit (z. B. ca. 4,5 Jahre bei einem 3‑jährigen Ausbildungsberuf). Du bereitest dich mit einem Kurs gezielt auf die Prüfung vor.
- Vorteile: Relativ schnell, offizieller Abschluss (IHK/HWK), sehr attraktive Jobchancen.
- Förderung: Häufig über Bildungsgutschein inkl. Prüfungsgebühren, Lernmittel und Fahrtkosten.
- Praxis-Tipp: Sammle Arbeitszeugnisse, Tätigkeitsnachweise, ggf. Portfolio deiner Aufgaben – wichtig für die Zulassung.
2) Umschulung (meist 24 Monate, IHK/HWK-Abschluss)
Wenn du ohne relevanten Abschluss neu starten willst, ist die Umschulung der klassische Weg. Dauer oft 21–24 Monate (verkürzt möglich), mit Theorie beim Bildungsträger plus Praxis im Betrieb.
- Vorteile: Vollwertiger Berufsabschluss, strukturierter Weg in Mangelberufe.
- Förderung: Mit Bildungsgutschein 100% Kurskostenübernahme möglich; teils zusätzliche Leistungen wie Weiterbildungsgeld.
- Formate: Vollzeit, Teilzeit, online/hybrid, Präsenz – je nach Anbieter.
3) Teilqualifikationen (TQ) – Schritt für Schritt zum Abschluss
Teilqualifikationen teilen einen Ausbildungsberuf in Module. Jede TQ schließt mit Kompetenzfeststellung ab. Mit mehreren TQs plus Berufspraxis kannst du später in die Externenprüfung gehen und so den vollen Abschluss erreichen.
- Vorteile: Einstieg jederzeit, schnelle Erfolge, gute Kombination mit Betreuungspflichten.
- Zielgruppen: Menschen ohne Berufsabschluss, Wiedereinsteiger/innen, Personen mit Sprachförderbedarf.
4) Anpassungsqualifizierung & Zertifikatskurse
Kürzere, zielgerichtete Zertifikatskurse (z. B. DATEV, Lohn & Gehalt, E‑Commerce, Lager/Logistik, SAP, CAD, Pflegebasiskurse) bringen dich schnell auf den neuesten Stand und verbessern deine Jobchancen kurzfristig.
5) Schulabschluss nachholen
Fehlt ein Hauptschul‑, Realschulabschluss oder die Fachhochschulreife/Abitur, gibt es staatlich geförderte Wege über Abendschule, Kolleg, Fernlernangebote oder Trägerkurse. Ein höherer Allgemeinbildender Abschluss steigert die Chancen auf Ausbildung und Umschulung.
Förderungen: So finanzierst du deine Weiterbildung
Die wichtigsten Förderinstrumente für Arbeitslose sind:
- Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit/Jobcenter (SGB III/SGB II): Deckt Kurskosten, Prüfungsgebühren und oft Fahrtkosten, Lernmittel, Kinderbetreuung ab. Voraussetzung ist u. a. die AZAV-Zertifizierung des Trägers.
- Weiterbildungsgeld (bei abschlussbezogenen Maßnahmen; z. B. Umschulung, TQ mit Abschlussziel): Zusätzliches monatliches Geld, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
- Bürgergeld-Bonus (für längerfristige, nicht-abschlussbezogene Weiterbildungen): Monatlicher Bonus bei Maßnahmen > 8 Wochen, sofern Voraussetzungen vorliegen.
- Weitere Leistungen: Fahrtkosten, auswärtige Unterbringung, Kinderbetreuungskosten – je nach individueller Situation.
Wichtig: Die Förderung ist immer Einzelfallentscheidung. Sprich frühzeitig mit deiner Beratung bei Agentur für Arbeit/Jobcenter und kläre, welche Leistung für dich passt.
In 9 Schritten zur geförderten Qualifikation
- Ziel klären: Willst du einen Berufsabschluss nachholen, umschulen oder ein Zertifikat erwerben?
- Kompetenzen prüfen: Welche Berufserfahrung, Stärken, Sprach- und Digitalskills bringst du mit?
- Beratungstermin vereinbaren: Agentur für Arbeit/Jobcenter – Optionen und Förderung durchsprechen.
- Anbieter & Kurse vergleichen: Dauer, Starttermine, Unterrichtsform, Prüfungsquote, Jobvermittlung, Bewertungen.
- AZAV-Prüfung: Achte auf AZAV-zertifizierte Träger – sonst keine Förderung.
- Bildungsgutschein beantragen: Bedarfsbegründung, Kursangebot, Berufsziel, Arbeitsmarktchancen darlegen.
- Anmeldung & Unterlagen: Zeugnisse, Lebenslauf, Nachweise über Berufspraxis (für Externenprüfung).
- Start & Durchhalten: Lernplan, Lernort, Kinderbetreuung, Motivation, ggf. Nachhilfe/Coaching.
- Prüfung & Einstieg: Praktikum/Netzwerken, Bewerbungsunterlagen aktualisieren, Vorstellungsgespräche.
Gefragte Berufsziele, die sich gut fördern lassen
- Kaufmännisch: Kaufmann/-frau für Büromanagement, E‑Commerce, Groß- und Außenhandel, Finanzbuchhaltung/DATEV, Lohn & Gehalt.
- IT & Digital: Fachinformatik (Umschulung), IT‑Support, Systemadministration, Datenanalyse-Basics, Webentwicklung, Online-Marketing.
- Logistik & Produktion: Fachlagerist/in, Fachkraft Lagerlogistik, Gabelstaplerschein, Qualitätsmanagement-Basics.
- Gesundheit & Pflege: Pflegebasiskurse, Betreuungsassistenz §53c/§43b, medizinische/r Fachangestellte/r (regional), Praxisorganisation.
- Handwerk & Technik: Anlagenmechanik, Elektro-Basics (nach VDE), Schweißen, CNC; später ggf. Meister (Aufstiegs-BAföG).
- Sprache & Integration: Berufssprachkurse (DeuFöV), Fachsprache für Büro/Medizin/Handwerk.
Externenprüfung vs. Umschulung vs. TQ: Welche Route passt zu dir?
- Externenprüfung: Du hast viel Berufserfahrung im Zielberuf oder sehr ähnliche Tätigkeiten ausgeübt. Ziel: schnell zum IHK/HWK-Abschluss.
- Umschulung: Du möchtest in einen neuen Beruf wechseln und einen vollwertigen Abschluss – ideal, wenn du noch wenig Vorerfahrung hast.
- Teilqualifikationen: Du brauchst flexible, modulare Schritte – z. B. wegen Betreuung, gesundheitlicher Einschränkungen oder zur Orientierung.
Voraussetzungen für Förderung (Kurz-Check)
- Arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht (ALG I/II bzw. Bürgergeld) oder fehlender Berufsabschluss.
- Erforderlichkeit: Maßnahme verbessert nachweislich deine Vermittlungschancen.
- AZAV-zertifizierter Anbieter und passendes Berufsziel.
- Ausreichende Teilnahmefähigkeit: z. B. Deutschkenntnisse, zeitliche Verfügbarkeit, ggf. ärztliche Eignung.
So überzeugst du die Arbeitsagentur/das Jobcenter
- Arbeitsmarktbezug: Zeige Stellenanzeigen, die den Abschluss/Skill explizit verlangen.
- Klarer Plan: Berufsziel, Kurswahl, Dauer, Prüfung, Einstieg – alles logisch begründet.
- Vergleich: Mindestens 2–3 Anbieter prüfen (Qualität, Prüfungsquoten, Support).
- Hürden antizipieren: Kinderbetreuung, Pendelwege, Technik – wie löst du das?
- Nachweise: Lebenslauf, Zeugnisse, Praxisbelege (für Externenprüfung besonders wichtig).
Teilzeit, Online, Hybrid: Flexibel qualifizieren
Viele Kurse bieten Teilzeit (z. B. 20–30 Std./Woche), Online-Liveunterricht oder hybride Modelle. Das erleichtert die Vereinbarkeit mit Familie, Nebenjob oder gesundheitlichen Bedürfnissen. Frage nach:
- Technikpaketen (z. B. Leihlaptop),
- Aufzeichnungen bzw. E‑Learning-Bibliotheken,
- Nachhilfe/Coaching, Prüfungsvorbereitung,
- Vermittlungs- und Bewerbungsunterstützung.
Häufige Fragen (FAQ)
Bekomme ich während der Weiterbildung weiterhin Geld?
Bei geförderten Maßnahmen wird in der Regel dein ALG I/Bürgergeld weitergezahlt. Zusätzlich können – je nach Maßnahme und Rechtslage – Weiterbildungsgeld bzw. Bürgergeld-Bonus gezahlt werden. Sprich das im Beratungstermin unbedingt an.
Wie lange dauert es, die Qualifikation nachzuholen?
- Umschulung: meist 21–24 Monate.
- Externenprüfung: 6–12 Monate Vorbereitung sind üblich (abhängig von Vorerfahrung).
- Teilqualifikationen: je Modul 2–6 Monate; mehrere Module führen perspektivisch zum Abschluss.
- Zertifikatskurse: Wochen bis wenige Monate.
Brauche ich gute Deutschkenntnisse?
Für abschlussbezogene Lehrgänge sind solide Sprachkenntnisse wichtig. Berufssprachkurse können gefördert werden. Frage nach sprachsensibler Prüfungsvorbereitung.
Geht das auch in Teilzeit?
Ja, viele Maßnahmen werden in Teilzeit angeboten. Das ist z. B. bei Betreuungspflichten oder gesundheitlichen Einschränkungen sinnvoll.
Wie finde ich einen seriösen Anbieter?
- AZAV-Zertifizierung prüfen (Voraussetzung für Bildungsgutschein).
- Prüfungsquoten und Vermittlungsquote erfragen.
- Bewertungen, Dozierendenprofil, Praxisanteile, Unternehmensnetzwerk.
- Transparente Kosten und Supportleistungen (Technik, Coaching, Bewerbung).
Checkliste: Unterlagen für den Beratungstermin
- Aktueller Lebenslauf und Zeugnisse (Schule, ggf. Ausbildung).
- Nachweise über Berufspraxis (Arbeitszeugnisse, Tätigkeitsbeschreibungen).
- Konkretes Kursangebot (Link, Start, Dauer, Kosten, AZAV).
- Begründung: Warum dieser Beruf? Welche Stellenanzeigen? Welche Perspektiven?
- Organisationsplan: Kinderbetreuung, Fahrtweg, Technik, Lernzeiten.
Fehler vermeiden: Darauf solltest du achten
- Ohne Bildungsgutschein starten: Beginne die Maßnahme erst, wenn die Förderung schriftlich bewilligt ist.
- Falscher Kurs: Wähle Angebote mit klarem Berufsbezug und guter Vermittlungsquote.
- Unterschätze den Aufwand: Plane Lernzeiten fest ein; nutze Coaching, wenn verfügbar.
- Keine Alternativen: Immer 2–3 passende Kurse vergleichen – Qualität variiert stark.
So überzeugst du in Bewerbungen nach der Weiterbildung
- Kompetenzen sichtbar machen: Projekte, Praxisphasen, Zertifikate, Tools (z. B. SAP, DATEV, HTML, CRM).
- Storytelling: Warum der Wechsel? Was motiviert dich? Welche Probleme kannst du im Unternehmen lösen?
- Referenzen/Praktikum: Praktika strategisch nutzen, um Kontakte und Referenzen aufzubauen.
- Aktualisierte Profile: LinkedIn/XING und Jobbörsen mit konkreten Suchbegriffen füttern.
Rechtliches & Formalien in Kürze
- Rechtsgrundlagen: SGB III/SGB II (Förderung), BBiG/HwO (Berufe), AZAV (Zertifizierung), IHK/HWK-Prüfungsordnungen.
- Vertrag & Widerruf: Prüfe Fristen, Leistungen, Prüfungsgebühren, Zusatzkosten (sollten vom Gutschein gedeckt sein).
- Nachweise: Anwesenheits- und Leistungsnachweise sind wichtig für die Förderung.
Beispiele für Suchbegriffe, die dir helfen
- "arbeitslos qualifikation nachholen"
- "berufsabschluss nachholen ohne ausbildung"
- "umschulung mit bildungsgutschein"
- "teilqualifikationen IHK"
- "externenprüfung IHK zulassung"
- "geförderte weiterbildung jobcenter"
Fazit: Jetzt die Weichen stellen
Arbeitslosigkeit ist die Chance, deine Qualifikation nachzuholen und dich zukunftssicher aufzustellen. Ob Umschulung, Externenprüfung, Teilqualifikationen oder Zertifikatskurs – mit dem richtigen Plan und der passenden Förderung kommst du zügig ans Ziel. Vergleiche Angebote sorgfältig, sichere dir den Bildungsgutschein und starte strukturiert in deinen neuen Abschnitt.
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- Nur geprüfte Anbieter: AZAV-Zertifizierung, transparente Infos, Starttermine, Formate (online, hybrid, Präsenz).
- Personalisierte Filter: Berufsziel, Dauer, Teilzeit/Vollzeit, Bundesland, Unterrichtsart.
- Vergleich auf einen Blick: Inhalte, Prüfungsquoten (wenn verfügbar), Supportleistungen, Bewertungen.
- Förderfit: Hinweise zum Bildungsgutschein und was du für die Bewilligung brauchst.
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Hinweis: Förderkonditionen (z. B. Weiterbildungsgeld/Bürgergeld-Bonus) können sich ändern. Verbindliche Auskünfte erteilt deine zuständige Agentur für Arbeit bzw. dein Jobcenter.