Dec 19, 2025

Arbeitslos? Staatliche Kurse & geförderte Weiterbildungen: Der komplette Leitfaden 2025

Arbeitslos? Staatliche Kurse & geförderte Weiterbildungen: Der komplette Leitfaden 2025

Arbeitslos? Staatliche Kurse & geförderte Weiterbildungen: Der komplette Leitfaden 2025

Arbeitslos staatliche Kurse – wenn du deinen nächsten Karriereschritt planst, aber die Kosten dich bremsen, ist dieser Leitfaden für dich. Hier erfährst du, welche staatlich geförderten Weiterbildungen, Umschulungen, Coachings und Sprachkurse es gibt, wie du sie beantragst, welche Voraussetzungen gelten und wie du die passende Maßnahme wählst, die dich schnell zurück in den Job bringt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind staatliche Kurse für Arbeitslose?
  2. Förderungen: Bildungsgutschein, AVGS, Bürgergeld-Bonus & mehr
  3. Wer hat Anspruch? Voraussetzungen & Zielgruppen
  4. Welche Kosten werden übernommen?
  5. So beantragst du die Förderung (Schritt-für-Schritt)
  6. Beliebte Kursarten & Berufe mit Zukunft
  7. So wählst du die richtige Weiterbildung
  8. Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
  9. FAQ: Häufige Fragen zu staatlichen Kursen
  10. Tipp: Kurse kostenlos vergleichen und Förderung sichern

Was sind staatliche Kurse für Arbeitslose?

Unter staatlichen Kursen versteht man Qualifizierungen, die durch Agentur für Arbeit oder Jobcenter (SGB III / SGB II) oder andere öffentliche Träger mitfinanziert werden. Ziel ist, deine Beschäftigungsfähigkeit zu stärken und eine nachhaltige Vermittlung in Arbeit zu erreichen.

Typische Maßnahmen:

  • Weiterbildung (mit Zertifikat, z. B. SAP, Buchhaltung, IT, Pflege)
  • Umschulung (kompletter Berufsabschluss, z. B. IHK)
  • AVGS-Coaching (individuelles Bewerbungs- & Karrierecoaching)
  • Sprachkurse (Deutsch B1–C1, berufsbezogen; teils BAMF/BA gefördert)
  • Maßnahmen zur Aktivierung (Potenzialanalyse, Eignungsfeststellung, Bewerbungstraining)

Wichtig: Förderfähige Kurse sind in der Regel AZAV-zertifiziert (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung). Achte auf die AZAV-Zulassung von Träger und Maßnahme.

Förderungen: Bildungsgutschein, AVGS, Bürgergeld-Bonus & mehr

1) Bildungsgutschein (BGS)

Der Bildungsgutschein ist die zentrale Förderung für Weiterbildungen und Umschulungen. Er sichert die Kostenübernahme zu, wenn die Maßnahme deine Jobchancen erheblich verbessert.

  • Geeignet für: Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte, Berufsrückkehrer, Geringqualifizierte
  • Deckung: Kursgebühren, Prüfungen, ggf. Fahrkosten, Lernmittel; Lebensunterhalt über ALG I oder Bürgergeld
  • Dauer: von wenigen Wochen bis zu 24+ Monaten (Umschulungen)

2) Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS)

Der AVGS fördert kurze, praxisnahe Coachings und Aktivierungsmaßnahmen — ideal, um schnell Bewerbungsunterlagen, Selbstvermarktung, Networking und Jobinterviews zu optimieren.

  • Geeignet für: Arbeitslose und Jobsuchende (ALG I, Bürgergeld), teils auch Berufseinsteiger
  • Dauer: oft 4–12 Wochen, individuell
  • Formate: 1:1-Coaching, Gruppenmaßnahmen, Online/Hybrid

3) Bürgergeld-Bonus und Weiterbildungsgeld

Für Leistungsbeziehende nach SGB II (Bürgergeld) gibt es je nach Maßnahme monetäre Anreize, z. B. Weiterbildungsgeld oder Bürgergeld-Bonus. Die konkrete Ausgestaltung kann variieren; sprich deine Ansprechperson im Jobcenter an.

  • Weiterbildungsgeld: monatlicher Zuschuss bei längerfristigen Qualifizierungen mit Berufsabschluss
  • Bürgergeld-Bonus: monatlicher Zuschuss für förderfähige Weiterbildungen, die deine Chancen verbessern

Hinweis: Details (Höhe, Anspruch, Kombination mit Leistungen) können sich ändern. Lass dich individuell beraten.

Wer hat Anspruch? Voraussetzungen & Zielgruppen

Grundsätzlich können gefördert werden:

  • Arbeitslose mit ALG I oder Bürgergeld
  • Von Arbeitslosigkeit bedrohte (z. B. befristete Verträge, drohende Kündigung)
  • Geringqualifizierte ohne verwertbaren Abschluss oder mit nicht mehr nachgefragter Qualifikation
  • Berufsrückkehrende (z. B. nach Elternzeit, Pflegezeiten)
  • Menschen mit Migrationsgeschichte (z. B. berufsbezogene Deutschkurse)

Wichtige Kriterien in der Praxis:

  • Arbeitsmarktbezug: Der Kurs muss deine Vermittlungschancen deutlich erhöhen.
  • Eignung: Vorkenntnisse, Sprachstand, gesundheitliche Eignung, Motivation.
  • Passgenauigkeit: Maßnahme passt zu Zielberuf, Region und Stellenlage.
  • AZAV-Zulassung: Träger und Maßnahme müssen zugelassen sein.

Welche Kosten werden übernommen?

Je nach Förderart können übernommen werden:

  • Kurs- und Prüfungsgebühren (inkl. Zertifikate wie IHK, SAP, PRINCE2, Scrum)
  • Lernmittel (Fachliteratur, Software-Lizenzen)
  • Fahrtkosten (ÖPNV, ggf. Kilometergeld)
  • Unterbringung/Verpflegung bei auswärtiger Teilnahme (nach Vorgaben)
  • Kinderbetreuungskosten (ggf. Zuschüsse)

Lebensunterhalt: Während der Maßnahme läuft in der Regel dein ALG I oder Bürgergeld weiter. Ob zusätzliche Leistungen (z. B. Weiterbildungsgeld) gewährt werden, klärst du mit deiner zuständigen Stelle.

So beantragst du die Förderung (Schritt-für-Schritt)

  1. Arbeitsuchend melden
    Spätestens drei Monate vor Ende deines Arbeitsverhältnisses bzw. sofort nach Kündigung/Arbeitslosigkeit bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter melden.
  2. Beratungstermin vereinbaren
    Dein Fallmanager oder deine Vermittlungsfachkraft bespricht Ziele, Eignung und Förderoptionen.
  3. Passenden Kurs recherchieren
    Nutze z. B. das Weiterbildungsportal der BA (KURSNET) oder eine Vergleichsplattform. Achte auf AZAV, Starttermine, Dauer, Abschluss.
  4. Angebot & Unterlagen einholen
    Vom Träger: Kursbeschreibung, AZAV-Nachweis, Dauer/Umfang, Start/Ende, Kosten, Unterrichtsform (online/präsenz). Bereite Lebenslauf und Motivation vor.
  5. Antrag stellen
    Beantrage den Bildungsgutschein oder AVGS. Begründe konkret, warum die Maßnahme deine Vermittlungschancen erhöht (Stellenrecherche, Marktbedarf, Matching mit Profil).
  6. Entscheidung abwarten
    Bei Zusage erhältst du den Gutschein mit Gültigkeitsdauer, Region und Zielberuf. Reiche ihn beim Träger ein.
  7. Start & Teilnahme
    Zum Kursstart anwesend sein, Anwesenheitspflichten erfüllen, Prüfungen ablegen. Bei Problemen sofort deinen Ansprechpartner informieren.

Tipp: Nimm zum Beratungstermin eine kleine Mappe mit: Lebenslauf, Stellenanzeigen (Beleg für Nachfrage), Kursangebot, AZAV-Nachweis, Plan B (Alternative).

Beliebte Kursarten & Berufe mit Zukunft

Digital & IT

  • Grundlagen & Office: Excel, PowerPoint, digitale Kompetenzen
  • Daten & Cloud: Data Analytics, Power BI, Azure/AWS Basics
  • Programmierung: Python, Webentwicklung (HTML/CSS/JS), Java
  • IT-Support: Helpdesk, CompTIA A+, Netzwerke
  • Projekt & Agile: Scrum Master, PRINCE2

Kaufmännisch & Verwaltung

  • Buchhaltung & Lohn: DATEV, Lexware, Finanzbuchhaltung
  • Controlling & SAP: SAP FI/CO, MM/SD
  • Office-Management: Assistenz, kaufmännische Sachbearbeitung

Gesundheit, Pflege & Soziales

  • Pflegebasiskurse, Betreuungskraft nach § 43b/53c SGB XI
  • Hygiene, Dokumentation, Kommunikation
  • Therapie-/Betreuungsassistenz (je nach Vorbildung)

Logistik & Handwerk

  • Lager & Logistik: Flurförderzeuge, Wareneingang/-ausgang, SAP EWM
  • Qualität & Sicherheit: Sicherheitsfachkraft, Arbeitsschutz
  • Elektro/Metall: Schweißen, CNC-Grundlagen (regional unterschiedlich)

Sprache & Integration

  • Deutschkurse B1–C1 (berufsbezogen, z. T. BAMF/BA gefördert)
  • Berufsdeutsch: Pflege, Handwerk, IT, kaufmännische Schwerpunkte

Umschulungen (IHK/Handwerkskammer)

  • Fachinformatiker, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Industriekaufmann/-frau, Speditionskaufmann/-frau u. v. m.
  • Dauer: meist 16–24 Monate plus Prüfung

So wählst du die richtige Weiterbildung

Prüfe die Maßnahme an diesen Punkten:

  • Arbeitsmarktfit: Gibt es in deiner Region viele passende Stellen? Belege mit 3–5 aktuellen Stellenanzeigen.
  • Abschluss & Zertifikate: Anerkannte Zertifikate (z. B. IHK, SAP, Scrum) erhöhen die Chancen.
  • AZAV-Zulassung: Muss vorliegen – ohne keine Förderung.
  • Lernform: Präsenz, online-live, hybrid; Vollzeit/Teilzeit; barrierearm.
  • Didaktik & Betreuung: Erfahrene Dozenten, Übungsanteile, Coaching, Bewerbungshilfe.
  • Vermittlungsquote: Nachweise über erfolgreiche Absolventen sind ein Plus.
  • Starttermine & Flexibilität: Mehrere Einstiege, Nachholmöglichkeiten, Prüfungscoaching.

Checkliste zum Mitnehmen

  • AZAV-Bestätigung (Träger & Maßnahme)
  • Genaue Kursbeschreibung mit Inhalten, Dauer, Stundenumfang
  • Kostenübersicht inkl. Prüfungen und Lernmittel
  • Nachweis über anerkannte Zertifikate
  • Beispiele aktueller Stellenanzeigen im Zielberuf

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Unklare Zielsetzung: Definiere klar, welcher Job nach der Maßnahme realistisch ist.
  • Ohne AZAV-Nachweis beantragen: Verzögert oder verhindert die Förderung.
  • Zu allgemeine Begründung: Belege den Nutzen mit Stellenanzeigen und Kompetenzlücken.
  • Falsches Kursniveau: Wähle Inhalte, die zu deinem Vorwissen passen.
  • Fristen versäumen: Bildungsgutscheine haben Gültigkeitszeiträume – rechtzeitig starten.
  • Fehlende Kommunikation: Bei Krankheit/Problemen sofort Träger und Vermittlung informieren.

FAQ: Häufige Fragen zu staatlichen Kursen

Kann ich staatliche Kurse auch online absolvieren?

Ja. Viele AZAV-zertifizierte Träger bieten online-live oder hybride Formate an. Sie sind förderfähig, sofern alle Vorgaben erfüllt sind.

Darf ich während der Maßnahme arbeiten?

Teilzeitjobs sind oft möglich, solange Teilnahme- und Lernzeiten nicht beeinträchtigt werden und die Maßnahme der Vermittlung nicht entgegensteht. Abstimmung mit deiner Ansprechperson ist Pflicht.

Was passiert, wenn ich den Kurs abbrechen muss?

Unbedingt sofort mit Träger und Vermittlungsfachkraft sprechen. Bei triftigen Gründen kann umgeplant werden. Unentschuldigtes Fehlen kann zu Leistungskürzungen führen.

Wie lange dauert es, bis der Bildungsgutschein bewilligt ist?

Je nach Region und Fall wenige Tage bis mehrere Wochen. Plane 2–4 Wochen Vorlauf ein.

Werden Prüfungsgebühren übernommen?

In der Regel ja, wenn die Prüfung Bestandteil der Maßnahme ist. Kläre dies im Angebot des Trägers.

Kann ich den Bildungsgutschein frei einlösen?

Er ist üblicherweise auf Zielberuf/Qualifizierungsziel, Region und Gültigkeitsdauer beschränkt. Innerhalb dieser Grenzen kannst du einen passenden AZAV-Träger auswählen.

Wie oft kann ich eine Förderung bekommen?

Es gibt keine starre Obergrenze, entscheidend ist die Erforderlichkeit für deine Integration in Arbeit. Häufig wird eine zusammenhängende Qualifizierung bevorzugt.

Gilt die Förderung auch ohne Schulabschluss?

Ja, besonders für Geringqualifizierte gibt es Angebote inkl. Teilqualifikationen, die schrittweise zu einem Berufsabschluss führen können.

Praxisbeispiel: So überzeugst du im Beratungsgespräch

Statt: „Ich möchte irgendwas mit IT machen.“

Besser: „Ich bewerbe mich auf IT-Support-Stellen in Region X. Mir fehlen aktuell Ticket-System-, Netzwerk- und Fehleranalyse-Skills. Der AZAV-Kurs ‚IT-Support Essentials (online-live, 12 Wochen)‘ schließt genau diese Lücke und führt zum Zertifikat X. Hier sind 5 aktuelle Stellenanzeigen, die genau diese Kenntnisse verlangen.“

Arbeitsmarkt 2025: Bereiche mit hoher Nachfrage

  • IT & Digitalisierung: Support, Daten, Cybersecurity (Einstieg über Grundkurse)
  • Pflege & Soziales: Betreuungskräfte, Pflegehelfer, medizinische Verwaltung
  • Logistik: Lager/Kommissionierung, Disposition, SAP EWM
  • Kaufmännisch: Buchhaltung, Lohnabrechnung, Inside Sales
  • Erneuerbare Energien: Grundlagen PV/Elektro (regional/zugangsbeschränkt)

Nützliche Quellen

Tipp: Kurse kostenlos vergleichen und Förderung sichern

Du möchtest schnell den passenden, staatlich geförderten Kurs finden und Fehler beim Antrag vermeiden? Nutze unsere kostenlose Vergleichsplattform: app.careertune.de

Vorteile auf einen Blick:

  • Kostenlos vergleichen: Tausende AZAV-zertifizierte Kurse, Umschulungen und Coachings
  • Gezielt filtern: Bildungsgutschein, AVGS, online/präsenz, Dauer, Starttermin, Region
  • Transparenz: Detaillierte Kursprofile, Inhalte, Abschlüsse, Bewertungen
  • Schneller Überblick: Verfügbarkeit und freie Plätze in Echtzeit (sofern vom Träger bereitgestellt)
  • Unterstützung beim Antrag: Checklisten, Vorlagen, Ansprechpartner

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Hinweis: Rechtliche Rahmenbedingungen können sich ändern. Verbindlich ist die Auskunft deiner zuständigen Agentur für Arbeit bzw. deines Jobcenters.

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