Dec 19, 2025

Geförderte Weiterbildung 2025: So bekommst du sie – Schritt-für-Schritt, Voraussetzungen, Förderprogramme

Geförderte Weiterbildung 2025: So bekommst du sie – Schritt-für-Schritt, Voraussetzungen, Förderprogramme

Wie bekomme ich eine geförderte Weiterbildung? Der umfassende 2025-Guide

Du willst deine Karriere voranbringen – aber die Kurskosten sollen gefördert werden? In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine geförderte Weiterbildung bekommst, welche Förderprogramme es 2025 in Deutschland gibt (Agentur für Arbeit, Jobcenter, Arbeitgeber-Förderung, Aufstiegs-BAföG u. a.) und wie du deine Chancen auf Bewilligung maximierst. Mit Checklisten, Praxis-Tipps und konkreten Formulierungen für dein Beratungsgespräch.

Was bedeutet „geförderte Weiterbildung“?

Eine geförderte Weiterbildung ist eine berufliche Qualifizierung, deren Kosten ganz oder teilweise von öffentlichen Stellen oder dem Arbeitgeber übernommen werden. Dazu zählen auch Umschulungen, Teilqualifikationen, Zertifikatskurse, Coachings und prüfungsvorbereitende Maßnahmen. Die Förderung kann umfassen:

  • Kurs- und Prüfungsgebühren (oft 100 %)
  • Fahrtkosten, auswärtige Unterbringung, Lernmittel
  • Kinderbetreuungskosten während der Maßnahme
  • Lohnkostenzuschüsse an den Arbeitgeber während deiner Teilnahme
  • Monatliche Boni bei bestimmten Programmen (z. B. Weiterbildungsgeld)

Welche Förderprogramme kommen für dich infrage?

Je nach Ausgangslage kommen unterschiedliche Programme in Betracht. Die wichtigsten im Überblick:

1) Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit/Jobcenter)

Der Bildungsgutschein ist das bekannteste Instrument für Arbeitsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen oder Bürgergeld-Beziehende. Er deckt bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel 100 % der Kurskosten ab und kann Reise-, Unterbringungs-, Lernmittel- und Kinderbetreuungskosten einschließen.

  • Voraussetzungen: Die Weiterbildung muss deine Vermittlungschancen deutlich verbessern, beruflich geeignet sein und zeitnah zu einem Job führen können.
  • Formate: Vollzeit, Teilzeit, Präsenz, online oder hybrid – wichtig ist die AZAV-Zertifizierung des Anbieters und der Maßnahme.
  • Gültigkeit: Der Gutschein ist befristet; melde dich innerhalb der Frist an und starte im angegebenen Zeitraum.

Wichtig: Ein Bildungsgutschein ist personenbezogen und nicht übertragbar. Du entscheidest mit, welche Maßnahme und welcher Träger passt – solange beides zertifiziert ist.

2) AVGS – Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

Der AVGS ist kein Bildungsgutschein für mehrmonatige Kurse, sondern finanziert Coachings, Bewerbungs- und Integrationsmaßnahmen sowie private Arbeitsvermittlung. Er ist dennoch oft der erste, schnelle Schritt, um deine Zielrolle zu klären, Bewerbungsunterlagen zu schärfen und anschließend gezielt einen Bildungsgutschein zu beantragen.

3) Bürgergeld: Weiterbildungsgeld und Bonus

  • Weiterbildungsgeld: Für Bürgergeld-Beziehende gibt es monatlich 150 € zusätzlich bei Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung mit Abschluss (z. B. Umschulung, Teilqualifikation mit Abschlussorientierung).
  • Bürgergeld-Bonus: Für kürzere, arbeitsmarktnahe Maßnahmen ab bestimmter Mindestdauer (z. B. ab 8 Wochen) gibt es monatlich 75 € Bonus.

Diese Leistungen werden zusätzlich zur Übernahme der Lehrgangskosten gewährt und sollen die Teilnahme attraktiver machen.

4) Förderung für Beschäftigte: Qualifizierungschancengesetz & Qualifizierungsgeld

Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können gefördert werden – besonders bei Digitalisierung, Transformation oder Fachkräftebedarf.

  • Qualifizierungschancengesetz (QCG): Förderfähige Weiterbildungen können mit Übernahme der Lehrgangskosten und Lohnkostenzuschüssen unterstützt werden. Die Förderhöhe hängt u. a. von Unternehmensgröße, Kursart und Zielgruppe ab (höhere Sätze für Geringqualifizierte/Ältere, kleinere Firmen).
  • Qualifizierungsgeld: Für Betriebe im strukturellen Wandel, wenn Tätigkeiten wegfallen und Qualifizierung Beschäftigung sichert – ähnlich wie Kurzarbeitergeld, aber an Weiterbildung gekoppelt.

Tipp: Sprich mit HR/Personalabteilung. Die Agentur für Arbeit berät Unternehmen und übernimmt Antrag und Abwicklung.

5) Aufstiegs-BAföG (AFBG)

Für Aufstiegsfortbildungen wie Meister/-in, Fachwirt/-in, Techniker/-in, Betriebswirt/-in. Das AFBG kombiniert Zuschüsse (nicht rückzahlbar) und günstige Darlehen (KfW); in vielen Fällen wird ein großer Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Es ist altersoffen und auch in Teilzeit möglich.

6) Weiterbildungsstipendium (SBB)

Das Weiterbildungsstipendium der SBB fördert beruflich besonders Engagierte mit abgeschlossener Berufsausbildung (Alters- und Leistungsgrenzen beachten). Es können – je nach Programmjahr – insgesamt bis zu mehreren tausend Euro für qualifizierende Lehrgänge übernommen werden.

7) Landesprogramme & Bildungschecks

Viele Bundesländer (z. B. NRW, Brandenburg, Sachsen, Hamburg) bieten Bildungsschecks oder Zuschussprogramme für Beschäftigte und KMU. Konditionen variieren: Prüfe Landesportale oder frage bei deiner IHK/HWK nach aktuellen Programmen.

8) Bildungsurlaub

Bildungsurlaub ist bezahlte Freistellung (meist 5 Tage/Jahr) – keine Kostenförderung. Du kannst ihn mit anderen Förderungen kombinieren, um Teilnahmezeiten abzudecken.


Schritt-für-Schritt: So bekommst du deine geförderte Weiterbildung

  1. Ziel klären: Welche Rolle strebst du an? Welche Kompetenzen fehlen? Lies aktuelle Stellenanzeigen und markiere geforderte Skills, Zertifikate und Tools.

  2. Passende Maßnahme finden: Suche nach AZAV-zertifizierten Kursen (wichtig für Bildungsgutschein) oder anerkannten Aufstiegsfortbildungen. Vergleiche Inhalte, Dauer, Jobchancen und Starttermine.

    Tipp: Nutze unsere kostenfreie Vergleichsplattform für geförderte Weiterbildungen: app.careertune.de. Dort findest du zertifizierte Angebote, Filter nach Förderfähigkeit und kannst unverbindlich beraten werden.

  3. Unterlagen vorbereiten:

    • Aktueller Lebenslauf und (falls vorhanden) Zeugnisse
    • Kursdatenblatt/Angebot mit AZAV-Nachweis, Kosten, Dauer, Start
    • Begründung, warum die Maßnahme deine Jobchancen erhöht (Bezug zu Stellenanzeigen)
    • Optional: Arbeitszeugnisse, Nachweise bisheriger Bewerbungen
    • Bei Eltern: Nachweis Kinderbetreuung (wenn notwendig)
  4. Beratungstermin vereinbaren: Melde dich bei Agentur für Arbeit (arbeitsuchend/arbeitslos) oder Jobcenter (Bürgergeld). Beschäftigte sprechen mit HR und ggf. dem Arbeitgeberservice der BA.

  5. Überzeugend argumentieren: Zeige den Arbeitsmarktnutzen. Bringe 3–5 Stellenanzeigen mit, die die geforderten Skills deiner Maßnahme widerspiegeln. Betone:

    • Konkrete Fähigkeitslücke und wie der Kurs sie schließt
    • Relevanz für Engpassberufe/Branchen mit Bedarf
    • Realistische Vermittlungschance nach Abschluss
    • Organisatorische Machbarkeit (Kinderbetreuung, Lernzeiten, Technik)
  6. Bildungsgutschein/Bewilligung erhalten: Prüfe Fristen, Geltungsbereich (Kurs, Träger, Ort, Dauer) und sorge für rechtzeitige Anmeldung.

  7. Anmeldung & Start: Reiche den Gutschein/ Bescheid beim Träger ein, erhalte die Bestätigung und starte. Hebe Belege (Fahrten, Lernmittel) für Erstattungen auf.

Voraussetzungen – wann wird gefördert?

Für Bildungsgutschein (Arbeitsagentur/Jobcenter):

  • Du bist arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder deine Vermittlungschancen ohne Weiterbildung sind gering.
  • Die Maßnahme ist erforderlich, geeignet und angemessen (SGB III/SGB II).
  • AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme liegt vor.
  • Konkrete Aussicht auf Beschäftigung (z. B. belegt durch Stellenanzeigen, Trägernetzwerk, Praktikumszusagen).

Für Beschäftigte (QCG/Qualifizierungsgeld):

  • Die Qualifizierung dient dem Erhalt oder der Erweiterung deiner beruflichen Handlungsfähigkeit (Digitalisierung, neue Technologien, Strukturwandel).
  • Arbeitgeber beantragt die Förderung; Kurskosten und Lohnzuschüsse sind je nach Unternehmensgröße möglich.

Checkliste: Unterlagen für deinen Antrag

  • Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. Profil der Bundesagentur (Online-Account)
  • Kursbeschreibung mit Lernzielen, Dauer, AZAV-Nachweis, Kosten
  • 3–5 relevante Stellenanzeigen als Bedarfssignal
  • Individuelle Begründung (Skill-Gap, Berufsziel, Arbeitsmarkt)
  • Organisationsplan (Kinderbetreuung, ggf. Teilzeit/Hybrid möglich)
  • Bei Beschäftigten: Bestätigung des Arbeitgebers, geplante Freistellung

Zeitleiste: So lange dauert es realistisch

  • Recherche & Kurswahl: 3–14 Tage
  • Termine & Beratungsgespräch: 1–3 Wochen (je nach Region)
  • Bewilligung & Anmeldung: wenige Tage bis 2 Wochen
  • Start der Maßnahme: je nach Kurstermin (flexibel/monatlich)

Planungstipp: Beginne 4–6 Wochen vor gewünschtem Start mit der Antragstellung.

Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Unklare Zielrolle: Ohne klares Jobziel sinkt die Bewilligungschance. Lösung: Ziel definieren, Stellenanzeigen sammeln.
  • Falsches Format: Nicht-AZAV-Kurse sind für Bildungsgutschein nicht förderfähig. Lösung: Zertifizierung prüfen.
  • Zu allgemeine Begründung: Nutze harte Fakten (Skill-Gap, Engpassberufe, Nachfrage), keine Floskeln.
  • Fristen verpasst: Gültigkeit des Bildungsgutscheins beachten; Termine früh sichern.
  • Überforderung einkalkuliert: Präsenz/Teilzeit/Hybrid passend zur Lebenssituation wählen.

Umschulung, Weiterbildung, Teilqualifikation – was passt?

  • Weiterbildung: Aufbau/Zertifikat auf bestehendem Beruf; kürzere Dauer, schnellerer Jobeinstieg.
  • Umschulung: Neuer Berufsabschluss (meist 16–24 Monate), z. B. Fachinformatiker/-in, Kauffrau/-mann.
  • Teilqualifikationen (TQ): Schrittweise Module Richtung Berufsabschluss – förderfähig und praxisnah.

Welche Kosten werden übernommen?

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (bei Bildungsgutschein in der Regel vollständig)
  • Fahrtkosten, ggf. auswärtige Unterbringung, Lernmittel
  • Kinderbetreuungskosten während der Maßnahme
  • Bei Beschäftigten: Lohnkostenzuschuss an den Arbeitgeber während der Freistellung
  • Bei Bürgergeld: Weiterbildungsgeld (150 €/Monat) bzw. Bürgergeld-Bonus (75 €/Monat, je nach Maßnahme)

Praxisbeispiele

Beispiel 1 – Quereinstieg in die IT: Sara (34) ist arbeitsuchend und möchte in den Datenbereich wechseln. Sie sammelt 5 Stellenanzeigen für Data Analyst, wählt einen AZAV-zertifizierten Kurs „Data Analytics mit Python & SQL (6 Monate, online)“, bringt eine klare Begründung mit und erhält den Bildungsgutschein. Nach Kursende startet sie über das Trägernetzwerk in ein Praktikum und bekommt einen Job.

Beispiel 2 – Beschäftigte upskillen: Mehmet (45) arbeitet im Lager, Prozesse werden digital. Der Arbeitgeber beantragt Förderung nach Qualifizierungschancengesetz. Kurskosten werden anteilig übernommen, zusätzlich gibt es Lohnkostenzuschuss während der Schulungen. Mehmet qualifiziert sich zum Logistik-Disponenten.

FAQ: Geförderte Weiterbildung – häufige Fragen

Wie unterscheidet sich Bildungsgutschein von AVGS?

Bildungsgutschein = Finanzierung mehrmonatiger, zertifizierter Weiterbildungen/Umschulungen. AVGS = Finanzierung von Coachings und Aktivierungsmaßnahmen (z. B. Bewerbung, Karriere-Coaching).

Darf ich den Anbieter selbst wählen?

Ja, solange Träger und Maßnahme AZAV-zertifiziert sind (bei Bildungsgutschein). Prüfe Qualität, Jobverbleibsquoten und Starttermine.

Bekomme ich eine Jobgarantie?

Nein, aber gute Träger haben Vernetzung mit Unternehmen, Praktika und Vermittlungsteams. Belege die Nachfrage über aktuelle Stellenanzeigen.

Können Selbstständige gefördert werden?

Ja, je nach Situation. AVGS-Coachings sind häufig möglich; Bildungsgutschein hängt von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit ab. Beratung einholen.

Gibt es Altersgrenzen?

Für Bildungsgutschein grundsätzlich nein. Bei Stipendien (z. B. SBB) können Alters- und Leistungsgrenzen gelten.

Was tun bei Ablehnung?

Begründung anfordern, Unterlagen nachschärfen (mehr Stellenanzeigen, klarere Skill-Gap), ggf. Alternative Maßnahme vorschlagen und erneut vorsprechen.

Kann ich Förderungen kombinieren?

Teilweise ja (z. B. Bildungsgutschein + Bürgergeld-Zusatzleistungen). Doppel-Förderung derselben Kostenposition ist ausgeschlossen. Beratung klären.

Vorlage: Argumentationshilfe für dein Beratungsgespräch

„Ich strebe die Position als [Zielrolle] an. Aktuelle Stellenanzeigen verlangen [Skills/Zertifikate]. Die Maßnahme [Titel] (AZAV-zertifiziert, Dauer [X], Start [Datum]) vermittelt genau diese Inhalte. Ohne diese Qualifikation kann ich die Anforderungen nicht erfüllen; mit ihr steigen meine Chancen erheblich. Hier sind passende Stellenanzeigen und der Kursplan.“

Nächste Schritte

  1. Definiere dein Berufsziel und sammle 3–5 Stellenanzeigen.
  2. Vergleiche AZAV-zertifizierte Kurse, die exakt diese Skills vermitteln.
  3. Vereinbare deinen Beratungstermin (Arbeitsagentur/Jobcenter bzw. HR).

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Hinweis: Förderbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter, des AFBG und der Länderprogramme.

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