
Du willst deine Karriere voranbringen – aber die Kurskosten sollen gefördert werden? In diesem Leitfaden erfährst du Schritt für Schritt, wie du eine geförderte Weiterbildung bekommst, welche Förderprogramme es 2025 in Deutschland gibt (Agentur für Arbeit, Jobcenter, Arbeitgeber-Förderung, Aufstiegs-BAföG u. a.) und wie du deine Chancen auf Bewilligung maximierst. Mit Checklisten, Praxis-Tipps und konkreten Formulierungen für dein Beratungsgespräch.
Eine geförderte Weiterbildung ist eine berufliche Qualifizierung, deren Kosten ganz oder teilweise von öffentlichen Stellen oder dem Arbeitgeber übernommen werden. Dazu zählen auch Umschulungen, Teilqualifikationen, Zertifikatskurse, Coachings und prüfungsvorbereitende Maßnahmen. Die Förderung kann umfassen:
Je nach Ausgangslage kommen unterschiedliche Programme in Betracht. Die wichtigsten im Überblick:
Der Bildungsgutschein ist das bekannteste Instrument für Arbeitsuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen oder Bürgergeld-Beziehende. Er deckt bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel 100 % der Kurskosten ab und kann Reise-, Unterbringungs-, Lernmittel- und Kinderbetreuungskosten einschließen.
Wichtig: Ein Bildungsgutschein ist personenbezogen und nicht übertragbar. Du entscheidest mit, welche Maßnahme und welcher Träger passt – solange beides zertifiziert ist.
Der AVGS ist kein Bildungsgutschein für mehrmonatige Kurse, sondern finanziert Coachings, Bewerbungs- und Integrationsmaßnahmen sowie private Arbeitsvermittlung. Er ist dennoch oft der erste, schnelle Schritt, um deine Zielrolle zu klären, Bewerbungsunterlagen zu schärfen und anschließend gezielt einen Bildungsgutschein zu beantragen.
Diese Leistungen werden zusätzlich zur Übernahme der Lehrgangskosten gewährt und sollen die Teilnahme attraktiver machen.
Auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können gefördert werden – besonders bei Digitalisierung, Transformation oder Fachkräftebedarf.
Tipp: Sprich mit HR/Personalabteilung. Die Agentur für Arbeit berät Unternehmen und übernimmt Antrag und Abwicklung.
Für Aufstiegsfortbildungen wie Meister/-in, Fachwirt/-in, Techniker/-in, Betriebswirt/-in. Das AFBG kombiniert Zuschüsse (nicht rückzahlbar) und günstige Darlehen (KfW); in vielen Fällen wird ein großer Teil der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bezuschusst. Es ist altersoffen und auch in Teilzeit möglich.
Das Weiterbildungsstipendium der SBB fördert beruflich besonders Engagierte mit abgeschlossener Berufsausbildung (Alters- und Leistungsgrenzen beachten). Es können – je nach Programmjahr – insgesamt bis zu mehreren tausend Euro für qualifizierende Lehrgänge übernommen werden.
Viele Bundesländer (z. B. NRW, Brandenburg, Sachsen, Hamburg) bieten Bildungsschecks oder Zuschussprogramme für Beschäftigte und KMU. Konditionen variieren: Prüfe Landesportale oder frage bei deiner IHK/HWK nach aktuellen Programmen.
Bildungsurlaub ist bezahlte Freistellung (meist 5 Tage/Jahr) – keine Kostenförderung. Du kannst ihn mit anderen Förderungen kombinieren, um Teilnahmezeiten abzudecken.
Ziel klären: Welche Rolle strebst du an? Welche Kompetenzen fehlen? Lies aktuelle Stellenanzeigen und markiere geforderte Skills, Zertifikate und Tools.
Passende Maßnahme finden: Suche nach AZAV-zertifizierten Kursen (wichtig für Bildungsgutschein) oder anerkannten Aufstiegsfortbildungen. Vergleiche Inhalte, Dauer, Jobchancen und Starttermine.
Tipp: Nutze unsere kostenfreie Vergleichsplattform für geförderte Weiterbildungen: app.careertune.de. Dort findest du zertifizierte Angebote, Filter nach Förderfähigkeit und kannst unverbindlich beraten werden.
Unterlagen vorbereiten:
Beratungstermin vereinbaren: Melde dich bei Agentur für Arbeit (arbeitsuchend/arbeitslos) oder Jobcenter (Bürgergeld). Beschäftigte sprechen mit HR und ggf. dem Arbeitgeberservice der BA.
Überzeugend argumentieren: Zeige den Arbeitsmarktnutzen. Bringe 3–5 Stellenanzeigen mit, die die geforderten Skills deiner Maßnahme widerspiegeln. Betone:
Bildungsgutschein/Bewilligung erhalten: Prüfe Fristen, Geltungsbereich (Kurs, Träger, Ort, Dauer) und sorge für rechtzeitige Anmeldung.
Anmeldung & Start: Reiche den Gutschein/ Bescheid beim Träger ein, erhalte die Bestätigung und starte. Hebe Belege (Fahrten, Lernmittel) für Erstattungen auf.
Planungstipp: Beginne 4–6 Wochen vor gewünschtem Start mit der Antragstellung.
Beispiel 1 – Quereinstieg in die IT: Sara (34) ist arbeitsuchend und möchte in den Datenbereich wechseln. Sie sammelt 5 Stellenanzeigen für Data Analyst, wählt einen AZAV-zertifizierten Kurs „Data Analytics mit Python & SQL (6 Monate, online)“, bringt eine klare Begründung mit und erhält den Bildungsgutschein. Nach Kursende startet sie über das Trägernetzwerk in ein Praktikum und bekommt einen Job.
Beispiel 2 – Beschäftigte upskillen: Mehmet (45) arbeitet im Lager, Prozesse werden digital. Der Arbeitgeber beantragt Förderung nach Qualifizierungschancengesetz. Kurskosten werden anteilig übernommen, zusätzlich gibt es Lohnkostenzuschuss während der Schulungen. Mehmet qualifiziert sich zum Logistik-Disponenten.
Bildungsgutschein = Finanzierung mehrmonatiger, zertifizierter Weiterbildungen/Umschulungen. AVGS = Finanzierung von Coachings und Aktivierungsmaßnahmen (z. B. Bewerbung, Karriere-Coaching).
Ja, solange Träger und Maßnahme AZAV-zertifiziert sind (bei Bildungsgutschein). Prüfe Qualität, Jobverbleibsquoten und Starttermine.
Nein, aber gute Träger haben Vernetzung mit Unternehmen, Praktika und Vermittlungsteams. Belege die Nachfrage über aktuelle Stellenanzeigen.
Ja, je nach Situation. AVGS-Coachings sind häufig möglich; Bildungsgutschein hängt von der arbeitsmarktlichen Notwendigkeit ab. Beratung einholen.
Für Bildungsgutschein grundsätzlich nein. Bei Stipendien (z. B. SBB) können Alters- und Leistungsgrenzen gelten.
Begründung anfordern, Unterlagen nachschärfen (mehr Stellenanzeigen, klarere Skill-Gap), ggf. Alternative Maßnahme vorschlagen und erneut vorsprechen.
Teilweise ja (z. B. Bildungsgutschein + Bürgergeld-Zusatzleistungen). Doppel-Förderung derselben Kostenposition ist ausgeschlossen. Beratung klären.
„Ich strebe die Position als [Zielrolle] an. Aktuelle Stellenanzeigen verlangen [Skills/Zertifikate]. Die Maßnahme [Titel] (AZAV-zertifiziert, Dauer [X], Start [Datum]) vermittelt genau diese Inhalte. Ohne diese Qualifikation kann ich die Anforderungen nicht erfüllen; mit ihr steigen meine Chancen erheblich. Hier sind passende Stellenanzeigen und der Kursplan.“
Schneller finden statt lange suchen: Nutze die kostenlose Vergleichsplattform von Careertune. Dort entdeckst du förderfähige Weiterbildungen und Umschulungen, filterst nach Ort/online, Dauer, Start, Abschluss und erhältst auf Wunsch individuelle Beratung. Vorteile:
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Hinweis: Förderbedingungen können sich ändern. Maßgeblich sind die aktuellen Richtlinien der Bundesagentur für Arbeit, der Jobcenter, des AFBG und der Länderprogramme.
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