Industrie-Weiterbildung während Arbeitslosigkeit (2025): Gefördert durch Arbeitsagentur & Jobcenter – Der komplette Guide
Arbeitslos und auf Jobsuche in der Industrie? Mit der richtigen, geförderten Industrieweiterbildung verbessern Sie Ihre Chancen schnell und nachhaltig – ob in Produktion, Maschinenbau, Metall, Elektro, Logistik, Chemie, Pharma oder Automotive. Dieser Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie die Förderung über Arbeitsagentur/Jobcenter sichern, welche Top-Kurse wirklich gefragt sind (z. B. CNC, SPS, Schweißen, Qualitätsmanagement), und wie Sie typische Fehler vermeiden. Stand: 2025.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Industrieweiterbildung als Arbeitslose/r?
- Fördermöglichkeiten (Bildungsgutschein, Bürgergeld-Bonus & mehr)
- Gefragte, geförderte Industriekurse
- Antrag Schritt für Schritt: So kommen Sie zum Bildungsgutschein
- Checklisten: Unterlagen, Kursqualität, wichtige Fragen
- Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Lernformate, Dauer, Teilzeit & Online-Optionen
- Jobs & Karrierechancen nach der Weiterbildung
- FAQ: Häufige Fragen
- Kurse vergleichen: kostenlos mit Careertune
1) Warum Industrieweiterbildung als Arbeitslose/r?
- Schneller Wiedereinstieg: Industrieunternehmen suchen qualifizierte Fachkräfte in Fertigung, Instandhaltung, Qualität, Logistik und Automatisierung.
- Attraktive Profile: Zusatzzertifikate (z. B. CNC, SPS, Schweißerprüfungen, ISO 9001) werten Ihren Lebenslauf sofort auf.
- Förderung deckt Kosten: Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten und ggf. Kinderbetreuung können übernommen werden.
- Stabil durch Wandel: Mit Kompetenzen für Industrie 4.0 (Robotik, Automatisierung, Digitalisierung) bleiben Sie langfristig beschäftigungsfähig.
2) Fördermöglichkeiten (Bildungsgutschein, Bürgergeld-Bonus & mehr)
Ob Agentur für Arbeit oder Jobcenter: Für Arbeitslose ist der Bildungsgutschein der zentrale Förderweg. Wichtige Punkte im Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit; entscheidend sind immer der Einzelfall und die aktuelle Rechtslage):
2.1 Bildungsgutschein (SGB III/SGB II)
- Was wird gefördert? AZAV-zertifizierte Maßnahmen, z. B. Fachmodule, Teilqualifikationen (TQ), Umschulungen, Vorbereitung auf Externenprüfung.
- Kostenübernahme: Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, ggf. Unterkunft, Kinderbetreuung und Lernmittel nach Richtlinie.
- Gültigkeit: Zeitlich, regional und inhaltlich (Berufsziel) begrenzt. Start muss innerhalb der Gültigkeit erfolgen.
- Voraussetzung: Notwendigkeit für berufliche Eingliederung, passende Eignung, Arbeitsmarktbezug.
2.2 Weiterbildungsgeld & Bürgergeld-Bonus (Jobcenter, Bürgergeld)
- Weiterbildungsgeld: Für abschlussbezogene Weiterbildungen/Umschulungen wird häufig ein monatlicher Zuschuss gewährt (Stand: 2025). Die konkreten Beträge und Bedingungen erfahren Sie bei Ihrem Jobcenter.
- Bürgergeld-Bonus: Für kürzere, beschäftigungsfördernde Maßnahmen kann ein zusätzlicher Bonus möglich sein. Gilt je nach Maßnahmeart und Dauer.
Hinweis: Beträge, Anspruch und Dauer sind vom Einzelfall abhängig. Klären Sie dies vorab im Beratungsgespräch mit Ihrer Ansprechperson beim Jobcenter.
2.3 Umschulung, Externenprüfung, Teilqualifikationen
- Umschulung: Vollqualifizierende Alternative, z. B. in Metall/Elektro/Logistik. Dauer i. d. R. 16–24 Monate.
- Externenprüfung: Vorbereitung auf die Kammerprüfung für Berufserfahrene ohne Abschluss (§ 45 BBiG). Effizient, wenn ausreichend Praxis vorhanden ist.
- Teilqualifikationen (TQ): Modulweise Richtung Berufsabschluss – flexibel und stufenweise, besonders in Metall-, Elektro- und Logistikberufen verbreitet.
2.4 Weitere Programme (Kurzüberblick)
- DeuFöV/berufsbezogene Sprachkurse: Wenn Deutschkenntnisse fehlen, sind B1/B2/berufsbezogene Module kombinierbar.
- Aufstiegs-BAföG: Für Meister/Techniker/Operative Professionals. Für Arbeitslose selten erster Weg, aber perspektivisch interessant.
3) Gefragte, geförderte Industriekurse
Folgende Industrie-Weiterbildungen sind auf dem Arbeitsmarkt besonders gefragt und werden häufig über Bildungsgutschein gefördert (AZAV-Zulassung vorausgesetzt):
CNC-Fachkraft (Drehen/Fräsen)
- Inhalte: Zerspanungsgrundlagen, Programmierung (z. B. Heidenhain/Fanuc/Siemens), Rüsten, Messen.
- Dauer: 3–6 Monate (je nach Modulstand).
- Abschluss: Träger-/IHK-Zertifikat; optional praktische Prüfungen.
- Für wen? Metall-affine Personen, Quereinsteiger mit technischem Verständnis.
SPS/Automatisierung (z. B. Siemens TIA Portal)
- Inhalte: Steuerungslogik, HMI, Inbetriebnahme, Fehlersuche.
- Dauer: 2–4 Monate (Einsteiger bis Fortgeschrittene).
- Abschluss: Träger-/Herstellerzertifikate.
- Für wen? Elektro/Mechatronik-Interessierte; gute Chancen in Instandhaltung & Automatisierung.
Schweißen (MAG/MIG/WIG, DVS-Prüfungen)
- Inhalte: Verfahren, Werkstoffe, Sicherheit, Nahtprüfung.
- Dauer: 4–12 Wochen (abhängig von Verfahren und Zielprüfung).
- Abschluss: DVS-Schweißerprüfungen.
- Für wen? Praktisch-handwerkliche Profile, Fertigung/Anlagenbau.
Qualitätsmanagement (ISO 9001, QM, Auditor)
- Inhalte: QM-Systeme, Prozessmanagement, Auditierung.
- Dauer: 2–8 Wochen; erweiterbar (z. B. Interner Auditor).
- Abschluss: Zertifikate (ISO 9001, ggf. IHK/REFA).
- Für wen? Detailorientierte Profile; auch Wiedereinsteiger/innen.
Logistik & Produktion (Stapler, Lager, SAP, REFA, Lean)
- Inhalte: Lagerprozesse, Kommissionierung, Arbeitssicherheit, SAP WM/EWM, REFA-Grundschein, Lean-Methoden.
- Dauer: 2–12 Wochen (Module kombinierbar).
- Abschluss: Träger-/IHK-/REFA-Zertifikate; Staplerschein/SCC.
- Für wen? Einsteiger/innen und Aufsteiger/innen in Lager/Produktion.
CAD/Technische Zeichnung (AutoCAD, SolidWorks, Inventor)
- Inhalte: 2D/3D-Konstruktion, Normen, Bemaßung, Zeichnungsableitung.
- Dauer: 4–12 Wochen.
- Abschluss: Hersteller-/Trägerzertifikate.
- Für wen? Technisch-zeichnerische Interessierte, QS, Fertigungsplanung.
Teilqualifikationen Metall/Elektro (TQ-Module)
- Inhalte: Berufsspezifische Bausteine (z. B. Industriemechanik, Maschinen- und Anlagenführer, Elektroniker).
- Dauer: je Modul meist 8–16 Wochen; stufenweise bis zum Berufsabschluss.
- Abschluss: Zertifikate je Modul; Perspektive Externenprüfung.
- Für wen? Geringqualifizierte oder Umsteiger/innen, die flexibel lernen wollen.
Robotik & 3D-Druck (Grundlagen)
- Inhalte: Kollaborative Roboter, Greifer, Sicherheit, additive Fertigung.
- Dauer: 2–6 Wochen.
- Abschluss: Träger-/Herstellerzertifikate.
- Für wen? Zukunftsfelder, gute Ergänzung zu SPS/CNC.
4) Antrag Schritt für Schritt: So kommen Sie zum Bildungsgutschein
- Ziel definieren: Wunschberuf/Branche fixieren (z. B. CNC in Maschinenbau). Stellenausschreibungen sammeln, die Ihr Kursziel stützen.
- Kurs recherchieren: Mit Careertune passende, AZAV-zertifizierte Maßnahmen finden. Auf Maßnahmenummer, Starttermin, Format achten.
- Eignung checken: Viele Träger testen Mathe/Technik/Deutsch oder arbeiten mit Beratungstests. Fragen Sie nach einem Eignungstest.
- Beratungstermin bei Agentur/Jobcenter: Mitnehmen: Lebenslauf, Zeugnisse, Stellenevidenz, Kursdaten (Angebot, Kosten, Dauer), Nachweis AZAV.
- Bildungsgutschein erhalten: Prüfen Sie Ziel, Region, Gültigkeit. Start rechtzeitig bestätigen lassen.
- Anmeldung beim Träger: Bildungsgutschein einreichen; Träger bestätigt Teilnahme gegenüber der Behörde.
- Beginn & Nachweise: Anwesenheitspflicht, Zwischenstände, ggf. Praktikum. Fahrtkosten und Kinderbetreuung beantragen.
- Abschluss & Vermittlung: Prüfung bestehen, Zertifikat erhalten, Bewerbungen starten – idealerweise mit Unterstützung des Trägers.
5) Checklisten: Unterlagen, Kursqualität, wichtige Fragen
5.1 Unterlagen für den Beratungstermin
- Aktueller Lebenslauf und relevante Zeugnisse
- Kursangebot (Inhalte, Dauer, Kosten), AZAV-Nachweis, Maßnahmenummer
- Stellenbeispiele (3–5 Anzeigen), die die Arbeitsmarktrelevanz belegen
- Angaben zu Betreuungspflichten, Mobilität, Starttermin
5.2 Kursqualität prüfen
- AZAV-Zulassung vorhanden?
- Praxisanteil (Werkstatt, echte Anlagen, Software-Lizenzen)
- Abschlussquote und Vermittlungsquote
- Dozentenprofil (Industrieerfahrung, Herstellerzertifikate)
- Lernformat: Präsenz/Online/Hybrid, Betreuung im Online-Setting
- Prüfungen: DVS, IHK, Hersteller – was genau wird abgenommen?
- Unterstützung bei Bewerbung und Jobvermittlung
5.3 Wichtige Fragen an Träger & Beratung
- Gibt es Vortests oder eine Probephase?
- Wer übernimmt Prüfungsgebühren und Fahrtkosten?
- Wie werden fehlende Grundlagen (Mathe/Deutsch/IT) aufgeholt?
- Unterstützt der Träger bei Praktikum und Jobeinstieg?
6) Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Kurs ohne Arbeitsmarktbezug: Belegen Sie die Nachfrage mit aktuellen Stellenanzeigen Ihrer Region.
- Gültigkeit verpasst: Bildungsgutschein rechtzeitig einlösen; Starttermine gut planen.
- Eignung überschätzt: Vorab Selbsttest/Eignungstest machen; Grundlagen auffrischen.
- Kommunikation: Fehlzeiten sofort melden; Nachweise sauber dokumentieren.
- Präsenz: Ideal für Praxis (z. B. CNC, Schweißen). Hohe Betreuungsintensität.
- Online/Hybrid: Optimal für Theorie (QM, CAD-Grundlagen, SAP, REFA). Auf Betreuung und Technik achten.
- Teilzeit: Häufig möglich, z. B. bei Betreuungspflichten. Unbedingt frühzeitig abklären.
- Dauer: Von 2 Wochen (Zertifikat) bis 24 Monate (Umschulung). Für Arbeitslose sind auch abgeschlossene Module sinnvoll, die zügig in Arbeit führen.
8) Jobs & Karrierechancen nach der Weiterbildung
Nachgefragte Einstiege (je Region/Erfahrung):
- CNC/Industriemechanik: Fertigung, Prototyping, Einzelteil- und Serienproduktion
- SPS/Instandhaltung: Automatisierung, Anlagenservice, Montage/Inbetriebnahme
- Schweißen: Stahl-/Anlagenbau, Fahrzeugbau, Rohrleitungsbau
- QM/Prüftechnik: Wareneingang, Fertigungsprüfung, Audits, Dokumentation
- Logistik/Produktion: Lager, Versand, Materialfluss, KVP/Lean
Tipp: Heben Sie in Ihren Bewerbungen die neuen Zertifikate, Praxisprojekte und Software-/Maschinenkenntnisse prominent hervor. Fügen Sie Screenshots/Foto-Dokumentationen aus dem Kurs bei (sofern erlaubt).
9) FAQ: Häufige Fragen
Bekomme ich als Arbeitslose/r die Weiterbildung zu 100% bezahlt?
Bei genehmigtem Bildungsgutschein werden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren in der Regel übernommen. Zusätzlich können Fahrtkosten, Unterkunft und Kinderbetreuung bezuschusst werden. Maßgeblich sind Ihre individuellen Voraussetzungen und die Entscheidung Ihrer Agentur/Ihres Jobcenters.
Gibt es zusätzliches Geld während der Weiterbildung?
Für Bürgergeld-Beziehende kann es je nach Maßnahme Weiterbildungsgeld bzw. Bürgergeld-Bonus geben. Erfragen Sie Details aktuell bei Ihrem Jobcenter.
Kann ich eine Umschulung machen?
Ja, wenn sie für Ihre Integration notwendig ist und Sie geeignet sind. Alternativen sind Teilqualifikationen oder die Externenprüfung, wenn viel Berufspraxis vorliegt.
Ist Teilzeit möglich?
Häufig ja – besonders bei Betreuungspflichten. Planen Sie dies früh und sprechen Sie Träger und Vermittlung darauf an.
Welche Sprachkenntnisse brauche ich?
Für viele Industriekurse ist mindestens B1–B2 sinnvoll. Fehlen Sprachkenntnisse, sind berufsbezogene Deutschkurse kombinierbar.
Was, wenn ich die Weiterbildung abbrechen muss?
Abbrüche unbedingt sofort mit Träger und Beratung klären. Je nach Grund können Alternativen (Modulwechsel, Teilzeit, Nachhilfe) vereinbart werden.
Kann ich mehrere Maßnahmen hintereinander machen?
Ja, wenn es für die Eingliederung sinnvoll ist. Häufig werden Module klug kombiniert (z. B. Stapler + SAP + QM-Grundlagen).
Wie schnell finde ich danach Arbeit?
Das hängt von Region, Kurswahl, Eigeninitiative und Bewerbungsqualität ab. Praxisteile, DVS-/IHK-/Herstellerzertifikate und gute Bewerbungsunterlagen beschleunigen den Einstieg.
10) Kurse vergleichen: kostenlos mit Careertune
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- Geförderte Kurse filtern (AZAV, Bildungsgutschein-kompatibel)
- Präzise Suche nach Beruf, Ort, Dauer, Starttermin, Lernformat
- Transparente Kursprofile mit Inhalten, Abschlüssen, Voraussetzungen
- Vergleichen & merken: Favoritenliste, Notizen, schnelle Anfragen
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Rechtlicher Hinweis: Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Förderbedingungen können sich ändern; maßgeblich sind die Regelungen und Entscheidungen Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. Ihres Jobcenters.