Integrationshelfer Weiterbildung für Arbeitslose: Der vollständige Leitfaden zu Förderung, Ablauf, Chancen und Gehalt
Arbeitslos und Integrationshelfer werden? Diese gefragte Qualifikation – auch als Schulbegleiter, Teilhabeassistent oder Inklusionshelfer bekannt – bietet Ihnen einen schnellen, sinnstiftenden Einstieg in den sozialen Bereich. In diesem ausführlichen Guide zeigen wir Ihnen, wie Sie als Arbeitslose/r eine geförderte Integrationshelfer Weiterbildung finden, den Bildungsgutschein von Agentur für Arbeit oder Jobcenter erhalten, welche Inhalte und Voraussetzungen es gibt, und wie Sie anschließend erfolgreich in den Job starten.
Inhaltsverzeichnis
- Was macht ein Integrationshelfer?
- Warum lohnt sich die Weiterbildung für Arbeitslose?
- Fördermöglichkeiten: Bildungsgutschein & Kostenübernahme
- Ablauf, Inhalte & Dauer der Weiterbildung
- Voraussetzungen für Teilnahme und Förderung
- Jobs, Gehalt & Karriereperspektiven
- Bewerbung nach der Weiterbildung: So überzeugen Sie Arbeitgeber
- Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Checkliste: In 7 Schritten zur geförderten Integrationshelfer-Weiterbildung
- FAQ: Häufige Fragen
- Kostenlos vergleichen: Geförderte Weiterbildungen auf Careertune
1) Was macht ein Integrationshelfer?
Integrationshelfer/innen unterstützen Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf im Schul- oder Kita-Alltag. Ziel ist die Teilhabe und Inklusion im sozialen und schulischen Leben.
- Individuelle Begleitung im Unterricht oder in der Kita
- Unterstützung bei Kommunikation, Struktur, Orientierung und Organisation
- Förderung von Selbstständigkeit und sozialen Kompetenzen
- Kooperation mit Lehrkräften, Erzieher/innen, Therapeut/innen und Eltern
- Dokumentation von Beobachtungen und Entwicklungsfortschritten
- Deeskalation und bedarfsorientierte Assistenz bei herausforderndem Verhalten
Die Tätigkeit ist sinngestiftend, alltagsnah und bietet einen schnellen Quereinstieg in den sozialen Bereich.
2) Warum lohnt sich die Weiterbildung für Arbeitslose?
- Gute Jobchancen: Hoher Bedarf in Schulen, Kitas und sozialen Trägern durch den Ausbau inklusiver Bildung.
- Schneller Einstieg: Qualifizierungen sind oft in 6–16 Wochen plus Praktikum machbar.
- 100% Förderung möglich: Über Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit/Jobcenter) inklusive Lehrmittel und Fahrtkosten.
- Quereinstieg ohne lange Ausbildung: Ideal für Menschen aus branchenfremden Berufen oder nach einer Erwerbspause.
- Perspektive: Aufbauend sind weitere Qualifikationen (z. B. Heilerziehungspflege, Sozialassistenz) möglich.
3) Fördermöglichkeiten: Bildungsgutschein & Kostenübernahme
Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind (ALG I oder Bürgergeld/ALG II), können geförderte Integrationshelfer-Weiterbildungen über einen Bildungsgutschein finanziert werden.
3.1 Bildungsgutschein (SGB III/SGB II)
- Wer? Arbeitsuchende/Arbeitslose über Agentur für Arbeit oder Jobcenter
- Was wird gefördert? Kursgebühren, Prüfungs-/Zertifikatskosten, Lernmittel, Fahrtkosten, ggf. Kinderbetreuungszuschuss, bei notwendiger auswärtiger Teilnahme auch Unterkunft (nach Einzelfallprüfung)
- Voraussetzung: Maßnahme und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein und die Weiterbildung muss Ihre Vermittlungschancen nachweislich verbessern.
3.2 AVGS – was ist möglich?
Ein Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) finanziert in der Regel Coachings und kurze Maßnahmen zur Heranführung an den Arbeitsmarkt. Für umfassendere Qualifizierungen zum Integrationshelfer ist meist der Bildungsgutschein das passende Instrument. Fragen Sie Ihre Vermittlungsfachkraft, welche Option in Ihrem Fall greift.
3.3 Schritt-für-Schritt zum Bildungsgutschein
- Beratungstermin bei Agentur für Arbeit/Jobcenter vereinbaren.
- Passende AZAV-Maßnahme recherchieren (Laufzeit, Starttermin, Inhalte, Maßnahmennummer).
- Begründung vorbereiten: Arbeitsmarktbedarf, Stellenanzeigen, Ihr Profil, Eignung, gewünschte Einsatzbereiche.
- Unterlagen mitnehmen: Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. Sprachnachweis, Kursinfos, Maßnahmennummer.
- Bewilligung abwarten und Bildungsgutschein beim Träger einlösen.
- Starten und Teilnahme nachweisen (Anwesenheit, Praktikum belegen).
4) Ablauf, Inhalte & Dauer der Weiterbildung
Integrationshelfer-Weiterbildungen sind praxisnah und modular aufgebaut. Typische Dauer: 6–16 Wochen Unterricht plus Praktikum (2–8 Wochen). Es gibt auch Varianten von 3–6 Monaten inklusive Praxisphase oder in Teilzeit.
4.1 Typische Inhalte
- Grundlagen Pädagogik & Entwicklungspsychologie
- Inklusion & Teilhabe, Diversität, Empowerment
- Autismus-Spektrum, AD(H)S, Lern- und Verhaltensbesonderheiten
- Kommunikation (gewaltfreie Kommunikation, Gesprächsführung)
- Deeskalation & Konfliktmanagement
- Recht & Rahmen: SGB IX, Bundesteilhabegesetz (BTHG), Schulrecht, Datenschutz
- Hygiene & Erste Hilfe am Kind (zertifizierter Nachweis häufig erforderlich)
- Dokumentation & Teamarbeit mit Schule/Kita/Träger/Familie
- Praxisreflexion und Fallbesprechungen
4.2 Lernformate
- Präsenz im Klassenraum
- Online live (virtuelles Klassenzimmer) oder blended
- Teilzeit für Personen mit Betreuungspflichten
4.3 Abschlüsse & Zertifikate
- Trägerzertifikat „Integrationshelfer/Schulbegleiter”
- Zusatznachweise wie Erste Hilfe am Kind, Deeskalations-Training, Kinderschutz
5) Voraussetzungen für Teilnahme und Förderung
- Deutschkenntnisse mindestens B2 (je nach Träger)
- Schulabschluss wünschenswert, Quereinstieg möglich
- Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis (für Schule/Kita erforderlich)
- Gesundheitliche Eignung, Belastbarkeit, Empathie
- Masernschutz-Nachweis bei Einsätzen in Schulen/Kitas (gesetzlich vorgeschrieben)
- Motivation und Eignung für die Arbeit mit Kindern/Jugendlichen
Für die Förderung sollten Maßnahme und Träger AZAV-zertifiziert sein, und es braucht eine positive Beschäftigungsperspektive (z. B. regionale Stellenlage belegen).
6) Jobs, Gehalt & Karriereperspektiven
6.1 Wo arbeiten Integrationshelfer/innen?
- Allgemeinbildende Schulen, Förderschulen, Ganztag/Hort
- Kitas (als Integrationskraft bzw. Teilhabeassistenz)
- Ambulante Dienste, soziale Träger, Wohlfahrtsverbände
6.2 Gehalt
Die Bezahlung variiert nach Träger, Region und Umfang. Orientierungswerte:
- Stundenlohn: ca. 13–19 €
- Monatsgehalt (Vollzeit): etwa 2.100–2.800 € brutto, mit Erfahrung/Weiterqualifikation teils 2.800–3.200 €
Tipps: Tarifgebundene Träger, Zusatzleistungen (Fahrtkostenzuschuss, Fortbildungsbudget) und verlässliche Stundenkontingente erhöhen die Attraktivität.
6.3 Perspektiven
- Vertiefungen: Autismus, Deeskalation, Unterstützte Kommunikation
- Aufbauqualifikationen: Sozialassistenz, Heilerziehungspflege, Erzieherassistenz
- Wechsel in Ganztag, Jugendhilfe, Schulsozialarbeit (mit entsprechender Zusatzqualifikation)
7) Bewerbung nach der Weiterbildung: So überzeugen Sie Arbeitgeber
Arbeitgeber achten auf Praxisbezug, Verlässlichkeit und passende Zusatznachweise. So stellen Sie sich stark auf:
- Lebenslauf fokussieren auf Arbeit mit Kindern/Teams, ehrenamtliche Tätigkeiten, Sprachkompetenz.
- Zertifikate gut sichtbar: Integrationshelfer-Abschluss, Erste Hilfe am Kind, ggf. Kinderschutz.
- Praxisbeispiele aus Praktikum: Situationen, Ihr Handeln, Ergebnis (STAR-Methode).
- Anschreiben mit Motivation und Verständnis von Inklusion/Teilhabe.
- Referenzen vom Praktikum oder früheren Arbeitgebern anfragen.
- Flexibilität zu Einsatzzeiten/Schulformen betonen.
8) Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Fehler: Nicht-AZAV-zertifizierte Kurse wählen. Lösung: Zertifizierung und Maßnahmennummer prüfen.
- Fehler: Ohne Begründung in die Beratung gehen. Lösung: Stellenlage, Kursinhalte, Eignung belegen.
- Fehler: Unpassendes Format (z. B. Vollzeit trotz Kinderbetreuung). Lösung: Teilzeit/Online erwägen.
- Fehler: Fehlende Nachweise (Masernschutz, Führungszeugnis) zu spät beantragen. Lösung: Frühzeitig organisieren.
9) Checkliste: In 7 Schritten zur geförderten Integrationshelfer-Weiterbildung
- Ziel klären: Integrationshelfer Weiterbildung arbeitslos – Welche Einsatzorte sprechen Sie an?
- Kurse vergleichen: AZAV, Inhalte, Dauer, Praxisanteil, Starttermine, Online/Präsenz.
- Beratung buchen bei Agentur für Arbeit/Jobcenter.
- Begründung & Unterlagen vorbereiten (CV, Zeugnisse, Kursdaten, Stellenanzeigen).
- Bildungsgutschein beantragen und einlösen.
- Kurs absolvieren, Praktikum nutzen, Kontakte knüpfen.
- Bewerben mit starken Praxisbeispielen und passenden Nachweisen.
10) FAQ: Häufige Fragen
Kann ich ohne pädagogische Ausbildung Integrationshelfer/in werden?
Ja. Die Weiterbildung ist auf Quereinsteiger/innen ausgerichtet. Wichtig sind Eignung, Deutsch B2 und die geforderten Nachweise.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Typisch sind 6–16 Wochen Unterricht plus 2–8 Wochen Praktikum. Es gibt auch Teilzeit- und Online-Varianten.
Wird die Weiterbildung vollständig bezahlt?
Mit Bildungsgutschein sind Kurskosten, oft auch Fahrtkosten und Lernmittel abgedeckt. Genaue Zusagen trifft Ihre Vermittlungsfachkraft.
Gibt es die Weiterbildung komplett online?
Viele Träger bieten Online-Live-Unterricht oder Blended Learning an. Praktika finden vor Ort statt.
Bin ich mit 50+ chancenlos?
Nein. Erfahrung und Zuverlässigkeit sind in diesem Bereich sehr gefragt. Viele Träger stellen berufs- und lebenserfahrene Bewerber/innen gern ein.
Ich habe kleine Kinder – geht Teilzeit?
Ja. Es gibt Teilzeitkurse und später Teilzeitstellen, z. B. an Schulen mit planbaren Zeiten.
Ich bin nicht EU-Bürger/in – kann ich teilnehmen?
Entscheidend sind Ihr Aufenthaltsstatus, Sprachniveau und die Förderbedingungen. Lassen Sie sich beraten und legen Sie Nachweise vor.
11) Kostenlos vergleichen: Geförderte Integrationshelfer-Weiterbildungen auf Careertune
Sie möchten jetzt starten und die beste geförderte Weiterbildung finden? Nutzen Sie unsere kostenlose Vergleichsplattform für geförderte Weiterbildungen: app.careertune.de.
- Kostenlos & unabhängig: Kurse verschiedener AZAV-zertifizierter Träger auf einen Blick
- Passgenaue Filter: Region, Online/Präsenz, Dauer, Starttermin, Teilzeit
- Fördercheck: Kennzeichnung förderfähiger Maßnahmen (Bildungsgutschein)
- Transparenz: Inhalte, Praxisanteile, Zertifikate, Bewertungen – übersichtlich vergleichbar
- Schnelle Anmeldung: Unverbindliche Kursanfrage in wenigen Minuten
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