Kaufmännische Umschulung als Arbeitsloser: Der große 2025-Leitfaden
Du bist arbeitslos und möchtest mit einer kaufmännischen Umschulung neu starten? Hervorragend – kaufmännische Berufe zählen zu den gefragtesten Bereichen am Arbeitsmarkt und bieten dir stabile Perspektiven, planbare Karrierepfade und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst: von Fördermöglichkeiten (Bildungsgutschein) über Voraussetzungen, Dauer & Ablauf bis hin zu Berufsbildern, Gehalt und Bewerbungs-Tipps.
Besonders wichtig: Als Arbeitsloser (ALG I) oder Bürgergeld-Empfänger (SGB II) kannst du eine kaufmännische Umschulung in vielen Fällen komplett fördern lassen – inklusive Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren und oft sogar Fahrt- oder Kinderbetreuungskosten.
Was ist eine kaufmännische Umschulung?
Eine kaufmännische Umschulung ist eine verkürzte, praxisnahe Ausbildung mit anerkanntem Abschluss (meist IHK), die dich in rund 21–24 Monaten beruflich neu qualifiziert. Ziel ist die schnelle und nachhaltige Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.
Typische Umschulungsberufe (IHK/HWK/Steuerkammer):
- Kaufmann/-frau für Büromanagement
- Kaufmann/-frau im E-Commerce
- Industriekaufmann/-frau
- Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement
- Immobilienkaufmann/-frau
- Personaldienstleistungskaufmann/-frau
- Bankkaufmann/-frau (je nach Träger/Region)
- Steuerfachangestellte/r (kammerabhängige Regelungen)
Alle genannten Berufe sind kaufmännisch geprägt (Organisation, Kommunikation, Zahlen, IT-Tools) und eröffnen dir Aufstiegswege – z. B. Fachwirt/in, Betriebswirt/in oder spezialisierte Fortbildungen.
Für wen eignet sich eine kaufmännische Umschulung als Arbeitsloser?
Ideal ist sie für Personen, die:
- aus einem krisenanfälligen Beruf kommen und in einen stabilen Bereich wechseln möchten,
- neu einsteigen wollen (z. B. nach Familienphase, Krankheit, Neuorientierung),
- über kommunikative und organisatorische Stärken verfügen,
- grundlegende IT-Kompetenzen mitbringen (MS Office, E-Mail, Online-Recherche),
- ein Deutsch-Niveau ab B2 haben (für IHK-Prüfungen empfohlen).
Auch mit über 40 oder 50 Jahren ist eine kaufmännische Umschulung realistisch – entscheidend sind Motivation, Eignung und gute Integrationschancen.
Förderung durch Agentur für Arbeit & Jobcenter
Die wichtigste Förderung ist der Bildungsgutschein gemäß SGB III (Agentur für Arbeit) bzw. SGB II (Jobcenter). Er ermöglicht dir eine kostenfreie Teilnahme an einer AZAV-zertifizierten Umschulung.
Was deckt der Bildungsgutschein ab?
- Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (z. B. IHK)
- Lernmittel (Bücher, Skripte; je nach Träger)
- Fahrtkosten bzw. ggf. Unterkunft/Verpflegung bei auswärtiger Unterbringung
- Kinderbetreuungskosten-Zuschüsse (situationsabhängig)
- Prüfungsvorbereitung und ggf. Coaching
Während der geförderten Umschulung bleibt in der Regel dein Leistungsbezug bestehen (ALG I oder Bürgergeld), ggf. ergänzt um Zuschläge.
Voraussetzungen für die Förderung
- Notwendigkeit: Die Umschulung ist erforderlich, um deine Arbeitslosigkeit zu beenden bzw. zu vermeiden.
- Eignung: Fachliche, persönliche und sprachliche Eignung.
- Marktchancen: Gute Vermittlungsprognose im Zielberuf in deiner Region.
- AZAV-Zertifizierung des Trägers und Maßnahme.
So beantragst du einen Bildungsgutschein (Step-by-Step)
- Beratungstermin bei Agentur für Arbeit/Jobcenter vereinbaren.
- Profil klären: Stärken, Ziele, regionaler Bedarf (z. B. Stellenanzeigen sammeln).
- Passende Maßnahme auswählen (AZAV-zertifiziert; Präsenz/online/hybrid, Starttermin, Dauer).
- Unterlagen mitbringen (siehe Checkliste) und Antrag stellen.
- Bildungsgutschein erhalten und beim Träger einlösen.
- Kursstart, regelmäßige Teilnahme, Zwischen- & Abschlussprüfung.
Checkliste Unterlagen für den Termin
- Aktueller Lebenslauf & Zeugnisse
- Motivationsschreiben (Warum kaufmännische Umschulung?)
- Stellenrecherche als Beleg der Nachfrage
- Angebote/Infos von 2–3 Bildungsträgern
- Nachweise über Sprachkenntnisse (falls vorhanden)
- Angaben zu Betreuungspflichten (Kinder, Pflege)
Dauer, Ablauf und Inhalte
Die meisten kaufmännischen Umschulungen dauern 21–24 Monate (Vollzeit). In Teilzeit sind 30–36 Monate üblich. Der Ablauf umfasst:
- Grundlagenphase (BWL, Rechnungswesen, Kommunikation, Recht)
- EDV/IT (MS Office, ERP/SAP-Grundlagen, digitale Tools)
- Fachspezifische Module je nach Beruf (z. B. E-Commerce, Personal, Einkauf/Vertrieb)
- Praktikumsphase im Betrieb (mehrere Wochen bis Monate)
- Prüfungsvorbereitung & IHK-Abschluss
Praktikum: Dein Job-Turbo
Das Praktikum ist oft Sprungbrett zur Übernahme. Wähle Betriebe mit echter Lernkurve (z. B. Warenwirtschaft, Auftragsabwicklung, Kundenservice, Reporting).
IHK-Prüfung und Abschluss
Viele Umschulungen schließen mit einer anerkannten IHK-Prüfung ab. Das stärkt deine Arbeitsmarktchancen und ist bundesweit vergleichbar.
Beliebte kaufmännische Umschulungen 2025 – Inhalte, Jobs, Gehalt
Kaufmann/-frau für Büromanagement
- Inhalte: Büroorganisation, Auftragsbearbeitung, Kommunikation, Rechnungswesen.
- Jobs: Assistenz, Sachbearbeitung, Verwaltung, Office-Management.
- Gehalt: ca. 2.400–3.300 € brutto/Monat (mit Erfahrung oft mehr).
Industriekaufmann/-frau
- Inhalte: Materialwirtschaft, Produktion, Vertrieb, Controlling, Einkauf.
- Jobs: Disposition, Einkauf/Verkauf, Auftragszentrum, Controlling-Unterstützung.
- Gehalt: ca. 2.700–3.800 € brutto/Monat (branchenabhängig).
Kaufmann/-frau im E-Commerce
- Inhalte: Online-Shops, Produktdaten, SEO/SEA-Basics, Customer Service, Analyse.
- Jobs: Shop-Management, Marketplace-Management, E-Commerce-Support.
- Gehalt: ca. 2.500–3.600 € brutto/Monat; wachsender Markt.
Kaufmann/-frau für Groß- und Außenhandelsmanagement
- Inhalte: Beschaffung/Vertrieb, Logistik, Zoll/Export, Preisgestaltung.
- Jobs: Einkauf, Vertrieb Innendienst, Export-Sachbearbeitung.
- Gehalt: ca. 2.600–3.700 € brutto/Monat.
Immobilienkaufmann/-frau
- Inhalte: Miet-/WEG-Verwaltung, Vermietung, Objektmanagement, Recht.
- Jobs: Hausverwaltung, Vermietung, Bestandsmanagement.
- Gehalt: ca. 2.600–3.800 € brutto/Monat (Lageabhängig).
Steuerfachangestellte/r
- Inhalte: Finanzbuchhaltung, Lohn, Steuerrecht, Jahresabschlüsse (einsteigerfreundliche Einführung).
- Jobs: Steuerkanzlei, Buchhaltung, Lohnabrechnung.
- Gehalt: ca. 2.500–3.700 € brutto/Monat; hohe Nachfrage.
Hinweis: Gehaltsangaben sind Richtwerte (Region, Betrieb, Tarif, Erfahrung, Branche).
Jobchancen nach der kaufmännischen Umschulung
Die Vermittlungsquote in kaufmännischen Berufen ist stabil bis hoch – insbesondere in Branchen wie Industrie, Handel, Logistik, Services, Immobilien und E-Commerce. Gute Voraussetzungen:
- Praxisanteil (aussagekräftiges Praktikum)
- Aktuelle Tools (MS Excel, ERP/SAP, CRM)
- Bewerbungscoaching und klare Spezialisierung
- Netzwerken (Praktikumsbetrieb, Jobmessen, LinkedIn/Xing)
Vorteile und mögliche Nachteile
Vorteile
- Staatlich gefördert – oft keine Eigenkosten
- Anerkannter Abschluss (meist IHK)
- Breite Einsatzmöglichkeiten in vielen Branchen
- Planbare Arbeitszeiten und vielfältige Entwicklungspfade
Mögliche Nachteile
- Intensives Lernpensum in kurzer Zeit
- Prüfungsdruck (IHK)
- IT-/Zahlenaffinität erforderlich
Tipp: Starte früh mit Lernroutinen (täglich 60–90 Minuten), nutze Probelektionen und frage nach zusätzlichen Übungseinheiten.
Präsenz, online oder hybrid – was passt zu dir?
- Präsenz: Struktur, direkte Betreuung, Klassenverband.
- Online live: Hohe Flexibilität, spart Fahrtzeiten – erfordert Selbstdisziplin.
- Hybrid: Kombiniert das Beste aus beiden Welten.
Achte auf:
- AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme
- Dozenten aus der Praxis und kleine Gruppen
- Softwarezugänge (MS Office, ERP/SAP, Lohn/FiBu)
- Prüfungsvorbereitung & Erfolgsquoten
- Karriere-/Bewerbungscoaching, Jobnetzwerk
So überzeugst du im Antragsgespräch
- Klare Zielrolle formulieren (z. B. „Sachbearbeiter Einkauf im Mittelstand“).
- Arbeitsmarktrecherche vorlegen (3–5 konkrete Stellenanzeigen).
- Begründung: Warum kaufmännisch? Welche Stärken bringst du mit?
- Passender Träger: Startdatum, Dauer, Inhalte, Prüfungs-/Vermittlungsquote.
- Hürdenlösung: Kinderbetreuung, Fahrtweg, Lernplan – alles geklärt.
Häufige Fehler – und wie du sie vermeidest
- Unklare Zielvorstellung: Definiere Beruf + Tätigkeitsfeld.
- Falsche Maßnahme: Prüfe Inhalte, Prüfungen, Praxisanteile.
- Keine Belege: Immer Nachfrage mit Stellenanzeigen nachweisen.
- Unzureichende Vorbereitung: Früh mit Mathe/Excel/Deutsch trainieren.
- Passiv bleiben: Praktikumsbetrieb aktiv suchen, Netzwerk nutzen.
Alternativen zur Umschulung
- Teilqualifikationen (TQ): Schrittweise Module mit Teilzertifikaten – ideal, wenn du erst aufbauen willst.
- Anpassungsweiterbildungen: Kürzer, fokussiert (z. B. Buchhaltung, Lohn & Gehalt, SAP).
- Reha/Umschulung (DRV): Bei gesundheitlichen Einschränkungen.
- Qualifizierungschancengesetz: Für Beschäftigte (über Arbeitgeberförderung).
FAQ: Kaufmännische Umschulung arbeitslos
Kann ich eine Umschulung machen, wenn ich Bürgergeld beziehe?
Ja, das Jobcenter kann über den Bildungsgutschein fördern, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie lange dauert die Umschulung?
Vollzeit meist 21–24 Monate, Teilzeit 30–36 Monate.
Gibt es eine Altersgrenze?
Nein. Entscheidend sind Eignung, Motivation und Integrationschancen.
Welches Deutsch-Niveau brauche ich?
Für kaufmännische Berufe empfiehlt sich B2 – insbesondere für die IHK-Prüfung.
Wer zahlt die Prüfungsgebühren?
In geförderten Maßnahmen werden diese übernommen (abhängig vom Bildungsgutschein/Träger).
Erhalte ich während der Umschulung Geld?
Ja, in der Regel weiter ALG I bzw. Bürgergeld. Zusätzlich können Fahrt-/Kinderbetreuungskosten übernommen werden.
Wo finde ich passende, geförderte Umschulungen?
Über Vergleichsplattformen, bei der Agentur für Arbeit, direkt bei Bildungsträgern – und über Careertune (siehe unten).
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Vorteile für dich:
- Kostenlos & unabhängig: Finde geprüfte, förderfähige Maßnahmen (AZAV).
- Gezielte Filter: Ort, online/hybrid, Starttermin, Dauer, Abschluss (z. B. IHK).
- Transparenz: Inhalte, Prüfungsquoten, Praxisanteile, Bewertungen.
- Schnelle Anfragen: Mit wenigen Klicks Infogespräche und Platz sichern.
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Hinweis: Rahmenbedingungen können je nach Region/Träger variieren. Verbindliche Auskunft erteilt deine Agentur für Arbeit oder dein Jobcenter.