Umschulung Lagerlogistik während Arbeitslosigkeit: Förderung, Ablauf, Chancen (Leitfaden 2025)
Du bist arbeitslos und suchst einen beruflichen Neustart mit stabilen Perspektiven? Eine Umschulung in der Lagerlogistik ist einer der schnellsten Wege zurück in eine sichere Beschäftigung – getrieben durch E‑Commerce, Industrie 4.0 und den anhaltenden Fachkräftemangel. In diesem Leitfaden erfährst du, wie du die Umschulung mit Bildungsgutschein finanzierst, welche Inhalte dich erwarten, wie lange es dauert, welches Gehalt realistisch ist und wie du dich optimal vorbereitest.
TL;DR
- Bester Einstieg für Arbeitslose: Umschulung zum/zur Fachlagerist/in (10–16 Monate) oder Fachkraft für Lagerlogistik (16–24 Monate), meist mit IHK-Abschluss.
- Förderung: Agentur für Arbeit/Jobcenter via Bildungsgutschein (§ 81 SGB III). Zusätzlich möglich: Weiterbildungsgeld 150 €/Monat (bei abschlussbezogener Maßnahme).
- Inhalte: Wareneingang, Kommissionieren, Versand, Inventur, WMS/SAP, Arbeitssicherheit, Ladungssicherung, ggf. Staplerschein.
- Jobchancen sehr gut: Logistik, Handel, Produktion, E-Commerce. Einstiegsgehalt ca. 2.300–3.000 € brutto/Monat (je nach Region/Schicht).
- Nächste Schritte: Eignung klären, Bildungsgutschein beantragen, Anbieter vergleichen, Starttermin sichern.
Was bedeutet Umschulung in der Lagerlogistik?
Die Lagerlogistik steuert den Warenfluss von der Annahme über die Lagerung bis zum Versand. Mit einer Umschulung erreichst du in kurzer Zeit einen anerkannten Berufsabschluss – ideal, wenn dein bisheriger Beruf keine Perspektive mehr bietet oder du längere Zeit arbeitslos bist.
- Fachlagerist/in (IHK): Schwerpunkt auf operativen Lagerprozessen. Dauer Umschulung: ca. 10–16 Monate.
- Fachkraft für Lagerlogistik (IHK): Zusätzlich Planung, Optimierung, Kennzahlen, Qualität. Dauer Umschulung: ca. 16–24 Monate.
Beide Abschlüsse sind bundesweit anerkannt, stark nachgefragt und für den Quereinstieg geeignet.
Warum gerade jetzt? Arbeitslosigkeit als Chance
- Arbeitsmarkt: E‑Commerce, Ersatzteil- und Lebensmittel-Logistik wachsen – Fachkräfte werden kontinuierlich gesucht.
- Planbarkeit: Schichtmodelle, klare Prozesse, schneller Berufseinstieg nach Abschluss.
- Aufstieg: Wege zum/zur Teamleiter/in, Disponent/in, Logistikmeister/in (IHK) oder Fachwirt/in.
- Förderung: Umschulungen sind förderfähig – perfekte Option während Arbeitslosigkeit.
Förderung & Kosten: Bildungsgutschein, Weiterbildungsgeld, Fahrkosten
Als Arbeitslose/r kannst du deine Umschulung in der Regel vollständig finanzieren lassen.
Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit/Jobcenter)
- Was wird bezahlt? Lehrgangskosten, IHK-Prüfungsgebühren, Lernmittel, ggf. Fahrkosten, auswärtige Unterbringung und Kinderbetreuung. Lebensunterhalt über ALG I oder Bürgergeld.
- Voraussetzung: Umschulung muss berufliche Eingliederung verbessern; Maßnahme und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein.
- Rechtsgrundlage: § 81 SGB III (Berufliche Weiterbildung).
Monatliche Zuschüsse (Stand 2025)
- Weiterbildungsgeld: 150 € pro Monat bei abschlussbezogener Qualifizierung (z. B. Umschulung mit IHK-Abschluss).
- Bürgergeld-Bonus: 75 € pro Monat für bestimmte nicht-abschlussbezogene Maßnahmen (falls Weiterbildungsgeld nicht greift).
- Fahrkosten, auswärtige Unterbringung & Kinderbetreuung können zusätzlich übernommen werden.
Hinweis: Die früheren Abschlussprämien für bestandene Prüfungen sind ausgelaufen. Bitte aktuelle Regelungen bei deiner Agentur für Arbeit prüfen.
Dauer, Ablauf & Prüfungen
- Dauer: Fachlagerist/in 10–16 Monate, Fachkraft für Lagerlogistik 16–24 Monate (Vollzeit). Teilzeitmodelle möglich.
- Aufbau: Theorie im Bildungsträger, Praxisphasen im Betrieb. Am Ende IHK-Prüfung.
- Digital: Viele Träger nutzen WMS, SAP/ERP, Scanner-Übungen und Simulationen.
Typische Inhalte
- Wareneingang, Identprüfung, Kommissionieren, Verpacken, Versand
- Lagerarten, Inventur, Bestandsführung, Kennzahlen
- Ladungssicherung, Arbeitsschutz, Gefahrgut-Basics
- IT & Systeme: WMS, SAP, MS Excel
- Qualitätsmanagement, Lean/5S, Prozessoptimierung
- Kommunikation, Teamarbeit, Schichtarbeit
- Optional: Staplerschein (Flurförderzeuge)
Voraussetzungen & Eignung
- Deutsch B1–B2 (für IHK-Prüfung empfehlenswert mindestens B2)
- Grundkenntnisse Mathematik, räumliches Denken, Zuverlässigkeit
- Gute körperliche Verfassung, Bereitschaft zu Schichtarbeit
- Motivation für strukturierte, prozessgetriebene Arbeit
Gut zu wissen: Ein bestimmter Schulabschluss ist oft nicht zwingend; berufliche Erfahrung, Motivation und Eignungstests beim Träger sind häufig ausschlaggebend.
Jobchancen, Gehalt & Entwicklung
Die Einstiegsgehälter hängen von Region, Tarif, Schicht und Unternehmensgröße ab:
- Fachlagerist/in: ca. 2.300–2.800 € brutto/Monat
- Fachkraft für Lagerlogistik: ca. 2.500–3.300 € brutto/Monat
- Zuschläge für Nacht/Schicht sowie Boni möglich
Karrierewege nach der Umschulung:
- Schicht-/Teamleitung, Leitstand/Disposition
- Einkauf/Materialwirtschaft, Versandkoordination
- Qualitätssicherung, Prozess-/Lean-Optimierung
- Logistikmeister/in (IHK), später z. B. Geprüfte/r Fachwirt/in
Umschulung oder Weiterbildung? Der Unterschied
- Umschulung: Führt zu einem neuen Berufsabschluss (IHK). Ideal für beruflichen Neustart.
- Weiterbildung/Teilqualifikation (TQ): Baut einzelne Module auf; gut für schrittweisen Einstieg oder Auffrischung.
Wenn du arbeitslos bist und eine klare, anerkennungsfähige Qualifikation willst, ist die Umschulung meist die beste Wahl.
Schritte zum Bildungsgutschein: So gehst du vor
- Profil klären: Ziele, Stärken, gesundheitliche Eignung (z. B. belastbare Schulter/Rücken).
- Arbeitsmarkt-Begründung: Stellenanzeigen in deiner Region sammeln, Engpass nachweisen.
- Träger & Maßnahme recherchieren: AZAV-Zertifizierung, Starttermine, Praktikumsanteile, Staplerschein inklusive?
- Beratungstermin bei Agentur für Arbeit/Jobcenter: Unterlagen mitnehmen (Lebenslauf, Stellennachweise, Maßnahmedatenblatt).
- Bildungsgutschein beantragen: Zielberuf (Fachlagerist/in oder Fachkraft für Lagerlogistik), Ort, Dauer, Träger.
- Anmeldung beim Bildungsträger, Eignungstest/Interview absolvieren.
- Starten: Theorieteil, Praktika, Prüfungsvorbereitung, IHK-Abschluss.
Wichtige Zertifikate & Zusatzqualifikationen
- Staplerschein (Flurförderzeuge) – stark nachgefragt, oft Teil der Umschulung.
- Erste Hilfe, Sicherheitsunterweisungen, Ladungssicherung nach VDI 2700.
- SAP/WMS-Grundlagen, Scanner/MDE-Praxis.
- Gefahrgut-Basics (ADR) & Kühlkettenkenntnisse – Pluspunkt für Speziallogistik.
Teilzeit, Präsenz oder hybrid? Flexible Modelle
Viele Anbieter bieten Vollzeit (klassisch), Teilzeit (familienfreundlich) oder hybride Modelle (Online + Präsenz) an. Wichtig sind ausreichend Praxis und Betriebsphasen, damit du nach der Umschulung einsatzbereit bist.
Bewerbung nach der Umschulung: So überzeugst du
- Lebenslauf: Reale Praxisanteile, Systeme (z. B. SAP, WMS), Staplerschein, Kommissionierleistung (Pick-Rate) nennen.
- Anschreiben: Zuverlässigkeit, Sicherheitsbewusstsein, Teamfähigkeit, Bereitschaft zu Schichtarbeit betonen.
- Nachweise: IHK-Zeugnis, Zertifikate (Sicherheit, Ladungssicherung), Arbeitszeugnisse/Praktikumsbestätigungen.
- Vorbereitung: Typische Fragen zu Arbeitsschutz, Scanner-Bedienung, Priorisierung und Sorgfalt.
Häufige Fragen (FAQ)
Wer zahlt die Umschulung, wenn ich arbeitslos bin?
In der Regel die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter per Bildungsgutschein, sofern die Maßnahme deine Vermittlungschancen erhöht.
Wie lange dauert die Umschulung Lagerlogistik?
Fachlagerist/in: 10–16 Monate; Fachkraft für Lagerlogistik: 16–24 Monate. Teilzeit verlängert die Dauer entsprechend.
Bekomme ich währenddessen Geld?
Lebensunterhalt über ALG I oder Bürgergeld; zusätzlich bei abschlussbezogener Maßnahme Weiterbildungsgeld (150 €/Monat) und ggf. Fahrt-/Kinderbetreuungskosten.
Brauche ich den Staplerschein?
Oft ja – er ist in vielen Umschulungen enthalten oder kann ergänzt werden. Er steigert deine Jobchancen deutlich.
Gibt es eine Altersgrenze?
Nein. Umschulungen sind auch für 40+, 50+ geeignet – Erfahrung und Zuverlässigkeit sind in der Logistik sehr geschätzt.
Welche Deutschkenntnisse brauche ich?
Empfehlung: mindestens B1–B2. Für die IHK-Prüfung, Sicherheitsunterweisungen und Teamarbeit ist sichere Kommunikation wichtig.
Ist die Umschulung schwer?
Sie ist gut machbar. Wichtig sind Regelmäßigkeit, Praxisbezug, Lernplanung – und die Konsequenz, Sicherheits- und Qualitätsvorgaben einzuhalten.
Typische Fehler – und wie du sie vermeidest
- Unpassender Träger: Achte auf AZAV, IHK-Quote, Praxisanteil, echte Betriebskooperationen.
- Zu spätes Beantragen: Bildungsgutschein rechtzeitig sichern – Starttermine sind teilweise schnell voll.
- Ohne Perspektive: Lokale Stellenlage prüfen; nenne konkrete Arbeitgeber/Anzeigen im Beratungsgespräch.
- Fehlende Nachweise: Zeugnisse, Praktikumsbestätigungen, Kurszertifikate sammeln.
Checkliste: Bist du bereit?
- Ich kann mir Schichtarbeit vorstellen und arbeite gern strukturiert.
- Ich habe keine Einschränkungen, die das Heben/Bewegen leichter Lasten grundsätzlich verhindern.
- Ich bin bereit, Sicherheitsregeln konsequent umzusetzen.
- Ich möchte mit IHK-Abschluss einen anerkannten Neustart schaffen.
Nächster Schritt: Anbieter vergleichen und Starttermin sichern
Der Erfolg deiner Umschulung steht und fällt mit dem richtigen Anbieter. Achte auf:
- AZAV-Zertifizierung und IHK-Erfolgsquoten
- Praxisanteile, Staplerschein inklusive, echte Betriebspraktika
- Regionale Arbeitgebernetzwerke und Übernahmechancen
- Flexible Modelle (Vollzeit/Teilzeit/Hybrid) und Starttermine
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Vorteile unserer Vergleichsplattform:
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- Schneller Vergleich nach Ort, Start, Dauer, Präsenz/Hybrid, Praxisanteil, inkl. Staplerschein.
- Transparenz: Details zu Inhalten, Zertifikaten, IHK-Abschluss.
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- Zeitsparen: In wenigen Minuten zum passenden Kurs und Starttermin.
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