Online-Weiterbildung arbeitslos kostenlos: So sichern Sie sich 100 % Förderung und finden den passenden Kurs
Arbeitslos und bereit für den nächsten Karriereschritt? Mit der richtigen geförderten Online-Weiterbildung können Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen – und das oft komplett kostenlos. In diesem Leitfaden erfahren Sie, wie Sie mit Bildungsgutschein oder AVGS die volle Kostenübernahme erhalten, welche Kurse sich lohnen, wie der Antrag funktioniert und wie Sie den richtigen Anbieter auswählen.
Was bedeutet kostenlose Online-Weiterbildung für Arbeitslose?
Kostenlos heißt in diesem Kontext: Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter übernimmt die Lehrgangsgebühren für eine AZAV-zertifizierte Maßnahme. Häufig werden zusätzlich Prüfungsgebühren und Lernmaterialien getragen. Die Abrechnung erfolgt direkt mit dem Träger. Für Sie fallen keine Kurskosten an.
Typische Förderinstrumente sind der Bildungsgutschein für berufliche Weiterbildungen und Umschulungen sowie der AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein) für Coachings und Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung.
Fördermöglichkeiten im Überblick
1) Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit / Jobcenter)
- Ziel: Qualifizierung, Weiterbildung oder Umschulung mit unmittelbarem Bezug zum Arbeitsmarkt
- Förderumfang: In der Regel 100 % der Lehrgangskosten, oft inkl. Prüfungsgebühren und Lernmaterialien
- Voraussetzung: Notwendigkeit zur beruflichen Eingliederung ist plausibel; Maßnahme und Träger sind AZAV-zertifiziert
- Format: Vollzeit oder Teilzeit, Präsenz, hybrid oder online
- Nachweis: Maßnahme-ID/Angaben aus KURSNET; Träger liefert alle Infos
2) AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein)
- Ziel: Aktivierung, Orientierung und Heranführung an den Arbeitsmarkt (z. B. Bewerbungscoaching, Jobcoaching, Kompetenzfeststellung)
- Format: Häufig online als Einzelcoaching oder Gruppenmaßnahme
- Förderumfang: Kosten der Maßnahme werden übernommen; Inhaltlich eher Coaching als umfangreiche Fach-Weiterbildung
Wichtig: Die Entscheidung über Förderart und -umfang trifft immer Ihre Ansprechperson bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter. Eine gute Vorbereitung erhöht die Chancen deutlich.
Voraussetzungen: Wer kann eine kostenlose Online-Weiterbildung erhalten?
- Arbeitslos gemeldet oder Arbeitslosigkeit droht
- Erforderlichkeit der Weiterbildung für die Integration in Arbeit ist nachvollziehbar
- Eignung und ausreichende Sprachkenntnisse für den Kurs
- AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme
- Technische Voraussetzungen für Online-Lernen: stabiler Internetzugang, PC/Laptop, ggf. Kamera/Headset; manche Träger bieten Leihgeräte
- Verfügbarkeit in Voll- oder Teilzeit, je nach Kurs
Schritt-für-Schritt: So beantragen Sie Ihre kostenlose Online-Weiterbildung
- Ziel klären
Definieren Sie das berufliche Ziel: z. B. Einstieg in IT, Auffrischung im Bereich Buchhaltung, Wechsel in Online Marketing, Vorbereitung auf einen anerkannten Abschluss.
- Kurse recherchieren
Suchen Sie passende AZAV-zertifizierte Online-Kurse. Achten Sie auf Inhalte, Dauer, Einstiegstermine, Lernformat, Abschluss und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.
- Unterlagen vom Träger einholen
Lassen Sie sich Infos zur Maßnahme geben: Inhalte, Dauer, Start, Trägerdaten, Zertifizierungen, Maßnahme- bzw. KURSNET-Angaben. Bitten Sie um eine Teilnahmeempfehlung.
- Antragsgespräch vorbereiten
Belegen Sie die Notwendigkeit: aktuelle Stellenanzeigen, Lücken im Lebenslauf, fehlende Skills, regionale Nachfrage. Bringen Sie Lebenslauf und Kursunterlagen mit.
- Bildungsgutschein/AVGS beantragen
Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Ansprechperson. Erläutern Sie Nutzen, Ziel und Arbeitsmarktbezug. Nach Bewilligung ist der Gutschein oft befristet gültig.
- Anmeldung & Start
Reichen Sie den Gutschein beim Träger ein, schließen Sie den Teilnahmevertrag und starten Sie zum nächsten Termin. Die Abrechnung erfolgt zwischen Träger und Behörde.
Gefragte Online-Weiterbildungen für Arbeitslose
- IT & Tech: Grundlagen Programmierung, Webentwicklung, Datenanalyse, Data Science, Cloud-Grundlagen, IT-Support, Scrum, Softwaretest
- Kaufmännisch & Büro: MS Office professionell, Buchhaltung mit DATEV, Lohn- und Gehaltsabrechnung, Projektassistenz, SAP-Anwenderkompetenz
- Digitales Marketing & E-Commerce: SEO, SEA, Social Media Marketing, Content Marketing, E-Mail-Marketing, Shop-Management
- Design & Medien: Grafik- und UX/UI-Grundlagen, Video- und Content-Produktion
- Gesundheit & Soziales: Grundlagenqualifizierungen, Dokumentation, Kommunikation; teils hybrid, je nach Maßnahme
- Sprachen & Soft Skills: Business-Englisch, Kommunikation, Vertrieb, Kundenservice
Tipp: Achten Sie auf branchenrelevante Zertifikate wie z. B. Herstellerzertifikate, Scrum-Zertifikate oder SAP-Anwenderzertifikate, sofern sie zum Zielberuf passen.
So erkennen Sie einen guten Online-Anbieter
- AZAV-Zertifizierung des Trägers und der konkreten Maßnahme
- Didaktik & Betreuung: Live-Unterricht, feste Mentorinnen und Mentoren, Lerncoaches, Supportzeiten
- Praxisanteil: Projekte, Fallstudien, Übungen, optionale Praktika
- Abschluss & Prüfungen: verständliche Prüfungswege, anerkannte Zertifikate
- Technik: stabiles Lernmanagementsystem, Aufzeichnungen, barrierearme Zugänge
- Arbeitsmarktbezug: Jobcoaching, Bewerbungsservice, Netzwerk zu Unternehmen
- Transparenz: klare Inhalte, realistische Dauer, nachvollziehbare Lernziele
Argumente für das Gespräch mit Agentur/Jobcenter
- Arbeitsmarkt-Nachfrage: mehrere aktuelle Stellenanzeigen, die genau die Kursinhalte verlangen
- Kompetenzlücke: Konkrete Skills, die Ihnen fehlen und durch den Kurs abgedeckt werden
- Vermittlungschance: Wie die Qualifikation Ihre Vermittlungsfähigkeit kurz- und mittelfristig steigert
- Kurspassung: Vorkenntnisse, Sprachniveau und Lernformat passen zu Ihrer Situation
- Zeitrahmen: Starttermin, Dauer, Voll-/Teilzeit stimmig mit Ihrer Verfügbarkeit
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Unklare Ziele: Ohne klares Berufsziel ist die Bewilligung schwieriger. Definieren Sie ein greifbares Zielprofil.
- Falsches Niveau: Ein zu einfacher oder zu anspruchsvoller Kurs bringt wenig. Stimmen Sie Level und Vorkenntnisse ab.
- Kein Arbeitsmarktbezug: Reine Interessen-Kurse ohne Jobperspektive werden seltener gefördert. Belegen Sie die Relevanz.
- Schwache Vorbereitung: Fehlende Stellenbeispiele oder Kursinfos schwächen das Gespräch. Kommen Sie mit Unterlagen.
- Ungeklärte Technik: Prüfen Sie früh, ob Ihre Technik fürs Online-Lernen passt. Klären Sie Leihgeräte beim Träger.
Organisatorisches: Leistungen, Dauer, Teilzeit, Kinderbetreuung
- Kostenübernahme: Lehrgangskosten und häufig auch Prüfungen/Lernmittel werden getragen. Details im Einzelfall klären.
- Dauer & Format: Von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten; Vollzeit oder Teilzeit; online live, hybrid oder selbstgesteuert.
- Zusatzleistungen: Je nach Maßnahme und Bedarf können weitere Unterstützungen wie Fahrtkosten oder auswärtige Unterbringung möglich sein, sofern relevant. Fragen Sie Ihre Ansprechperson.
- Betreuungspflichten: Viele Kurse gibt es in Teilzeit. Sprechen Sie früh über Zeitfenster und Betreuung.
Nach der Weiterbildung: So erhöhen Sie Ihre Jobchancen
- Portfolio & Zertifikate aufbereiten
- Lebenslauf aktualisieren: neue Skills, Tools, Projekte
- Online-Profile (z. B. LinkedIn) optimieren und Keywords integrieren
- Aktiv bewerben: Direkt auf passende Stellen in Ihrer Region oder remote
- Coachings nutzen: Bewerbungs- und Interviewtraining steigert die Trefferquote
FAQ: Kostenlose Online-Weiterbildung in der Arbeitslosigkeit
Ist eine Online-Weiterbildung wirklich kostenlos?
Wenn die Maßnahme über Bildungsgutschein oder AVGS bewilligt wurde und AZAV-zertifiziert ist, übernimmt die Behörde die Kosten. Sie zahlen dann in der Regel nichts.
Bekomme ich weiterhin Leistungen während der Teilnahme?
Wer Arbeitslosengeld oder Bürgergeld bezieht, erhält die Leistungen im Regelfall weiter. Details klären Sie individuell mit Ihrer Ansprechperson.
Geht Online-Weiterbildung in Teilzeit?
Ja, viele Maßnahmen bieten Teilzeit. Das ist besonders hilfreich bei Betreuungspflichten oder Nebenjobs.
Wie lange dauert die Bewilligung?
Die Dauer variiert. Bereiten Sie das Gespräch gut vor und melden Sie sich frühzeitig, wenn ein Starttermin naht.
Was ist besser: Bildungsgutschein oder AVGS?
Es sind unterschiedliche Instrumente: Der Bildungsgutschein fördert meist umfangreiche Fach-Weiterbildungen oder Umschulungen. Der AVGS ist oft für Coaching und Aktivierungsmaßnahmen gedacht. Beides kann online stattfinden.
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- Anbieterübergreifender Vergleich von zertifizierten Kursen
- Individuelle Filter nach Dauer, Start, Teilzeit/Vollzeit, Niveau und Fachgebiet
- Transparente Kursinfos für Ihr Antragsgespräch bei Agentur/Jobcenter
- Unverbindliche Kontaktaufnahme zu Anbietern und Unterstützung bei nächsten Schritten
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Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Verbindlich sind die Informationen Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit bzw. Ihres Jobcenters sowie die Kursdetails der jeweiligen Bildungsträger.