Dec 19, 2025

Pflegehelfer Umschulung für Arbeitslose: Chancen, Förderung, Ablauf und Gehalt (2025 Guide)

Pflegehelfer Umschulung für Arbeitslose: Chancen, Förderung, Ablauf und Gehalt (2025 Guide)

Pflegehelfer Umschulung für Arbeitslose: Der komplette Leitfaden zu Förderung, Ablauf, Dauer und Gehalt

Sie sind arbeitslos und wollen schnell in einen krisensicheren Beruf mit Sinn einsteigen? Eine Umschulung zum Pflegehelfer / zur Pflegehelferin ist für ALG I- und Bürgergeld-Empfänger/innen ein sehr guter Weg – mit kurzer Ausbildungsdauer, stabilen Jobchancen und umfangreicher Förderung durch die Agentur für Arbeit / das Jobcenter via Bildungsgutschein.

In diesem Guide erhalten Sie alle Informationen, die Sie brauchen: Voraussetzungen, Inhalte, Dauer, Kosten & Förderung, seriöse Anbieter, Gehaltsaussichten sowie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bildungsgutschein – plus Checklisten, Bewerbungstipps und FAQ.

Warum eine Umschulung zum Pflegehelfer – gerade für Arbeitslose?

  • Hoher Fachkräftemangel: Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste stellen kontinuierlich ein.
  • Kurze Qualifizierungsdauer: Je nach Abschluss 3–12 Monate (Pflegebasiskurs, Pflegeassistent/in) oder 1 Jahr (Pflegefachhelfer/in – landesrechtlich, z. B. Bayern).
  • Sinnstiftende Tätigkeit: Direkte Unterstützung von Menschen in Pflegeheimen, Kliniken und zu Hause.
  • Gute Förderung: Lehrgangskosten, Fahrtkosten und Lebensunterhalt können übernommen werden.
  • Aufstiegsmöglichkeiten: Spätere Weiterqualifikation bis zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann möglich.

Berufsbild: Was macht ein/e Pflegehelfer/in?

Pflegehelfer/innen (auch Pflegeassistent/in, Pflegefachhelfer/in, Pflegehilfskraft genannt) unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege und in der Betreuung. Typische Aufgaben:

  • Körperpflege & Mobilisation: Waschen, Ankleiden, Lagerung, Transfer, Mobilisieren.
  • Alltagsbegleitung: Essen anreichen, Begleitung bei Aktivitäten, Gespräche, soziale Teilhabe.
  • Hauswirtschaftliche Unterstützung: Ordnung, Wäsche, kleine Besorgungen (je nach Einrichtung).
  • Dokumentation & Teamarbeit: Beobachtungen weitergeben, Pflegedokumentation mitführen.
  • Behandlungspflege (erweiterte Qualifikation): Mit Zusatzkursen wie Behandlungspflege LG1/LG2 können bestimmte Aufgaben im ambulanten Bereich übernommen werden (je nach Bundesland/Träger).

Welche Umschulungswege gibt es?

  • Pflegebasiskurs / Pflegehilfskraft (3–6 Monate): Einstieg mit Grundpflege, Kommunikation, Hygiene, oft mit Praktikum. Eignet sich für schnelle Arbeitsaufnahme.
  • Pflegeassistent/in (6–12 Monate): Vertiefte Theorie & Praxis, häufig mit anerkanntem Zertifikat und guten Chancen im stationären wie ambulanten Bereich.
  • Pflegefachhelfer/in (1 Jahr, landesrechtlich): Berufsfachschule mit staatlicher Prüfung (z. B. Bayern, Thüringen). Hohe Akzeptanz bei Arbeitgebern.
  • Betreuungsassistenz (§43b/53c SGB XI, ca. 2–3 Monate): Schwerpunkt soziale Betreuung, Demenzbegleitung; sinnvoll als Zusatz oder Einstieg.

Wichtig: Die Bezeichnungen und Anerkennungen sind bundeslandspezifisch. Seriöse Träger sind AZAV-zertifiziert – das ist Voraussetzung für die Förderung per Bildungsgutschein.

Voraussetzungen: Kann ich als Arbeitslose/r umschulen?

  • Gesundheitliche Eignung: körperliche Fitness fürs Heben/Bewegen, psychische Stabilität.
  • Deutschkenntnisse: meist mindestens B1–B2, besonders für Dokumentation & Kommunikation.
  • Schulabschluss: häufig Hauptschulabschluss; bei Basiskursen teils nicht zwingend.
  • Erweitertes Führungszeugnis: wird von vielen Einrichtungen verlangt.
  • Motivation & Zuverlässigkeit: Schichtbereitschaft, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen.

Dauer, Inhalte & Ablauf der Umschulung

Die Dauer variiert je nach Zielabschluss:

  • 3–6 Monate: Pflegebasiskurs mit Praktikum
  • 6–12 Monate: Pflegeassistent/in
  • 12 Monate: Pflegefachhelfer/in (staatlich, je nach Bundesland)

Typische Inhalte:

  • Grundpflege, Anatomie/Physiologie, Hygiene & Infektionsschutz
  • Kommunikation, Deeskalation, Validation, Demenzsensibilität
  • Recht & Ethik, Pflegeprozess, Dokumentation & Datenschutz
  • Erste Hilfe, Notfallmanagement, Prophylaxen (z. B. Sturz, Dekubitus)
  • Hauswirtschaft & Ernährung, Aktivierung & Beschäftigung
  • Optional: Behandlungspflege LG1/LG2 (ambulante Pflege)

Praxisphasen finden in Pflegeheimen, Krankenhäusern oder ambulanten Diensten statt und werden durch Praxisanleitung begleitet.

Kosten & Förderung (Bildungsgutschein, Bürgergeld, ALG I)

Rechnen Sie – je nach Träger und Abschluss – mit 2.000–6.000 € Lehrgangskosten. Als Arbeitslose/r können Sie über Agentur für Arbeit oder Jobcenter eine vollständige Förderung erhalten:

  • Bildungsgutschein: Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren bei AZAV-zertifizierten Maßnahmen.
  • Fahrtkosten, Arbeitskleidung & Lernmittel: können erstattet werden.
  • Lebensunterhalt: ALG I bzw. Bürgergeld läuft weiter; ggf. Weiterbildungsgeld (z. B. 150 €/Monat bei berufsabschlussbezogener Weiterbildung) und Bürgergeld-Bonus (z. B. 75 €/Monat bei förderfähigen nicht-abschlussbezogenen Kursen) – Details bitte bei Ihrer zuständigen Stelle klären.
  • Kinderbetreuungskosten: können teilweise übernommen werden.

Tipp: Lassen Sie sich alle möglichen Leistungen im Beratungsgespräch konkret auflisten und schriftlich bestätigen.

Schritt-für-Schritt: So bekommen Sie den Bildungsgutschein

  1. Selbstcheck: Eignung, Motivation, körperliche Voraussetzungen prüfen.
  2. Angebote vergleichen: AZAV-zertifizierte Kurse, Starttermine, Praxispartner, Dauer.
  3. Beratungstermin vereinbaren: Agentur für Arbeit/Jobcenter. Ziel: Förderzusage.
  4. Unterlagen sammeln: Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. ärztliche Bescheinigung, Kursangebot/Nummer der Maßnahme (Maßnahmenummer), Begründung der beruflichen Perspektive.
  5. Gespräch führen: Darlegen, warum die Umschulung Ihre Integrationschancen in Arbeit erhöht.
  6. Bildungsgutschein erhalten: Prüfen, Fristen beachten, beim Träger einlösen.
  7. Start & Praxisphase: Pünktlich beginnen, Anwesenheit und Lernfortschritt dokumentieren.

Formulierungshilfe für das Beratungsgespräch: „Ich möchte als Pflegehelfer/in arbeiten. Die Maßnahme ist AZAV-zertifiziert, Start am [Datum], Praxispartner vorhanden. Aufgrund der guten Arbeitsmarktlage in der Pflege und meiner Motivation sehe ich eine realistische Integrationschance. Ich bitte um Förderung per Bildungsgutschein.“

Wo arbeiten Pflegehelfer/innen? Arbeitsmarkt & Chancen

  • Stationäre Pflege: Alten- und Pflegeheime, Kurzzeitpflege
  • Ambulante Dienste: Hausbesuche, Tourenpflege
  • Krankenhäuser & Reha: Stationen mit hohem Unterstützungsbedarf
  • Betreutes Wohnen & Tagespflege: Aktivierung und Alltagsbegleitung

Die Beschäftigungschancen sind sehr gut. Besonders mit Praxisanteilen und Zusatzqualifikationen (z. B. Demenz, LG1/LG2) erhöhen Sie Ihre Attraktivität für Arbeitgeber deutlich.

Gehalt: Was verdient man als Pflegehelfer/in?

Je nach Region, Träger (öffentlich, kirchlich, privat), Schichtzulagen und Qualifikation liegt das Einstiegsgehalt in Vollzeit meist zwischen ca. 2.200–2.800 € brutto/Monat. Mit Erfahrung, Tarifbindung (z. B. TVöD-P) und Zuschlägen sind 2.600–3.000 € brutto realistisch. Ambulante Dienste zahlen oft zusätzliche Zulagen (z. B. für Touren, Wochenenden).

Karriereperspektive: Mit Berufspraxis können Sie sich weiterentwickeln – etwa durch Behandlungspflege LG1/LG2, Betreuungsassistenz, Palliativ- oder Demenz-Fortbildungen. Mittelfristig ist eine Ausbildung zur Pflegefachfrau/zum Pflegefachmann möglich (je nach Vorbildung ggf. Verkürzung).

Teilzeit, Online, Präsenz: Welche Lernformate gibt es?

  • Vollzeit: schnellster Abschluss, intensive Praxisblöcke
  • Teilzeit: besser vereinbar mit Familie/Nebenjob
  • Blended/Online: Theorie anteilig digital, Praxis im Betrieb; wichtig: gute technische Betreuung

Achten Sie auf Praxispartner, kleine Lerngruppen, zusätzliche Bewerbungs- & Kommunikationstrainings und eine nachweisbare Integrationsquote des Trägers.

So wählen Sie den passenden Bildungsträger

  • AZAV-Zertifizierung und gültige Maßnahmenummer für den Bildungsgutschein
  • Praxisnetzwerk (Heime, Kliniken, ambulante Dienste) – ideal mit garantierten Praktikumsplätzen
  • Dozentenqualität, kleine Gruppen, individuelle Lernbegleitung
  • Zusatzmodule wie Demenz, Behandlungspflege LG1/LG2, Kommunikation
  • Starttermine & Flexibilität (Nachholtermine, Hybridoptionen, Prüfungsvorbereitung)
  • Transparente Integrationsquote in Arbeit, Arbeitgeberkontakte

Bewerbung als Pflegehelfer/in: Tipps & Mini-Muster

  • Lebenslauf: Klar, lückenfrei, kurze Tätigkeitsstichpunkte, relevante Soft Skills (Empathie, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit).
  • Anschreiben: Motivation, Menschenbild, Verantwortungsbewusstsein, Schichtbereitschaft betonen.
  • Praktika hervorheben: Tätigkeiten, Lernerfolge, Feedback der Praxisanleitung.
  • Nachweise: Zertifikate (Hygiene, Erste Hilfe, Demenz, LG1/LG2), aktuelles Führungszeugnis.

Kurz-Muster (Auszug):
„Sehr geehrte/r …, im Rahmen meiner geförderten Umschulung zur Pflegehelferin habe ich in der stationären Pflege und im ambulanten Dienst praktische Erfahrung gesammelt. Besonders motiviert mich die wertschätzende Arbeit mit Seniorinnen und Senioren. Gerne bringe ich meine Zuverlässigkeit, Empathie und Schichtbereitschaft in Ihr Team ein. Über ein persönliches Kennenlernen freue ich mich sehr.“

Häufige Fragen (FAQ)

Ist die Umschulung als Arbeitslose/r förderfähig?

Ja, bei nachgewiesener Eignung und positiver Arbeitsmarktprognose können Agentur für Arbeit oder Jobcenter per Bildungsgutschein fördern.

Kann ich das in Teilzeit machen?

Viele Träger bieten Teilzeitmodelle an – ideal bei Familienpflichten.

Wie wichtig ist mein Deutsch-Niveau?

Für Dokumentation und Kommunikation sind B1–B2 empfehlenswert. Einige Träger kombinieren Pflegekurse mit berufsbezogenem Deutsch.

Bin ich zu alt für den Quereinstieg?

Nein. In der Pflege sind Quereinsteiger/innen jeden Alters willkommen, wenn Eignung und Motivation stimmen.

Ist die Qualifikation bundesweit anerkannt?

Das hängt vom Abschluss ab. Pflegefachhelfer/in ist landesrechtlich geregelt. Fragen Sie Ihren Träger nach der Anerkennung in Ihrem Bundesland und AZAV-Zertifizierung.

Wie sehen die Arbeitszeiten aus?

In der Regel Schichtdienst (Früh/Spät/Nacht), Wochenenden und Feiertage – dafür Zuschläge und planbare Dienstpläne.

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Unklare Zielsetzung im Beratungstermin: Bereiten Sie eine überzeugende Begründung für die Förderung vor.
  • Falscher Kurs gewählt: Inhalte, Dauer, Anerkennung und Praxisanteile vorher genau prüfen.
  • Unterschätzte Praxisbelastung: Rückenfreundliche Techniken lernen, früh um Hilfsmittel bitten.
  • Fehlende Dokumentation: Lernfortschritte, Anwesenheit und Praktikumsberichte sauber führen.

Checkliste: Schnellstart in die Pflegehelfer-Umschulung

  • Eignung & Motivation klären
  • Passenden Kurs mit AZAV-Zertifizierung finden
  • Beratungstermin Agentur für Arbeit/Jobcenter buchen
  • Unterlagen: Lebenslauf, Zeugnisse, Kursinfos, Begründung
  • Bildungsgutschein beantragen & fristgerecht einlösen
  • Praxispartner sichern & Arbeitskleidung besorgen
  • Mit Lernplan & Unterstützungssystem starten

Fazit: Mit Förderung schnell in einen sinnvollen, sicheren Beruf

Die Umschulung zum Pflegehelfer / zur Pflegehelferin ist für Arbeitslose eine realistische, gut förderbare Möglichkeit, in kurzer Zeit wieder in Beschäftigung zu kommen – mit starker Nachfrage, verlässlichem Einkommen und echtem Mehrwert für die Gesellschaft.

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  • Schnell zur Entscheidung: Details, Inhalte, Trägerprofil, Erfahrungswerte
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