Dec 18, 2025

Staatliche Förderung für Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit: Bildungsgutschein, AVGS & alle Möglichkeiten (2025)

Staatliche Förderung für Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit: Bildungsgutschein, AVGS & alle Möglichkeiten (2025)

Staatliche Förderung für Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit: So sichern Sie sich Bildungsgutschein, AVGS & Co. (2025)

Sie sind arbeitslos, von Arbeitslosigkeit bedroht oder beziehen Bürgergeld – und möchten Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig verbessern? Gute Nachricht: Für Ihre Weiterbildung gibt es staatliche Förderung, die je nach Situation nahezu alle Kosten abdecken kann. In diesem Leitfaden erfahren Sie umfassend und praxisnah, wie Sie 2025 an Bildungsgutschein, AVGS, Umschulung und weitere Förderprogramme der Agentur für Arbeit und des Jobcenters kommen – inklusive Voraussetzungen, Unterlagen, Antragsschritten, Fehlern, die Sie vermeiden sollten, und konkreten Beispielen.


Inhalt

  1. Was bedeutet staatliche Förderung für Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit?
  2. Leistungen im Überblick: Bildungsgutschein, AVGS, Umschulung & mehr
  3. Welche Kosten werden übernommen?
  4. Voraussetzungen & Entscheidungskriterien
  5. Schritt-für-Schritt: So beantragen Sie die Förderung
  6. Checkliste: Benötigte Unterlagen
  7. Häufige Ablehnungsgründe – und wie Sie sie vermeiden
  8. Spezielle Zielgruppen & Sonderfälle
  9. Welche Weiterbildungen sind besonders gefragt?
  10. FAQ: Häufige Fragen
  11. Tipp: Geförderte Weiterbildungen neutral vergleichen (kostenlos)

1) Was bedeutet staatliche Förderung für Weiterbildung bei Arbeitslosigkeit?

Unter staatlicher Förderung versteht man Zuschüsse und Kostenübernahmen für berufliche Qualifizierungen, die Ihre Integration in Arbeit beschleunigen. Zuständig sind je nach Status die Agentur für Arbeit (SGB III) oder das Jobcenter (SGB II, Bürgergeld). Ziel ist, Ihre Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen, beruflich umzusteigen oder mit aktuellen Skills wieder einzusteigen.

Sie profitieren, wenn Sie:

  • arbeitslos gemeldet sind (ALG I oder Bürgergeld),
  • arbeitsuchend gemeldet sind bzw. von Arbeitslosigkeit bedroht sind (z. B. befristeter Vertrag, Kündigung),
  • nach längerer Pause wieder einsteigen möchten (z. B. Elternzeit, Pflegezeit),
  • einen beruflichen Neustart/Umschulung anstreben.

2) Leistungen im Überblick: Bildungsgutschein, AVGS, Umschulung & mehr

Bildungsgutschein (BGS)

Der Bildungsgutschein ist das zentrale Instrument zur Förderung von Weiterbildungen und Umschulungen. Er wird individuell ausgestellt und enthält Zielberuf, maximale Dauer, regionalen Geltungsbereich und Kostentypen. Voraussetzungen sind u. a. eine positive Arbeitsmarktprognose und eine AZAV-zertifizierte Maßnahme.

  • Für wen? Arbeitslose, Arbeitsuchende, Bürgergeld-Beziehende; auch Personen, denen Arbeitslosigkeit droht.
  • Was wird bezahlt? Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, ggf. Unterkunft, Verpflegung, Kinderbetreuung, Lernmittel; bei Umschulung auch Prüfungsgebühren der Kammern.
  • Dauer: Von wenigen Wochen bis zu 24 Monaten (Umschulungen).

AVGS (Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein)

Mit dem AVGS werden Coachings, Bewerbertrainings und Vermittlungsleistungen gefördert, z. B. ein Einzelcoaching zur Berufsorientierung oder zur Vorbereitung auf die Weiterbildung. AVGS-Maßnahmen sind oft der ideale Einstieg, wenn Sie noch nicht genau wissen, welche Qualifizierung passt oder Ihre Bewilligungschancen erhöhen möchten.

Umschulung (über Bildungsgutschein)

Wenn Ihr bisheriger Beruf geringe Perspektiven hat, kann eine Umschulung (i. d. R. 12–24 Monate) gefördert werden. Typische Umschulungsziele: Kaufmann/-frau für Büromanagement, Fachinformatiker/in, Pflegefachassistenz, Fachlagerist/in.

Qualifizierungschancengesetz

Dieses Programm fördert die Weiterbildung Beschäftigter – relevant, wenn Sie noch angestellt, aber von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Es übernimmt anteilig Kurskosten und bezuschusst das Entgelt.

Aufstiegs-BAföG

Für Aufstiegsfortbildungen (z. B. Meister, Fachwirt) – kombiniert Zuschuss und Darlehen. Für Arbeitslose eher selten erste Wahl, kann aber bei klarer Aufstiegsstrategie sinnvoll sein.


3) Welche Kosten werden übernommen?

  • Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten (ÖPNV/PKW-Pauschalen)
  • Unterkunft und ggf. Verpflegung bei auswärtigen Maßnahmen
  • Arbeitsmittel (Fachliteratur, Softwarelizenzen, ggf. Laptop nach Einzelfallprüfung)
  • Kinderbetreuungskosten während der Maßnahme
  • Sprachmodule und berufsbezogene Sprachförderung (je nach Bedarf)
  • Prüfungsvorbereitung und Wiederholungsprüfungen (individuell)

Wichtig: Die Maßnahme muss AZAV-zertifiziert sein und exakt dem Berufsziel im Bildungsgutschein entsprechen.


4) Voraussetzungen & Entscheidungskriterien

Die Bewilligung ist eine Ermessensentscheidung. Darauf achten Vermittlerinnen und Vermittler:

  • Individuelle Eignung: Vorwissen, Motivation, gesundheitliche Eignung, Sprachkenntnisse.
  • Arbeitsmarktbezug: Hohe Vermittlungschancen im Zielberuf, regionale Nachfrage, Fachkräftemangel.
  • Maßnahmenqualität: AZAV-Zulassung des Trägers und der Maßnahme, nachweisbare Erfolgsquoten.
  • Passgenauigkeit: Die Weiterbildung schließt eine realistische Lücke zwischen Profil und Zieljob.
  • Verfügbarkeit: Starttermine, Dauer, Vereinbarkeit mit Betreuungspflichten.

Tipp: Eine klare Begründung mit Stellenmarkt-Recherche und Stellenauszügen erhöht die Chance erheblich.


5) Schritt-für-Schritt: So beantragen Sie die Förderung

  1. Arbeitsuchend/arbeitslos melden und Termin bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter sichern.
  2. Profiling & Zielklärung: Ihre Situation, Ziele und Engpässe ermitteln. Nutzen Sie ggf. ein AVGS-Einzelcoaching zur Vorbereitung.
  3. Passende Maßnahme recherchieren: Nur AZAV-zertifizierte Kurse wählen; Inhalte, Dauer, Abschluss, Jobchancen prüfen.
  4. Kostenvoranschlag/Angebot vom Bildungsträger einholen (mit Maßnahmennummer, Kursinhalten, Start/Dauer, Kosten).
  5. Begründung erstellen: Warum diese Weiterbildung? Fügen Sie 5–10 relevante Stellenanzeigen bei, die die geforderten Skills belegen.
  6. Unterlagen komplettieren (siehe Checkliste unten) und Antrag stellen – am besten vor Kursstart.
  7. Bewilligung abwarten: Sie erhalten den Bildungsgutschein bzw. AVGS mit Gültigkeitsrahmen.
  8. Einlösen & Start: Gutschein beim Träger einlösen, Teilnahme bestätigen lassen, pünktlich starten.
  9. Nachweise liefern: Regelmäßige Teilnahmenachweise, Zwischengespräche, Prüfungsanmeldungen.

Zeithorizont: Von Erstgespräch bis Bewilligung typischerweise 1–4 Wochen, je nach Region und Unterlagendichte.


6) Checkliste: Benötigte Unterlagen

  • Aktueller Lebenslauf mit Schwerpunkt auf Erfahrungen und Skills
  • Nachweise: Zeugnisse, Zertifikate, Referenzen
  • Stellenmarkt-Belege (Stellenanzeigen), die das Qualifikationsziel stützen
  • Kursbeschreibung mit Inhalten, Dauer, Abschluss, AZAV-Nachweis
  • Kostenvoranschlag des Trägers (inkl. Maßnahmennummer)
  • Optional: Motivationsschreiben und Bildungsplan (Zeitplan, Lernziele, Jobziel)
  • Bei Eltern: Nachweis Kinderbetreuung bzw. Betreuungszeiten
  • Bei gesundheitlichen Einschränkungen: ärztliche Eignungsbescheinigung (falls relevant)

7) Häufige Ablehnungsgründe – und wie Sie sie vermeiden

  • Unklare Jobperspektive: Zeigen Sie konkrete Stellenanzeigen, Arbeitsmarktberichte und Arbeitgeberkontakte.
  • Maßnahme nicht passgenau: Kursinhalte müssen direkt zum Zielberuf führen; ggf. Kombi aus Grundlagen + Zertifikat wählen.
  • Fehlende Eignung: Vorab-Eignungstest, Einstufung, Sprachmodul oder Vorkurs vereinbaren.
  • Keine AZAV-Zertifizierung: Nur zertifizierte Träger/Maßnahmen sind förderfähig.
  • Zu lange Dauer ohne Zwischenziel: Etappenplan mit Zwischenzertifikaten vorlegen.

Widerspruch & Alternativen: Bei Ablehnung können Sie Widerspruch einlegen (Begründung nachschärfen) oder zunächst einen AVGS für Coaching nutzen, um Ihr Konzept zu festigen.


8) Spezielle Zielgruppen & Sonderfälle

  • Bürgergeld-Beziehende (SGB II): Gute Chancen bei klarer Integrationsprognose. Kinderbetreuung und Teilzeitmodelle sind möglich.
  • Ü50 / Berufserfahrene: Fokus auf verkürzte, praxisnahe Qualifizierungen (z. B. Software-Updates, Zertifikate, Coaching).
  • Alleinerziehende: Teilzeit, Online-/Hybrid-Formate und Kinderbetreuungszuschüsse berücksichtigen.
  • Menschen mit Migrationsgeschichte: Kombination aus berufsbezogener Sprache (DeuFöV) und Fachkursen erhöht Erfolgschancen.
  • Akademiker/Quereinsteiger IT & Digital: Zertifikate wie Scrum, AWS, Azure, Data Analytics, Cybersecurity sind stark nachgefragt.
  • Gesundheitliche Einschränkungen: Barrierearme Anbieter wählen, ggf. Reha-Beratung einbinden.

9) Welche Weiterbildungen sind 2025 besonders gefragt?

  • IT & Data: Cloud (AWS/Azure), Python, Datenanalyse, KI-Grundlagen, Cybersecurity, DevOps
  • Kaufmännisch & Finanzen: Buchhaltung, Controlling, Lohn & Gehalt, SAP (FI/CO/MM), DATEV
  • Logistik & Technik: Lager/Logistik, Disposition, Qualitätsmanagement, CAD
  • Gesundheit & Pflege: Pflegeassistenz, Betreuung, Praxisorganisation
  • Projekt- & Prozessmanagement: Scrum, PRINCE2, Lean Six Sigma
  • Sprachen & Büro: Business-Englisch, MS Office, Digitale Kollaboration

Pro-Tipp: Kombinieren Sie Basisqualifizierung + anerkanntes Zertifikat (z. B. SAP, Scrum, Cloud). Das steigert die Vermittlungschancen deutlich.


10) FAQ: Häufige Fragen

Deckt der Bildungsgutschein alle Kosten ab?

In der Regel ja: Kurs- und Prüfungsgebühren sowie Fahrt-/Unterkunftskosten, Kinderbetreuung und Lernmittel können übernommen werden – je nach Einzelfall.

Bekomme ich weiter ALG I/Bürgergeld während der Weiterbildung?

Ja, Leistungsbezug läuft weiter, solange die Maßnahme bewilligt ist und Sie teilnehmen. Meldepflichten bleiben bestehen.

Ist Teilzeit oder Online möglich?

Ja. Viele Träger bieten Teilzeit, hybride oder rein digitale Formate an – ideal für Betreuungspflichten.

Kann ich eine Maßnahme selbst auswählen?

Sie schlagen vor, die Agentur/das Jobcenter entscheidet. Wählen Sie AZAV-zertifizierte Angebote und liefern Sie eine starke Begründung.

Wie lange dauert die Bewilligung?

Je nach Fall 1–4 Wochen. Frühzeitig Termine vereinbaren und Unterlagen vollständig einreichen.

Was, wenn ich krank werde?

Unbedingt sofort melden und AU-Bescheinigung vorlegen. Längere Abwesenheiten mit Träger und Ansprechpartner klären.

Was, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Eine Wiederholungsprüfung kann oft gefördert werden. Frühzeitig absprechen.


11) Tipp: Geförderte Weiterbildungen kostenlos vergleichen – mit Careertune

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  • Nur AZAV-zertifizierte Anbieter: Direkt förderfähig für Bildungsgutschein/AVGS.
  • Feinfilter nach Zieljob, Zertifikat, Format (online/teilzeit), Dauer, Starttermin.
  • Unterlagen-Check und Terminvorbereitung: Checklisten und Vorlagen für ein überzeugendes Beratungsgespräch.
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