Dec 18, 2025

Staatliche Weiterbildung für Arbeitslose: Bildungsgutschein, Förderung & Voraussetzungen (2025 Guide)

Staatliche Weiterbildung für Arbeitslose: Bildungsgutschein, Förderung & Voraussetzungen (2025 Guide)

Staatliche Weiterbildung für Arbeitslose: Bildungsgutschein, AVGS, Voraussetzungen & Top-Kurse (2025)

Wer arbeitslos ist, kann mit staatlicher Weiterbildung schnell wieder Fuß am Arbeitsmarkt fassen. Dieser umfassende Ratgeber erklärt, wie Sie Bildungsgutschein und AVGS beantragen, welche Kosten die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter übernimmt, welche Voraussetzungen gelten und welche Weiterbildungen besonders gute Jobchancen bieten. Mit unseren Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten und Praxis-Tipps sind Sie bestens vorbereitet.

Kurzübersicht: Das Wichtigste zur staatlichen Weiterbildung für Arbeitslose

  • Förderarten: Bildungsgutschein (berufliche Weiterbildung/Umschulung), AVGS (Aktivierungs- & Vermittlungsgutschein), ergänzende Leistungen.
  • Kostendeckung: Lehrgangsgebühren, Prüfungen, Fahrkosten, ggf. Unterkunft, Kinderbetreuung, Lernmittel – bei AZAV-zertifizierten Anbietern.
  • Leistungen während der Qualifizierung: ALG I oder Bürgergeld laufen weiter; zusätzlich möglich: Weiterbildungsgeld (i. d. R. 150 € monatlich bei abschlussbezogenen Maßnahmen) sowie Weiterbildungsbonus (z. B. 75 € monatlich bei kürzeren Kursen – abhängig vom Einzelfall und aktueller Rechtslage).
  • Voraussetzungen: Arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet; Maßnahme muss Arbeitsmarktchancen nachweislich verbessern.
  • Wichtig: Kurs und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein, sonst ist eine Förderung meist ausgeschlossen.

Was bedeutet "staatliche Weiterbildung für Arbeitslose" konkret?

Unter staatlicher Weiterbildung für Arbeitslose verstehen viele die Finanzierung einer Fortbildung oder Umschulung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter. Ziel ist, Ihre Vermittlungschancen nachhaltig zu erhöhen. Das kann von kurzen Qualifizierungen (z. B. EDV, Bewerbungstraining) bis zu mehrmonatigen Weiterbildungen und zweijährigen Umschulungen reichen.

Die wichtigsten Förderprogramme im Überblick

1) Bildungsgutschein (SGB III/SGB II)

Der Bildungsgutschein ist die zentrale Förderform für berufliche Weiterbildung und Umschulung. Er bestätigt, dass die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten übernimmt, wenn die Maßnahme geeignet, notwendig und AZAV-zertifiziert ist. Der Gutschein ist zeitlich und regional begrenzt und für einen bestimmten Berufsabschluss oder Qualifikationsbereich ausgestellt.

2) AVGS – Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein

Mit dem AVGS werden vor allem kurze, aktivierende Maßnahmen gefördert, z. B. Coaching, Bewerbungs- und Vermittlungsunterstützung oder kurze Qualifizierungen, die Ihre sofortige Eingliederung in Arbeit unterstützen.

3) Bürgergeld-Boni und Zusatzleistungen

  • Weiterbildungsgeld: in der Regel 150 € monatlich bei abschlussbezogenen Weiterbildungen (z. B. Umschulung).
  • Weiterbildungsbonus: monatliche Prämien bei kürzeren Qualifizierungen sind möglich – abhängig von Maßnahme und individueller Bewilligung.
  • Prüfungsgebühren & Lernmittel: können zusätzlich übernommen werden.

Hinweis: Die konkrete Ausgestaltung kann sich ändern. Maßgeblich ist stets die individuelle Entscheidung Ihrer Agentur für Arbeit bzw. Ihres Jobcenters nach aktueller Rechtslage.

Wer hat Anspruch? Typische Voraussetzungen

  • Arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet (ALG I oder Bürgergeld) oder von Arbeitslosigkeit bedroht.
  • Qualifikationslücke oder fehlender Berufsabschluss; veraltete Kenntnisse; gesundheitlicher oder technologischer Wandel erfordert Neuausrichtung.
  • Konkrete Arbeitsmarkt-Relevanz der Qualifizierung: Sie müssen plausibel zeigen können, dass die Weiterbildung Ihre Chancen deutlich verbessert.
  • AZAV-Zertifizierung von Träger und Maßnahme.
  • Teilnahmefähigkeit (z. B. ausreichende Deutschkenntnisse, ggf. Eignungstest, verlässliche Kinderbetreuung).

Welche Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit/Das Jobcenter?

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (inkl. IHK, HWK, Zertifizierungsgebühren).
  • Lernmittel (Skripte, Fachbücher), ggf. digitale Lizenzen.
  • Fahrkosten bzw. ÖPNV-Tickets; bei weiten Wegen ggf. Unterkunft.
  • Kinderbetreuungskosten in begründeten Fällen.
  • Praktikumskosten im Rahmen der Maßnahme, falls vorgesehen.
  • Technikunterstützung: In Einzelfällen Leihgeräte/Zuschüsse, wenn für die Teilnahme zwingend erforderlich (bitte individuell klären).

währenddessen erhalten Sie weiterhin ALG I bzw. Bürgergeld. Zusätzliche Zahlungen wie Weiterbildungsgeld und Bonus sind je nach Maßnahme möglich.

So beantragen Sie Ihre staatliche Weiterbildung: Schritt-für-Schritt

  1. Bedarf klären: Analysieren Sie Fähigkeiten, Lücken, Zielberufe. Sammeln Sie 3–5 aktuelle Stellenanzeigen, die zeigen, welche Skills gerade gefragt sind.
  2. Beratungstermin vereinbaren: Sprechen Sie mit Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter. Bringen Sie Lebenslauf, Nachweise, Stellenanzeigen sowie erste Kursideen mit.
  3. Passende Maßnahme identifizieren: Wählen Sie nur AZAV-zertifizierte Kurse/Träger in Voll- oder Teilzeit, ggf. online oder hybrid. Lassen Sie sich Kursinhalte, Dauer, Starttermine schriftlich geben.
  4. Bildungsgutschein/AVGS beantragen: Begründen Sie die Arbeitsmarkt-Relevanz und Eignung (z. B. durch Stellenanzeigen und Skill-Gap). Bitten Sie um schriftlichen Bescheid.
  5. Gutschein einlösen & starten: Melden Sie sich beim Träger an, reichen Sie den Gutschein fristgerecht ein und starten Sie die Weiterbildung. Halten Sie Anwesenheits- und Mitwirkungspflichten ein.

Unterlagen-Checkliste für Ihren Antrag

  • Aktueller Lebenslauf und Zeugnisse.
  • 3–5 Stellenanzeigen für Zieljobs (Begründung der Maßnahme).
  • Kursbeschreibung mit Dauer, Inhalten, Lernform (Präsenz/Online), Abschluss.
  • AZAV-Nachweise des Trägers und der Maßnahme.
  • Kostenvoranschlag inkl. Prüfungsgebühren und Starttermin.
  • Ggf. Nachweise zur Kinderbetreuung und Fahrweg.

Lernformen: Präsenz, Online, Hybrid – was ist förderfähig?

Förderfähig sind AZAV-zertifizierte Maßnahmen in Präsenz, Online oder hybrid. Viele Träger bieten virtuelle Klassenzimmer, Lernplattformen und Betreuung an. Wichtig ist, dass Unterrichtszeiten, Lernfortschritt und Teilnahme dokumentiert werden. Home-Office-Lernen ist möglich, sofern die Maßnahme strukturiert und zertifiziert ist.

Dauer: Von kurzer Qualifizierung bis zur Umschulung

  • Kurzqualifizierungen: 2–12 Wochen (z. B. EDV, SAP, Projektmanagement-Zertifikate, Sprachen für den Beruf).
  • Fachkurse: 3–9 Monate (z. B. Buchhaltung, E-Commerce, Data Analytics Basics, Pflegebasiskurse).
  • Umschulungen: 18–24 Monate (z. B. IHK-Abschlüsse). Oft mit Praxisanteilen und Prüfungen.

Top-Weiterbildungen mit starken Jobchancen

Diese Bereiche sind 2025 besonders gefragt und werden häufig staatlich gefördert:

IT & Digital

  • Fachinformatik (Umschulung), Systemadministration, Netzwerke
  • Cloud & DevOps (AWS, Azure, Docker, Kubernetes)
  • Data Analytics/BI (Excel Advanced, SQL, Power BI, Python Basics)
  • Webentwicklung (Frontend/Backend), QA/Softwaretesting
  • IT-Support/Helpdesk, ITIL, CompTIA-Grundlagen

Kaufmännisch & Office

  • Finanzbuchhaltung, Lohn & Gehalt (z. B. DATEV)
  • SAP (FI/CO/MM/SD) – sehr gefragt in Industrie und Handel
  • E-Commerce, Online-Marketing, Social Media
  • Projektmanagement (Scrum, PRINCE2, IPMA) inkl. Zertifikate

Gesundheit, Pflege & Soziales

  • Pflegebasiskurse und Betreuungskraft nach § 43b SGB XI
  • Pflegeassistenz, Alltagsbegleitung, Hygiene- und Dokumentationsschulungen
  • Therapie- und Sozialassistenz, pädagogische Zusatzqualifikationen

Logistik, Technik & Produktion

  • Lager & Logistik (Staplerschein, Warenwirtschaft, Kommissionierung, SAP EWM)
  • Industrielle Fertigung (CNC-Basics, Qualitätsmanagement, Lean)
  • Gebäudetechnik, Sicherheit, Arbeitsschutz

Wie erhöhen Sie Ihre Bewilligungschancen?

  • Arbeitsmarktrelevanz belegen: Bringen Sie Stellenanzeigen mit exakt den gefragten Skills des Kurses.
  • Kursvergleich: Zeigen Sie, dass der gewählte Kurs preislich und inhaltlich sinnvoll ist.
  • Verfügbarkeit & Eignung nachweisen: Teilnahmezeiten, Kinderbetreuung, technische Ausstattung, Motivation.
  • Abschlussorientierung: Zertifikate (IHK, Herstellerzertifikate, anerkannte Standards) erhöhen die Chancen.
  • Regionale Nachfrage: Belegen Sie Bedarf in Ihrer Region oder bundesweit (remote-Jobs, Fachkräftemangel).

Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu späte Antragstellung: Reichen Sie alles vor Kursstart ein und warten Sie die schriftliche Bewilligung ab.
  • Unzureichende Begründung: Ohne klare Job-Perspektive wird selten gefördert. Nutzen Sie Stellenanzeigen!
  • Nicht zertifizierter Anbieter: Ohne AZAV keine Kostenübernahme.
  • Unpassende Kursdauer: Wählen Sie realistisch: passt die Dauer zu Ihrer Lebenssituation?
  • Pflichten ignoriert: Fehlzeiten gefährden die Förderung. Kommunizieren Sie Probleme frühzeitig.

FAQ: Staatliche Weiterbildung arbeitslos

Bekomme ich während der Weiterbildung weiterhin Geld?

Ja. ALG I bzw. Bürgergeld laufen grundsätzlich weiter. Zusätzlich sind Weiterbildungsgeld und Boni möglich – abhängig von Maßnahme und Bewilligung.

Kann ich mir den Bildungsträger selbst aussuchen?

Ja, sofern Träger und Maßnahme AZAV-zertifiziert sind und die Maßnahme als geeignet anerkannt wird.

Sind Online-Weiterbildungen förderfähig?

Ja, wenn sie strukturiert, betreut und AZAV-zertifiziert sind. Virtuelles Klassenzimmer und Lernstands-kontrolle sind üblich.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Sprechen Sie frühzeitig mit dem Träger und Ihrer Vermittlungsfachkraft. Wiederholungen sind möglich; Prüfungsgebühren können ggf. erneut übernommen werden – individuelle Entscheidung.

Kann ich Führerschein oder andere Lizenzen fördern lassen?

Nur, wenn sie zwingende Voraussetzung für die angestrebte Tätigkeit sind (z. B. Staplerschein in der Logistik). Eine PKW-Fahrerlaubnis wird selten gefördert.

Praxisbeispiel: Vom Minijob zur kaufmännischen Anstellung

Anna (37) ist arbeitslos, liebt Zahlen und möchte in die Buchhaltung. Sie sammelt Stellenanzeigen, die Datev und Lohn & Gehalt fordern, findet eine AZAV-zertifizierte 6-monatige Weiterbildung inkl. Zertifikat und beantragt den Bildungsgutschein. Nach erfolgreicher Prüfung startet sie mit Unterstützung des Trägers direkt in ein bezahltes Praktikum und erhält kurz darauf ein Jobangebot.

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Fazit

Staatliche Weiterbildung für Arbeitslose ist der effizienteste Weg, Ihre Chancen am Arbeitsmarkt deutlich zu verbessern. Wer Arbeitsmarktrelevanz belegt, eine AZAV-zertifizierte Maßnahme wählt und den Antrag gut vorbereitet, erhält in vielen Fällen eine vollständige Kostenübernahme inklusive Zusatzleistungen. Starten Sie heute – und sichern Sie sich mit wenigen Klicks eine passende, förderfähige Weiterbildung über unsere Plattform.


Hinweis: Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Entscheidend sind die individuellen Bescheide Ihrer Agentur für Arbeit oder Ihres Jobcenters sowie die aktuelle Gesetzeslage.

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