Dec 19, 2025

Weiterbildung für Arbeitslose mit Migrationshintergrund: Förderungen, Kurse und Schritt-für-Schritt-Anleitung (2025)

Weiterbildung für Arbeitslose mit Migrationshintergrund: Förderungen, Kurse und Schritt-für-Schritt-Anleitung (2025)

Weiterbildung für Arbeitslose mit Migrationshintergrund: Förderungen, Kurse und Schritt-für-Schritt-Anleitung (2025)

Sie sind arbeitslos, haben einen Migrationshintergrund und wollen Ihre Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt schnell und nachhaltig erhöhen? Mit den richtigen geförderten Weiterbildungen – bezahlt von Agentur für Arbeit oder Jobcenter – gelingt der Einstieg oder Wiedereinstieg oft deutlich schneller. In diesem umfassenden Guide erfahren Sie alles zu Fördermöglichkeiten, geeigneten Kursen, Voraussetzungen und der konkreten Antragstellung – speziell für Menschen mit Migrationserfahrung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Förderungen: Bildungsgutschein (§ 81 SGB III), AVGS-Coaching (§ 45 SGB III), Bürgergeld-Bonus (75 € mtl.) und Weiterbildungsgeld (150 € mtl.), Fahrtkosten- und Kinderbetreuungszuschüsse, berufsbezogene Deutschkurse (DeuFöV nach § 45a AufenthG).
  • Geeignete Kurse: Berufsdeutsch (B1–C1), IT & Digital (z. B. SAP, Datenanalyse), Kaufmännisch (DATEV, Buchhaltung), Pflege & Betreuung, Lager/Logistik (inkl. Staplerschein), Sicherheit (§ 34a), Handwerk/Technik (Teilqualifikationen, Externenprüfung), Integration & Anerkennung.
  • Voraussetzungen: Arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet; Kurs und Ziel müssen vermittelungsrelevant sein; Maßnahme AZAV-zertifiziert (förderfähig).
  • Ablauf: Profil klären → passende Weiterbildung finden → Termin bei Jobcenter/Arbeitsagentur → Bildungsgutschein/AVGS beantragen → starten.

Wer hat Anspruch auf Förderung?

Grundsätzlich können Arbeitslose und Arbeitssuchende – auch mit Migrationshintergrund – geförderte Qualifizierungen erhalten, wenn dadurch die Chancen auf eine nachhaltige Beschäftigung steigen. Entscheidend sind:

  • Status: arbeitslos, arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht (z. B. befristet, in Transfergesellschaft).
  • Aufenthaltsrecht: In der Regel benötigen Sie einen Zugang zum Arbeitsmarkt (Aufenthaltserlaubnis mit Erwerbstätigkeit, Niederlassungserlaubnis, teilweise Duldung mit Arbeitsmarktzugang). Für Sprachförderung (DeuFöV) gelten gesonderte Regeln.
  • Passgenauigkeit: Die gewählte Weiterbildung muss konkret begründen, warum Sie damit schneller in Arbeit kommen (z. B. Sprachlevel für Ihren Beruf, fehlende Zertifikate, Anerkennungsauflagen).

Tipp: Bringen Sie zum Termin Nachweise mit (Lebenslauf, Zeugnisse, Sprachnachweise, Anerkennungsbescheid, Stellenanzeigen als Belege für Kursrelevanz).

Welche Förderungen gibt es? (Überblick 2025)

1) Bildungsgutschein (SGB III § 81)

Der Bildungsgutschein finanziert eine berufliche Weiterbildung oder Umschulung bei einem AZAV-zertifizierten Träger. Übernommen werden i. d. R.:

  • Kurs- und Prüfungsgebühren
  • Fahrtkosten
  • Unterkunft/Verpflegung (bei auswärtiger Teilnahme)
  • Teilweise Kinderbetreuungskosten

Ideal für: Umschulung, Teilqualifikationen, Externenprüfung, IT-/Kaufmännische Zertifikate, Fachmodule (z. B. SAP, DATEV).

2) Bürgergeld: Weiterbildungsgeld & Bonus

  • Weiterbildungsgeld (150 € mtl.) bei Teilnahme an berufsabschlussbezogenen Weiterbildungen (z. B. Umschulung, Externenprüfung).
  • Bürgergeld-Bonus (75 € mtl.) für nichtabschlussbezogene Weiterbildungen ab 8 Wochen Dauer.

Dazu können Fahrtkosten, Lernmittel und Kinderbetreuung übernommen werden.

3) AVGS-Coaching (§ 45 SGB III)

Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) finanzieren Sie ein Einzelcoaching, z. B.:

  • Bewerbungs- und Jobcoaching (inkl. deutscher Bewerbung, Vorstellungsgespräch)
  • Karriere- und Anerkennungsberatung (Unterlagen, Übersetzungen planen)
  • Deutsch- & Berufsorientierung, digitale Kompetenzen

Vorteil: Individuell, flexibel, oft kurzfristig startbar.

4) Berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV)

Die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) nach § 45a AufenthG baut auf Integrationskursen auf und bietet B1–C1 Berufsdeutsch mit beruflicher Ausrichtung. Häufig kostenfrei mit Berechtigung/Verpflichtung.

  • Module: z. B. B2-Berufsdeutsch, C1, Spezialmodule für Pflege, Gewerbe/Technik, Büro/Kaufmännisch
  • Ziel: Sprache am Arbeitsplatz, Fachwortschatz, Bewerbungen, Kommunikation

5) Anerkennung & Qualifizierungsunterstützung

Wenn Sie einen Abschluss aus dem Ausland haben, helfen Anerkennungsberatung und – falls nötig – Anpassungsqualifizierungen (ggf. gefördert). Teilweise sind Zuschüsse für Übersetzungen, Beglaubigungen und Anerkennungsverfahren möglich. Erkundigen Sie sich bei lokalen Beratungsstellen (z. B. IQ-Netzwerk).

Welche Weiterbildungen passen zu Migrantinnen und Migranten?

Die richtige Wahl hängt von Ihrem Vorwissen, Sprachniveau und Berufsplan ab. Besonders gefragt sind 2025:

1) Sprache & Kommunikation

  • Berufsdeutsch B1–C1 (DeuFöV): Fokus auf Arbeitsplatzkommunikation, E-Mails, Telefonate, Fachwortschatz.
  • Prüfungsvorbereitung: telc B2/C1 Beruf, Goethe B2/C1, Pflege-Deutsch für Anerkennung.

2) Büro, Verwaltung & Kaufmännisch

  • MS Office & digitale Grundbildung (Word, Excel, Outlook, Teams)
  • DATEV, Lexware, Buchführung, Lohn & Gehalt
  • SAP (Anwender/in, Modulschulungen)

3) IT & Digital

  • IT-Support, Systemadministration (z. B. CompTIA A+, Linux Basics)
  • Web & Data (No-/Low-Code, Datenanalyse, Power BI)
  • Cloud & Security (Microsoft, AWS Grundlagen)

4) Pflege, Soziales & Gesundheit

  • Pflegebasiskurs, Betreuungskraft § 53b SGB XI
  • Kenntnisprüfung/Anpassungslehrgang für ausländische Pflegekräfte

5) Lager, Logistik & Produktion

  • Staplerschein, Kommissionierung, Warenwirtschaft
  • Logistiksoftware (z. B. SAP EWM Basics)

6) Sicherheit & Service

  • Unterrichtung/Prüfung § 34a GewO
  • Service- und Empfangstraining, Brandschutzgrundlagen

7) Handwerk & Technik

  • Teilqualifikationen (TQ) mit IHK-Zertifikat – praxisnah, modular
  • Externenprüfung zur Nachholung eines Berufsabschlusses

Schritt-für-Schritt: So bekommen Sie Ihren Bildungsgutschein

  1. Profil klären: Lebenslauf aktualisieren, Stärken/Erfahrungen sammeln, berufliches Ziel notieren.
  2. Kurs recherchieren: AZAV-zertifizierte Angebote suchen (Inhalte, Dauer, Start, Format, Sprache).
  3. Belege sammeln: 3–5 relevante Stellenanzeigen, die genau die Kursinhalte/Zertifikate verlangen.
  4. Beratungstermin vereinbaren: Bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter – Anliegen klar formulieren.
  5. Nutzen argumentieren: Warum genau dieser Kurs Sie in 6–12 Monaten in Arbeit bringt (regionaler Bedarf, Sprachanforderungen, Zertifikat).
  6. Bildungsgutschein/AVGS erhalten: Auf dem Gutschein stehen Ziel, Dauer, Region – prüfen Sie alles sorgfältig.
  7. Start organisieren: Trägeranmeldung, Prüfung der Unterlagen, Förderbestätigung abwarten, dann Kursbeginn.

Checkliste: Unterlagen für Ihren Termin

  • Personalausweis/Aufenthaltstitel und Arbeitsmarktzugang
  • Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. Übersetzungen
  • Sprachnachweise (A2–C1)
  • Anerkennungsbescheid oder Status (falls vorhanden)
  • Konkrete Kursinfos (Flyer, Link, AZAV-Hinweis, Starttermine)
  • Beispiele passender Stellenanzeigen

Typische Hürden – und wie Sie sie lösen

  • Sprachlevel reicht nicht: Erst DeuFöV B2 oder passendes Sprachmodul belegen, danach Fachkurs starten.
  • Unsicheres Berufsprofil: AVGS-Coaching nutzen, Ziel schärfen, passende Stellensuche üben.
  • Fehlende Anerkennung: Anerkennungsberatung aufsuchen; ggf. Anpassungsqualifizierung über Bildungsgutschein.
  • Familie & Betreuung: Frühzeitig Kinderbetreuungszuschüsse und Kurszeiten klären; Online- oder Hybrid-Formate prüfen.
  • Technik/Internet: Träger nach Leih-Laptop, Lernplattform und Support fragen.

Wie wähle ich den richtigen Kurs? (Qualitäts-Check)

  • AZAV-Zertifizierung vorhanden?
  • Abschluss/Zertifikat mit Arbeitsmarktrelevanz (IHK, SAP, DATEV, § 34a etc.)
  • Praxis- und Bewerbungstraining integriert?
  • Sprachsupport für Fachbegriffe gegeben?
  • Jobplacement/Netzwerk oder Praktikum geplant?

FAQ: Weiterbildung arbeitslos mit Migration

Bekomme ich eine Förderung auch mit unsicherem Aufenthaltsstatus?

Oft ja – entscheidend ist, ob Sie arbeiten dürfen. Sprechen Sie Ihre Ansprechperson an; bei Sprachförderung (DeuFöV) gelten eigene Zugangsregeln.

Muss ich perfekt Deutsch sprechen?

Nein. Viele starten mit berufsbezogenem Deutsch (B1–B2) und bauen dann Fachwissen auf. Für fachliche Weiterbildungen ist häufig mind. B1/B2 sinnvoll.

Wie lange darf eine Weiterbildung dauern?

Von wenigen Wochen bis zu 24 Monaten (z. B. Umschulung). Wichtig ist die Vermittlungschance im Anschluss.

Wer bezahlt Übersetzungen und Anerkennung?

In Einzelfällen sind Zuschüsse möglich. Klären Sie dies mit Jobcenter/Arbeitsagentur oder speziellen Beratungsstellen (z. B. IQ-Netzwerk).

Kann ich online lernen?

Ja. Viele AZAV-Maßnahmen sind online oder hybrid. Achten Sie auf Technikvoraussetzungen und Support.

Praxisbeispiel: Schneller in Arbeit mit klarem Plan

Samira (B2 Deutsch), arbeitslos, absolvierte in 12 Wochen SAP-Anwender plus Bewerbungstraining. Mit Bildungsgutschein finanziert, anschließend Bewerbung mit Coach – nach 8 Wochen im Backoffice gestartet.

Lokale Unterschiede & Timing

In Ballungsräumen gibt es oft mehr Anbieter und Starttermine. Frühzeitig recherchieren, da beliebte Kurse schnell voll sind. Nutzen Sie flexible Formate, um Wartezeiten zu vermeiden.

Ihr nächster Schritt: Geförderte Weiterbildungen vergleichen

Finden Sie in wenigen Minuten passende, AZAV-zertifizierte Kurse – nach Sprache, Ort, Branche und Starttermin gefiltert:

  • Kostenlos & neutral vergleichen
  • Nur förderfähige Angebote (Jobcenter/Arbeitsagentur)
  • Filter nach Sprachniveau, Online/Präsenz, Dauer, Zertifikat
  • Direkte Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung

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