Dec 19, 2025

Weiterbildung nach Kündigung: Arbeitslos? So sicherst du dir Förderung und Bildungsgutschein

Weiterbildung nach Kündigung: Arbeitslos? So sicherst du dir Förderung und Bildungsgutschein

Weiterbildung nach Kündigung: Arbeitslos? So sicherst du dir Förderung und Bildungsgutschein

Du wurdest gekündigt oder hast selbst gekündigt und fragst dich, wie du die Zeit der Arbeitslosigkeit sinnvoll nutzt? Eine Weiterbildung nach Kündigung kann zum Karrieresprungbrett werden – vor allem, wenn die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter die Kosten übernimmt. In diesem Leitfaden erfährst du alles, was du wissen musst: Voraussetzungen, Bildungsgutschein, Antrag, Fristen, Förderhöhe, Kurswahl und konkrete Tipps für dein Gespräch mit der Vermittlung.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung. Er basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen (u. a. SGB III, Praxiswissen) und richtet sich an Personen in Deutschland.

Warum gerade jetzt? Vorteile einer Weiterbildung nach der Kündigung

  • Beschleunigte Wiedereingliederung: Gefragte Skills (z. B. IT, Projektmanagement) verkürzen die Jobsuche deutlich.
  • Kostenübernahme: Mit dem Bildungsgutschein werden Lehrgangskosten sowie Fahrtkosten, Prüfungsgebühren, ggf. Kinderbetreuung, Unterkunft übernommen.
  • Neustart statt Lücke: Eine Weiterbildung zeigt Initiative, motiviert und verhindert große CV-Lücken.
  • Höhere Gehaltschancen: Zertifizierte Abschlüsse (IHK, Herstellerzertifikate) erhöhen Marktwert und Verhandlungsspielraum.

Die wichtigsten Förderinstrumente im Überblick

1) Bildungsgutschein (SGB III, §81)

Der Bildungsgutschein ist das zentrale Förderinstrument für Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen. Er finanziert zertifizierte (AZAV) Weiterbildungen, Umschulungen oder Teilqualifikationen mit einem klaren beruflichen Ziel.

Was wird typischerweise übernommen?

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren
  • Lernmittel und Lizenzkosten (kursabhängig)
  • Fahrtkosten (pendeln) oder Unterkunft/Verpflegung bei auswärtiger Teilnahme
  • Kinderbetreuungskosten (wenn notwendig)

2) AVGS – Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (§45 SGB III)

Mit dem AVGS finanzierst du z. B. Coaching (Bewerbung, Karriere, Bewerbungsmappencheck, Jobcoaching), Vermittlung oder Kurzmaßnahmen zur Aktivierung. Ideal als Brücke oder zur Vorbereitung auf eine große Weiterbildung.

3) Umschulung mit Abschluss (IHK/HWK)

Wenn ein kompletter Berufswechsel sinnvoll ist, fördert die Agentur zweijährige Umschulungen mit staatlich anerkanntem Abschluss. Auch Teilqualifikationen (TQ) sind möglich – modular, praxistauglich, schneller umsetzbar.

„Weiterbildung arbeitslos nach Kündigung“: Habe ich Anspruch?

Ein Rechtsanspruch auf einen Bildungsgutschein besteht nicht. Die Förderung ist eine Ermessensleistung – die Sachbearbeitung prüft, ob die Maßnahme notwendig und geeignet ist, dich nachhaltig in Arbeit zu bringen.

Gute Chancen hast du, wenn:

  • dein bisheriger Beruf geringe Perspektiven bietet (z. B. struktureller Wandel, Automatisierung)
  • du mit der Weiterbildung konkrete Stellen erreichen kannst (Stellenanzeigen mit Kursinhalten belegen!)
  • der Kurs AZAV-zertifiziert ist und zu einem klaren Berufsbild führt
  • du geeignet bist (Vorkenntnisse, Sprachlevel, Motivation)

Wichtig bei Eigenkündigung: Eine Sperrzeit beim ALG I (typisch bis zu 12 Wochen) ist möglich. Sie muss Förderung jedoch nicht ausschließen – bereite deine berufliche Begründung für den Wechsel gut vor (z. B. Gesundheit, fehlende Perspektive, Umzug).

Fristen & To-dos nach der Kündigung

  1. Arbeitsuchend melden innerhalb von 3 Tagen nach Erhalt der Kündigung (§38 SGB III).
  2. Arbeitslos melden persönlich oder online am ersten Tag der Arbeitslosigkeit.
  3. Profil anlegen in der Jobbörse und Unterlagen hochladen (Lebenslauf, Zeugnisse).
  4. Weiterbildungswunsch formulieren und passenden Kurs recherchieren (AZAV-Zertifizierung!).
  5. Beratungstermin bei Agentur für Arbeit/Jobcenter vereinbaren; Unterlagen mitbringen (s. Checkliste).
  6. Antrag auf Bildungsgutschein/AVGS vor Kursstart stellen.
  7. Bewilligung abwarten, Bildungsgutschein einlösen, Start bestätigen.

Checkliste: Unterlagen für deinen Bildungsgutschein-Antrag

  • Kursinformationen (Dauer, Inhalte, Abschluss, Unterrichtsform, AZAV-Nachweis, Träger)
  • Kostenübersicht (Lehrgang, Prüfung, Materialien, ggf. Fahrt/Unterkunft)
  • Arbeitsmarktbezug: 5–10 aktuelle Stellenanzeigen, die genau diese Qualifikation verlangen
  • Lebenslauf mit Fokus auf passende Vorerfahrung
  • Motivationsdarlegung (max. 1 Seite): Warum genau dieser Kurs dich zügig in Arbeit bringt
  • Nachweise (Zertifikate, Sprachlevel, IT-Kenntnisse)

So überzeugst du im Beratungsgespräch: Leitfaden

Nutze diese Struktur, um dein Anliegen klar und förderfähig zu präsentieren:

  1. Ausgangslage: Branche/Job, Gründe der Kündigung, Arbeitsmarkt-Situation.
  2. Zielrolle: Konkrete Stellenbezeichnungen (z. B. „Sachbearbeiter Rechnungswesen mit DATEV“, „IT-Support 1st Level“, „Projektassistenz“).
  3. Skill-Gap: Was dir fehlt (z. B. SAP FI/CO, Azure Fundamentals, Deutsch B2, PMP).
  4. Maßnahme: Konkreter Kurs (AZAV), Dauer, Abschluss, Starttermin.
  5. Marktbelege: Stellenanzeigen, Gehaltsrange, Nachfrageentwicklung.
  6. Vermittlungsprognose: Warum du mit Kurs in 3–6 Monaten vermittelbar bist, ohne Kurs aber deutlich schlechter.

Welche Weiterbildungen lohnen sich nach der Kündigung?

Orientiere dich an gefragten, zertifizierbaren Profilen mit klarem Berufsbildern. Beispiele:

  • IT & Daten: IT-Support, Systemadministration, Cloud (AWS/Azure), Cybersecurity Basics, Data Analytics, Python-Grundlagen
  • Büro & Finanzen: DATEV/Lexware, Lohn- und Gehaltsbuchhaltung, E-Rechnung, Controlling-Basics
  • Projekt & Prozess: Projektassistenz, Scrum Master, PRINCE2, Lean Six Sigma (Yellow/Green Belt)
  • Industrie & Logistik: CNC, Schweißen, Qualitätsmanagement, Lager/Staplerschein, SAP MM/SD
  • Gesundheit & Soziales: Pflegebasiskurse, Betreuungsassistenz §43b/53c, Praxisorganisation
  • Marketing & Vertrieb: Online-Marketing, SEO/SEA Basics, Social Media, CRM
  • Sprachen & Office: Deutsch B1–C1, Englisch B2–C1, MS Office/Excel-Expert

Tipp: Bevorzuge Kurse mit anerkanntem Abschluss (IHK, Herstellerzertifikate, DIN/ISO) oder klarem Praxisbezug (Projekte, Labs, Fallstudien).

Online, hybrid oder Präsenz? So triffst du die richtige Wahl

  • Online (Live-Unterricht): Flexibel, ortsunabhängig, gut kombinierbar mit Kinderbetreuung. Achte auf Interaktivität (Breakouts, Übungen).
  • Hybrid: Ideal, wenn du ab und zu in Präsenz üben willst (z. B. Werkstatt, Lab).
  • Präsenz: Sinnvoll für Praxisberufe (Handwerk, Pflege) und intensives Netzwerken.

Häufige Fragen (FAQ) zur Weiterbildung arbeitslos nach Kündigung

Gilt Förderung auch bei Eigenkündigung?

Ja, grundsätzlich möglich. Eine Sperrzeit kann das ALG I mindern/verschieben, schließt Förderung aber nicht automatisch aus. Wichtig: berufliche Begründung sauber darlegen.

Kann ich schon während der Kündigungsfrist starten?

Solange du noch angestellt bist, greift meist die Förderung für Beschäftigte (anderes Rechtsregime). Sprich früh mit der Agentur; häufig startet die geförderte Maßnahme direkt nach Vertragsende.

Wie lange darf eine geförderte Weiterbildung dauern?

Von einigen Wochen (Zertifikate) bis zu 24 Monaten (Umschulung). Entscheidend: Vermittlungsprognose und Marktnachfrage.

Was, wenn ich während der Weiterbildung einen Job finde?

Glückwunsch! Häufig kann die Maßnahme flexibel beendet oder in Teilzeit weitergeführt werden. Sprich rechtzeitig mit Träger und Vermittlung.

ALG I vs. Bürgergeld – macht das einen Unterschied?

Beide Stellen (Agentur für Arbeit/Jobcenter) können fördern. Die Prüfkriterien sind ähnlich: Notwendigkeit, Eignung, Arbeitsmarktbezug, Zertifizierung.

Brauche ich einen bestimmten Schulabschluss?

Nein. Wichtig ist die Eignung für den Zielberuf und ggf. Sprachniveau. Bei Umschulungen können Eignungstests üblich sein.

Typische Fehler – und wie du sie vermeidest

  • Zu spät melden: Melde dich sofort arbeitssuchend, sonst drohen Nachteile.
  • Kein Arbeitsmarktbezug: Sammle Stellenanzeigen, die den Kurs verlangen.
  • Unklare Ziele: Vermeide „Irgendwas mit Medien/IT“. Definiere konkrete Rollen.
  • Falsche Kursqualität: Nur AZAV-zertifizierte Anbieter wählen; auf Abschluss achten.
  • Allein entscheiden: Hol dir Beratung und vergleiche mehrere Kurse (Inhalte, Dauer, Jobchancen).

Schritt-für-Schritt: So kommst du zur geförderten Weiterbildung

  1. Bedarf klären: Zielrolle definieren, Skill-Gap analysieren.
  2. Kurse vergleichen: Dauer, Abschluss, Vermittlungsquote, Bewertungen, Praxisanteil, Unterrichtsform.
  3. Nachweise sammeln: Stellenanzeigen, Kostenvoranschlag, Kursplan, AZAV-Zertifikat.
  4. Beratung wahrnehmen: Argumentation üben, Fragen notieren.
  5. Bildungsgutschein beantragen: Maßnahme, Ziel, Starttermin angeben.
  6. Gutschein einlösen: Beim Träger einreichen, Teilnahme bestätigen.
  7. Start & Dranbleiben: Anwesenheit, Übungen, Zertifikate – und parallel Jobpipeline aufbauen.

Rechtliche Grundlagen & Qualitätssicherung (Kurzüberblick)

  • SGB III §81: Förderung der beruflichen Weiterbildung (u. a. Bildungsgutschein)
  • SGB III §45: Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (AVGS)
  • AZAV: Zulassung von Trägern und Maßnahmen – Qualitätssiegel für förderfähige Kurse

Weitere Infos: Agentur für Arbeit – Berufliche Weiterbildung

Praxisbeispiel: Von der Kündigung zum neuen Job in 12 Wochen

Ausgangslage: Elena (34), kaufmännische Angestellte, betriebsbedingte Kündigung.

Ziel: Wechsel in die Projektassistenz (Industrie).

Maßnahme: 12-wöchiger AZAV-Kurs „Projektassistenz mit PRINCE2 Foundation + MS Project“ (inkl. Zertifikat).

Belege: 8 Stellenanzeigen aus der Region fordern genau diese Zertifikate.

Ergebnis: Bildungsgutschein bewilligt, Kurs abgeschlossen, zwei Jobangebote binnen 4 Wochen nach Zertifizierung.

Pro-Tipps für maximale Jobchancen

  • Zertifikatsprüfung ernst nehmen: Offizielle Hersteller-/IHK-Prüfungen erhöhen Sichtbarkeit.
  • Netzwerken: LinkedIn-Profil mit Kursinhalten aktualisieren; Dozierende nach Empfehlungen fragen.
  • Jobfunnel parallel: 5 Bewerbungen/Woche ab Woche 3; Erfolg messen und iterieren.
  • Praxisprojekte: Portfolio/Case Studies bauen (GitHub, Präsentationen, Arbeitsproben).

Was kostet dich das – und wer zahlt?

Bei Bewilligung durch Agentur/Jobcenter werden Lehrgangskosten und in vielen Fällen Nebenkosten übernommen. Frage konkret nach:

  • Fahrtkosten (ÖPNV/PKW-Pauschale)
  • Unterkunft/Verpflegung bei auswärtiger Teilnahme
  • Kinderbetreuung
  • Prüfungsgebühren und Lernmittel

Wichtig: Alles vor Kursstart abstimmen und schriftlich bestätigen lassen.

Fazit: Kündigung als Chance – mit der richtigen Weiterbildung schneller zurück in den Job

Eine Weiterbildung arbeitslos nach Kündigung ist kein Lückenfüller, sondern ein strategischer Schritt. Mit klarer Zielrolle, starkem Kurs (AZAV, Abschluss, Praxis) und guter Argumentation stehen die Chancen auf Förderung und schnellen Wiedereinstieg sehr gut.

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