Weiterbildung arbeitslos über 40: Der große Ratgeber 2025
Arbeitslos mit 40+ und auf der Suche nach neuen Perspektiven? Gute Nachricht: Weiterbildungen und Umschulungen werden in Deutschland gezielt gefördert – gerade auch für Menschen über 40. Mit dem richtigen Plan, dem passenden Kurs und der optimalen Förderung (z. B. Bildungsgutschein) können Sie Ihre Chancen auf einen stabilen, gut bezahlten Job deutlich erhöhen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie als Arbeitssuchende/r über 40 die passende Weiterbildung finden, finanzieren und erfolgreich abschließen – inklusive Top-Kursideen, Checklisten, Bewerbungstipps und FAQ.
Warum gerade jetzt? Vorteile einer Weiterbildung mit 40+
- Berufserfahrung als Plus: Mit 15–25 Jahren Praxis bringen Sie Reife, Verantwortungsbewusstsein und Problemlösekompetenz mit – Eigenschaften, die Arbeitgeber schätzen.
- Gezielte Aufqualifizierung: Eine kurze, spezifische Weiterbildung schließt Lücken (z. B. digitale Tools, Zertifikate) und macht Sie sofort produktiv.
- Förderungen sind stark: Arbeitsagentur/Jobcenter übernehmen in vielen Fällen Kursgebühren, Fahrkosten, Prüfungsgebühren und mehr.
- Arbeitsmarkt sucht Umsteiger/innen: Fachkräftebedarf in IT, Pflege, Verwaltung, Logistik, Projektmanagement und Kundenservice eröffnet Chancen für 40+.
Fördermöglichkeiten für Arbeitslose 40+ (Agentur für Arbeit/Jobcenter)
Die wichtigsten Instrumente – Stand 2025 (regional können Details variieren):
Bildungsgutschein (§ 81 SGB III)
- Ziel: Finanzierung einer beruflichen Weiterbildung oder Umschulung, die Ihre Chancen auf Vermittlung deutlich verbessert.
- Voraussetzungen: In der Regel arbeitslos bzw. von Arbeitslosigkeit bedroht, Kurs ist AZAV-zertifiziert, berufliches Ziel plausibel.
- Leistungen: Übernahme von Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, ggf. Fahrkosten, Kinderbetreuung, Unterkunft/Verpflegung bei auswärtiger Unterbringung, Arbeitsmittel.
- Formate: Vollzeit, Teilzeit, Präsenz, Online/Blended – wichtig ist die AZAV-Zulassung und Arbeitsmarktrelevanz.
AVGS – Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
- Ziel: Coaching, Bewerbungsunterstützung, Jobvermittlung oder kurze Qualifizierungen zur Arbeitsmarktaktivierung.
- Besonders sinnvoll: Für Bewerbungsstrategien 40+, moderne Lebensläufe, Interviewtraining, LinkedIn/Xing-Aufbau und verdeckten Stellenmarkt.
Weiterbildungsgeld und Bürgergeld-Bonus
- Weiterbildungsgeld: Für bestimmte längerfristige, berufsabschlussbezogene Weiterbildungen wird ein monatlicher Bonus (z. B. 150 €) gewährt. Details variieren je nach Maßnahme und Rechtsgrundlage; sprechen Sie Ihre Beraterin/Ihren Berater an.
- Bürgergeld-Bonus: Für mindestens 8-wöchige Weiterbildungen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen, kann ein Bonus (z. B. 75 € monatlich) möglich sein.
Hinweis: Anspruch, Höhe und Voraussetzungen sind abhängig von Ihrer persönlichen Situation (ALG I, Bürgergeld) und regionalen Auslegungen. Lassen Sie sich individuell beraten.
Teilqualifikationen (TQ) und Umschulung für Erwachsene
- Teilqualifikationen: Modularer Weg zu einem Berufsabschluss in Etappen (z. B. Industrie, Logistik, Handel, Pflege). Ideal für 40+, die in Schritten vorgehen wollen.
- Umschulung: Kompakter Weg zu einem vollwertigen Berufsabschluss (IHK/HWK, 18–24 Monate, oft verkürzt). Besonders attraktiv, wenn Ihr alter Beruf kaum Perspektive bietet.
In 7 Schritten zur geförderten Weiterbildung (40+)
- Ziel klären: Welche Tätigkeit passt zu Ihren Stärken, Interessen und zur regionalen Nachfrage?
- Profil schärfen: Vorhandene Kompetenzen (Soft/Hard Skills) notieren; Lücken bestimmen (z. B. Software, Zertifikate, Sprache).
- Arbeitsmarkt prüfen: 20–30 Stellenanzeigen analysieren: Welche Anforderungen tauchen immer wieder auf?
- Kursrecherche: Nur AZAV-zertifizierte Anbieter für Bildungsgutschein auswählen; Kursinhalte, Dauer, Abschluss vergleichen.
- Beratungstermin bei Agentur/Jobcenter: Ziel begründen, Stellenanzeigen mitbringen, Kursvorschläge parat haben.
- Anbieter vergleichen: Erfolgsquoten, Dozent/innen, Praxisanteile, Abschluss (IHK, TÜV, DEKRA, Hersteller), Online/Präsenz, Teilzeit.
- Bildungsgutschein beantragen: Nach Zusage starten; Probephase und Zwischenziele mit dem Träger festlegen.
Top-Weiterbildungen und Umschulungen für 40+
Diese Bereiche sind besonders nachgefragt und bieten gute Einstiege für berufliche Neuorientierung oder Aufqualifizierung:
1) Digitale & IT-Grundlagen
- IT-Support/Helpdesk (CompTIA A+, Microsoft 365, ITIL Foundation): Solider Einstieg mit kurzen Lernpfaden.
- Office & Kollaboration (Excel, Power BI Basics, Teams, SharePoint): Für Administration, Assistenz, Sachbearbeitung.
- SAP-Anwender (SAP S/4HANA MM/SD/FI/CO Grundlagen): Gefragt in Verwaltung, Industrie, Handel.
- Datenkompetenz (Excel-Advanced, Power Query, Power BI Basics): Wertvoll für Reporting- und Controlling-Nahbereiche.
2) Büro, Verwaltung & Finanzen
- Büromanagement/Sachbearbeitung (IHK-Zertifikat, MS Office, digitale Aktenführung, E-Rechnung)
- Lohn- & Gehaltsabrechnung (DATEV, Lexware, Sozialversicherungsrecht): Geringe Einstiegshürden, hohe Nachfrage.
- Finanzbuchhaltung (DATEV Kanzlei-Rechnungswesen, Umsatzsteuer, Jahresabschluss-Assistenz)
3) Projekt- & Prozessmanagement
- PRINCE2 Foundation/Practitioner oder IPMA Level D
- Scrum Master (PSM I) für agile Teams
- Lean & Six Sigma Yellow/Green Belt für Prozessoptimierung
4) Gesundheit, Pflege & Soziales
- Betreuungskraft § 43b/53c SGB XI (ehem. 87b/53c) – gut geeignet für Quereinsteiger/innen
- Pflegehelfer/in mit Basisqualifikation und Praxis
- Sozialbetreuung/Integrationshilfe (z. B. mit Deeskalation, Kommunikation, Dokumentation)
5) Logistik & Einkauf
- Lagerlogistik (Ladungssicherung, Warenwirtschaft, Staplerschein)
- Disposition/Einkauf (SAP MM, Lieferantenmanagement, Incoterms Basics)
- Transportkoordination (Tourenplanung, Zoll/Export Basics)
6) Vertrieb, Kundenservice, Backoffice
- Inside Sales (CRM, Gesprächsführung, Angebotswesen)
- Customer Success/Service (Ticketing-Systeme, Beschwerdemanagement, KPIs)
- Kommunikation & Verhandeln für 40+ (Stimme, Wirkung, Konfliktlösung)
7) Sprachen & Schlüsselkompetenzen
- Business-Deutsch B2/C1 und Englisch B1–B2 für Büro und Verkauf
- Digitale Souveränität 40+ (Cyberhygiene, Cloud-Basics, KI-Assistenz produktiv nutzen)
Tipp: Achten Sie auf anerkannte Abschlüsse (IHK, TÜV, DEKRA, Herstellerzertifikate). Diese erhöhen die Glaubwürdigkeit im Lebenslauf – besonders wichtig für Quereinsteiger/innen über 40.
Neuorientierung oder Aufqualifizierung – was passt zu Ihnen?
Neuorientierung (Quereinstieg/ Umschulung)
- Vorteile: Neue Perspektiven, Zukunftsberufe, oft bessere Stabilität.
- Risiken: Längere Dauer, intensiver Lernaufwand, ggf. zunächst niedrigeres Einstiegsgehalt.
Aufqualifizierung (im bisherigen Feld)
- Vorteile: Schnelle Beschäftigungsfähigkeit, vorhandenes Netzwerk nutzbar, weniger Risiko.
- Risiken: Falls Branche schrumpft, ist der Effekt begrenzt.
Entscheidungsregel: Wenn Ihr bisheriger Beruf nachweislich geringe Nachfrage hat, prüfen Sie ernsthaft eine Umschulung. Gibt es stabile Nachfrage, reicht oft eine gezielte Kurz-Weiterbildung plus Zertifikat.
Bewerbung mit 40+: So verkaufen Sie Erfahrung und Potenzial
- Lücke erklären: Sachlich und kurz (z. B. "Berufliche Neuorientierung und Weiterbildung XY, Fokus auf ...").
- Erfahrung als Vorteil: Teamleitung, Zuverlässigkeit, Konfliktkompetenz – konkret belegen.
- Kompetenzprofil im Lebenslauf: 6–8 Bulletpoints mit Skills und Tools (z. B. SAP, Excel, CRM, PRINCE2).
- Ergebnisse nennen: Zahlen/Erfolge (z. B. "Bearbeitungszeit um 20 % reduziert").
- LinkedIn: Profil aktuell halten, Weiterbildung/Zertifikate prominent platzieren, 10–15 Kontakte in Zielbranche knüpfen.
- Referenzen: Ehemalige Vorgesetzte um ein kurzes Empfehlungsschreiben bitten.
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Unklare Zielrolle: Ohne klare Stellenziele verfehlen Sie die passende Weiterbildung.
- Falscher Kurslevel: Zu komplexe Kurse frustrieren; zu einfache bringen wenig. Matchen Sie Kurslevel mit Vorkenntnissen.
- Ohne Stellenanzeigen ins Gespräch: Bringen Sie 5–10 passende Anzeigen als Beleg der Arbeitsmarktnachfrage zum Beratungstermin mit.
- Nur Kurs, kein Abschluss: Wo möglich auf Zertifikate/Abschlüsse setzen.
- Kein Praxistransfer: Parallel Übungsprojekte/Portfolio aufbauen (z. B. Excel-Report, Mini-Prozessverbesserung, Projekt-Board).
Checkliste: Bin ich bereit für die geförderte Weiterbildung?
- Zielrolle und Branche sind definiert.
- Mindestens 10 Stellenanzeigen analysiert.
- Kernanforderungen in 1–2 Kursen abgedeckt.
- AZAV-zertifizierte Anbieter ausgewählt.
- Finanzierung (Bildungsgutschein/AVGS) mit Berater/in besprochen.
- Betreuung, Fahrzeiten, Technik (PC/Headset/Internet) geklärt.
- Abschluss/Zertifikat eindeutig.
- Starttermin realistisch, Lernzeiten im Kalender.
- Lebenslauf aktualisiert, LinkedIn vorbereitet.
- Plan B (Alternativkurs) notiert.
Erfolgsgeschichten (Beispiele)
- Heike, 47, kaufmännischer Hintergrund: 4-monatige Weiterbildung Lohn & Gehalt (DATEV) + SAP-FI-Grundlagen. Nach 6 Wochen Bewerbungsphase Einstieg in Teilzeit, nach 9 Monaten Vollzeit.
- Mustafa, 44, Produktion: Teilqualifikationen Lagerlogistik + Staplerschein + SAP MM User. Nach 3 Monaten im Wareneingang, später Disposition.
- Andrea, 52, Verkauf: Umschulung Betreuungskraft § 43b/53c, Praktikum im Pflegeheim, Übernahme in Festanstellung.
FAQ: Weiterbildung arbeitslos über 40
1) Habe ich mit 40+ überhaupt Chancen auf Förderung?
Ja. Gerade für Arbeitslose über 40 sind Bildungsgutscheine und Umschulungen üblich – wenn Maßnahme und Ziel jobnah und arbeitsmarktrelevant sind.
2) Wie lange darf die Weiterbildung dauern?
Von kurzen Kursen (4–12 Wochen) bis zu Umschulungen (18–24 Monate) ist alles möglich, sofern begründet. Teilzeitmodelle sind häufig.
3) Was wird bezahlt?
Typischerweise: Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Fahrkosten, ggf. Kinderbetreuung, Unterkunft/Verpflegung bei auswärtiger Unterbringung sowie notwendige Arbeitsmittel. Details bespricht Ihre Vermittlung.
4) Kann ich online lernen?
Ja. Viele AZAV-zertifizierte Träger bieten Online oder Blended an. Wichtig sind Lernfortschritte, Anwesenheit und Prüfungen.
5) Ich beziehe ALG I/Bürgergeld – ändert das etwas?
Die Förderinstrumente sind ähnlich, die Zuständigkeit (Agentur vs. Jobcenter) und Boni können variieren. Lassen Sie sich individuell beraten.
6) Was, wenn ich die Maßnahme abbreche?
Bei Abbruch ohne triftigen Grund drohen Nachteile. Sprechen Sie frühzeitig mit dem Träger und Ihrer Vermittlung, wenn Probleme auftreten – oft sind Anpassungen möglich.
7) Ist eine Weiterbildung in Teilzeit möglich?
Ja, viele Programme gibt es in Teilzeit – hilfreich bei Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen.
8) Welche Nachweise braucht mein Kursanbieter?
AZAV-Trägerzulassung und Maßnahmenzulassung. Achten Sie zudem auf seriöse Zertifikate (IHK/TÜV/DEKRA/Hersteller) und gute Vermittlungsquoten.
Nächste Schritte: Jetzt passenden Kurs finden und Förderung sichern
- Berufsziel und Muss-Kompetenzen definieren.
- 2–3 passende, AZAV-zertifizierte Kurse auswählen.
- Beratungstermin bei Agentur/Jobcenter vereinbaren und Unterlagen mitnehmen.
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