Welche Berufe werden gefördert? Die große Übersicht 2025 zu Umschulung, Weiterbildung & staatlicher Förderung
Die Frage „Welche Berufe werden gefördert?“ taucht vor allem dann auf, wenn du dich umschulen, eine Weiterbildung machen oder deine Karriere gezielt in einen Engpassberuf lenken möchtest. Gute Nachricht: In Deutschland gibt es 2025 umfangreiche Förderprogramme – insbesondere für Berufe mit Fachkräftemangel und für Qualifikationen, die deine Vermittlungschancen deutlich erhöhen.
In diesem Leitfaden erfährst du im Detail:
- Welche Berufsbereiche und Abschlüsse besonders häufig gefördert werden
- Welche Programme es gibt (z. B. Bildungsgutschein, Aufstiegs-BAföG, Förderung für Beschäftigte)
- Wer anspruchsberechtigt ist und wie hoch die Förderung ausfallen kann
- Wie du in 7 Schritten zur Bewilligung kommst – inklusive Profi-Tipps für deinen Antrag
In Kürze: Was bedeutet „geförderter Beruf“ wirklich?
Es gibt streng genommen keine „staatlich festgelegte Liste geförderter Berufe“. Gefördert werden qualifizierende Maßnahmen (Umschulungen, Weiterbildungen, Teilqualifikationen, Aufstiegsfortbildungen), die zu einem Beruf führen, für den es nachweislich Bedarf auf dem Arbeitsmarkt gibt. Maßgeblich sind die Individuelle Eignung, die Arbeitsmarktlage und die Qualitätszertifizierung des Anbieters (z. B. AZAV).
Die wichtigsten Förderprogramme 2025
1) Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit/Jobcenter)
- Für wen: Arbeitssuchende, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen, Wiedereinsteiger/innen
- Was wird finanziert: Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren, Fahrtkosten, ggf. Kinderbetreuung; bei längeren Maßnahmen ggf. Unterhaltsleistungen
- Wofür besonders geeignet: Umschulungen (IHK/HWK-Abschluss), berufsrelevante Weiterbildungen, Teilqualifikationen (TQ)
2) Förderung für Beschäftigte (§ 82 SGB III)
- Für wen: Beschäftigte (auch ohne Berufsabschluss oder mit veraltetem Abschluss); Arbeitgeber stellen Antrag
- Was wird finanziert: Lehrgangskosten (anteilig bis voll), Lohnkostenzuschüsse während der Weiterbildung je nach Unternehmensgröße/Qualifikationsniveau
- Wofür geeignet: Berufsabschlüsse, Teilqualifikationen, digitale Kompetenzen, Anpassungsqualifizierungen
3) Qualifizierungsgeld (bei strukturellem Wandel)
- Für wen: Beschäftigte in Unternehmen, die vom strukturellen Wandel betroffen sind
- Was wird finanziert: Zuschüsse zum Entgelt während umfangreicher Qualifizierungen
4) Aufstiegs-BAföG (AFBG)
- Für wen: Berufserfahrene auf dem Weg zu einem höheren beruflichen Abschluss (z. B. Meister/in, Techniker/in, Fachwirt/in)
- Was wird finanziert: Lehrgangs- und Prüfungsgebühren als Zuschuss + Darlehen; bei Vollzeitmaßnahmen u. a. Unterhaltsbeiträge
5) Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA, Deutsche Rentenversicherung)
- Für wen: Menschen, deren Erwerbsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen gefährdet oder gemindert ist
- Was wird finanziert: Umschulungen, Qualifizierungen, Hilfsmittel, Praktika, Begleitcoaching
6) Weitere Töpfe
- BAMF: Integrations- und berufsbezogene Sprachkurse (DeuFöV)
- Landesprogramme: Regionale Förderinitiativen (z. B. Digitalisierung, Energie, Pflege)
Wichtig: Die Förderung ist immer eine Einzelfallentscheidung. Gute Arbeitsmarktchancen, ein klar begründetes Ziel und ein AZAV-zertifizierter Anbieter sind entscheidend.
Geförderte Bereiche 2025: Wo die Chancen besonders hoch sind
Nachfolgend findest du die Berufsbereiche mit überdurchschnittlicher Förderwahrscheinlichkeit, weil hier Fachkräfte fehlen und die Jobchancen sehr gut sind.
1) Pflege, Gesundheit & Therapie
- Pflegefachfrau/-mann (Umschulung)
- Pflegehelfer/in, Pflegeassistenz
- Betreuungskraft nach § 43b/53c SGB XI
- Rettungssanitäter/in, Notfallsanitäter/in (je nach Bundesland)
- Medizinische/r Fachangestellte/r (MFA) – regional teils förderbar
- Hygienebeauftragte/r, Praxismanagement (Weiterbildung)
2) IT & Digitalisierung
- Fachinformatiker/in (Anwendungsentwicklung/Systemintegration) – Umschulung
- IT-Support, Systemadministrator/in
- Data Analyst, Data Engineer, Business Intelligence
- Cloud (AWS, Azure, GCP), DevOps, Container (Docker/Kubernetes)
- Cybersecurity (SOC, Pentesting, ISMS)
- Softwaretest/QA, Testautomatisierung
- SAP (S/4HANA, Modulschulungen, Anwender/Consulting)
- KI/ML-Grundlagen & MLOps (arbeitsmarktnah)
3) Handwerk, Metall, Elektro, Mechatronik
- Elektroniker/in (Energie- & Gebäudetechnik), Mechatroniker/in
- Industriemechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, CNC-Fachkraft
- Anlagenmechaniker/in SHK (Sanitär, Heizung, Klima)
- Schweißen (WIG/MAG/E-Hand) mit Prüfungen
- Technische/r Zeichner/in, CAD/CAM
- Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten
4) Erneuerbare Energien & Green Jobs
- Photovoltaik-Monteur/in, PV-Planung
- Wärmepumpen- und Kältetechnik
- Energieeffizienz-Expert/in (Gebäude), BAFA-/KfW-nahes Know-how
- Smart-Home/Smart-Building-Integration
5) Logistik, Verkehr & Lager
- Fachlagerist/in, Fachkraft Lagerlogistik (Umschulung)
- Staplerschein, Ladungssicherung, Gefahrgut (ADR)
- Disponent/in, Zoll & Außenhandel (ATLAS)
- Lkw-Führerschein C/CE inkl. Module (berufsbezogen, regional häufig gefördert)
6) Bau & Ausbau
- Tief-/Hochbau, Straßenbau, Gleisbau
- Maler/in, Trockenbau, Fliesenleger/in, Dachdecker/in
- Bauzeichnung, Bauleitung (Weiterbildung), SiGeKo
7) Kaufmännisch & Rechnungswesen
- Kaufmann/-frau für Büromanagement (Umschulung)
- Lohn- und Gehaltsbuchhaltung, Finanzbuchhaltung (DATEV)
- E-Commerce-Management, Online-Marketing
- Projektmanagement (IPMA/PMI), Prozessmanagement
8) Pädagogik & Soziales
- Erzieher/in (regional/landesrechtlich organisiert; oft schulisch: Förderung je nach Bundesland/Träger)
- Sozialassistenz, Heilerziehungspflege
- Schulbegleitung, Inklusionsassistenz
9) Sicherheit & Bewachung
- Sachkundeprüfung § 34a GewO
- Werkschutz, Interventionskraft, Brandschutzhelfer/in
10) Sprache & Integration
- Deutschkurse (BAMF/DeuFöV), Berufssprachkurse (A2–C1)
- DaF/DaZ-Qualifikationen (je nach Zugangsvoraussetzung)
Beliebte geförderte Umschulungen (IHK/HWK) mit sehr guten Chancen
- Fachinformatiker/in AE/SI
- Kaufmann/-frau für Büromanagement
- Fachkraft Lagerlogistik, Fachlagerist/in
- Industriekaufmann/-frau
- Mediengestalter/in Digital & Print (regional)
- Personaldienstleistungskaufmann/-frau
- Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel
- Pflegefachfrau/-mann (je nach Modell/Träger)
Geförderte Aufstiegsfortbildungen (Auswahl)
- Geprüfte/r Industriefachwirt/in, Wirtschaftsfachwirt/in, Handelsfachwirt/in (IHK)
- Geprüfte/r Technische/r Betriebswirt/in
- Meister (Elektro, Metall, SHK, Handwerk)
- Staatlich geprüfte/r Techniker/in (Elektro, Maschinenbau, Mechatronik etc.)
- AEVO (Ausbildereignungsprüfung, AdA-Schein)
Typische Kurz-Weiterbildungen, die häufig gefördert werden
- IT: Microsoft 365, Netzwerke, Linux, Cloud-Basics, Programmiereinstieg
- Rewe: DATEV, Lexware, Lohn & Gehalt
- Logistik: Staplerschein, Ladungssicherung, Gefahrgut
- Sicherheit: § 34a, Brandschutz, Deeskalation
- Pflege: Pflegebasiskurs, Behandlungspflege (LG 1+2), Betreuungskraft
- Projekt-/Agile: Scrum, Kanban, IPMA Level D
Wer wird gefördert? Voraussetzungen im Überblick
- Arbeitsuchend/arbeitslos: Gute Chancen auf Bildungsgutschein, wenn die Maßnahme deutlich bessere Vermittlungschancen schafft.
- Vom Jobverlust bedroht: Förderung möglich, wenn Qualifizierung drohende Arbeitslosigkeit abwendet.
- Beschäftigte: Förderung über den Arbeitgeber (Kosten- und Lohnzuschüsse) – besonders bei Berufsabschluss, TQ oder digitalem/technischem Kompetenzaufbau.
- Gesundheitliche Gründe: LTA (Rentenversicherung) bei Reha- und Teilhabe-Bedarf.
Zusatzleistungen (Auswahl, je nach Programm): Prüfungsgebühren, Fahrkosten, Kinderbetreuung, Lernmittel, bei Vollzeitmaßnahmen teils Unterhalts- oder Entgeltersatzleistungen. Für Bürgergeld-Beziehende gibt es je nach Maßnahme Weiterbildungsgeld bzw. Bürgergeld-Bonus (Stand: 2025).
So kommst du zur Förderung – der 7-Schritte-Plan
- Berufsziel schärfen: Lege fest, welchen konkreten Beruf du anstrebst (z. B. „Fachinformatiker/in SI“).
- Arbeitsmarktrecherche: Sammle 5–10 aktuelle Stellenausschreibungen, die die Zielqualifikation verlangen.
- Qualifikationslücke benennen: Welche Skills/Abschlüsse fehlen dir? Welche Maßnahme schließt die Lücke?
- AZAV-zertifizierte Anbieter vergleichen: Dauer, Inhalte, Abschluss, Starttermine, Bestehensquoten, Praktikumsanteil.
- Unterlagen vorbereiten: Lebenslauf, Zeugnisse, Motivationsschreiben, Kursbeschreibung, Kostenübersicht.
- Beratungsgespräch vereinbaren: Agentur für Arbeit/Jobcenter (oder Arbeitgeber bei Beschäftigtenförderung). Ziel: Bedarf und Arbeitsmarktrelevanz plausibel machen.
- Bewilligung & Start: Bildungsgutschein beantragen bzw. Arbeitgeberantrag stellen, Kursplatz sichern, pünktlich starten.
Profi-Tipps für deinen Antrag
- Arbeitsmarktrelevanz nachweisen: Verweise auf Engpassberufe, regionale Bedarfe, Stellenausschreibungen.
- Kursqualität sichern: AZAV-Zertifizierung, anerkannter Abschluss (IHK/HWK/Herstellerzertifikate), Prüfungsquote, Praktikum.
- Realistische Planung: Vereinbarkeit mit Betreuung/Pendelzeit, ggf. Teilzeitmodell oder E-Learning/Hybrid.
- Vorbildung einbinden: Erkläre, wie deine Erfahrung + Maßnahme zu schnellen Vermittlungserfolgen führt.
FAQ: Häufige Fragen zu „geförderten Berufen“
Werden Erzieher/innen gefördert?
Die Erzieherausbildung ist vielerorts schulisch organisiert. Förderwege variieren nach Bundesland und Träger (z. B. Aufstiegs-BAföG-Elemente, Landeszuschüsse, Trägerfinanzierung). Alternativen: Sozialassistenz als Einstieg, Teilzeitmodelle oder praxisintegrierte Formen (PiA) prüfen.
Gibt es eine offizielle Liste geförderter Berufe?
Nein. Entscheidend ist, dass die Maßnahme zu einem arbeitsmarktrelevanten Abschluss führt und bei einem zertifizierten Träger stattfindet. Engpassbereiche haben die besten Chancen.
Werden Führerscheine gefördert?
Berufsbezogene Führerscheine (z. B. Lkw C/CE, Bus D, Gabelstapler) werden regional häufig gefördert, wenn sie für die Vermittlung zwingend erforderlich sind.
Teilqualifikationen (TQ) – sinnvoll?
Ja, TQ sind modulare Bausteine hin zu einem Berufsabschluss und werden oft gefördert – ideal, wenn du schrittweise qualifizieren willst oder Berufserfahrung anrechnen lassen möchtest.
Was wird eher nicht gefördert?
Hobbynahe Inhalte ohne klare Jobperspektive, rein private Interessen, Maßnahmen ohne AZAV-Zertifizierung oder ohne belegbaren Arbeitsmarktbezug.
Checkliste: Darauf achten Anbieter- und Förderstellen
- Nachweisbarer Fachkräftebedarf im Zielberuf
- Messbares Ziel (Abschluss, Zertifizierung, IHK/HWK)
- Kursqualität (AZAV, Praxistraining, Prüfungsquote)
- Realistische Dauer und Vereinbarkeit mit deinem Alltag
- Berufseinstieg innerhalb weniger Monate nach Abschluss plausibel
Praxisbeispiele: Förderfähige Wege in Engpassberufe
- Quereinstieg IT: Umschulung Fachinformatik SI + Kompaktmodule zu Netzwerken/Cloud → 6-monatiges Praktikum → Junior-Admin
- Pflegewechsel: Pflegebasiskurs + Betreuungskraft § 43b/53c → Einstieg im Pflegeheim → später verkürzte Ausbildung
- Logistik: Umschulung Fachkraft Lagerlogistik + Staplerschein + Ladungssicherung → Schicht-/Teamleitungsperspektive
- Handwerk/Green Jobs: SHK-Grundqualifikation + Wärmepumpen- oder PV-Spezialisierung → Monteur/in mit starkem Außendienstbedarf
Fazit: Förderung gezielt nutzen – dort, wo Chancen und Bedarf hoch sind
„Geförderte Berufe“ sind diejenigen, in denen du mit einer passenden, anerkannten Qualifizierung die besten Jobchancen hast. 2025 zählen dazu vor allem Pflege, IT, Handwerk/Technik, Logistik, Bau/Energie, Kaufmännisches und Pädagogik/Soziales. Mit dem richtigen Programm – vom Bildungsgutschein über Aufstiegs-BAföG bis zur Beschäftigtenförderung – kannst du deine Maßnahme häufig finanzieren lassen.
Vergleiche jetzt geförderte Weiterbildungen – kostenlos mit Careertune
Nutze unsere kostenlose Vergleichsplattform für geförderte Weiterbildungen: app.careertune.de. Vorteile:
- Schneller Vergleich von AZAV-zertifizierten Kursen und Umschulungen
- Transparente Inhalte, Starttermine und Abschlüsse (IHK/HWK, Zertifikate)
- Individuelle Filter nach Beruf, Region, Dauer, Lernform (online/präsenz/hybrid)
- Kostenlose Beratung und Unterstützung beim Förderantrag
Finde heute deinen Kurs – und starte gefördert in deinen neuen Beruf.