Dec 19, 2025

Welche Kurse bezahlt das Arbeitsamt/Jobcenter? Der komplette Leitfaden 2025

Welche Kurse bezahlt das Arbeitsamt/Jobcenter? Der komplette Leitfaden 2025

Welche Kurse werden arbeitslos bezahlt? Der komplette 2025-Leitfaden

Du fragst dich, welche Kurse das Arbeitsamt bzw. Jobcenter bezahlt, wenn du arbeitslos bist? In diesem Leitfaden erfährst du klar, vollständig und aktuell, welche Maßnahmen gefördert werden, wie die Kostenübernahme funktioniert (ALG I & Bürgergeld), welche Kurse besonders gute Jobchancen bieten – und wie du dir Schritt für Schritt einen Bildungsgutschein oder AVGS sicherst.

Kurzüberblick: So funktioniert die Förderung

  • Wer fördert? Bundesagentur für Arbeit (ALG I, SGB III) oder Jobcenter (Bürgergeld, SGB II).
  • Wie wird gefördert? Über Bildungsgutschein (Weiterbildung/Umschulung) oder AVGS (Coaching, Vermittlung).
  • Wichtig: Kurs und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein.
  • Voraussetzung: Die Maßnahme muss deine Arbeitsmarktchancen deutlich verbessern und zu deinem Profil passen.
  • Leistungen: Kursgebühren, Prüfungen, Fahrtkosten, ggf. Unterkunft, Kinderbetreuung, Lernmittel – und fortlaufender Leistungsbezug (ALG I/Bürgergeld) bei Teilnahme.

Welche Kurse werden bezahlt? (Mit Beispielen)

Gefördert werden in der Regel berufsbezogene, zertifizierte Angebote mit guten Jobperspektiven. Hier die wichtigsten Kategorien:

1) Umschulungen (meist 21–24 Monate, IHK/HWK)

Umschulungen sind vollständige Berufsabschlüsse für Erwachsene. Beispiele:

  • Kaufmännisch: Kaufmann/-frau für Büromanagement, E-Commerce, Dialogmarketing, Industriekaufmann/-frau
  • IT: Fachinformatiker/in (Anwendungsentwicklung/Systemintegration), IT-Systemelektroniker/in
  • Logistik & Verkehr: Fachkraft für Lagerlogistik, Berufskraftfahrer/in
  • Gesundheit & Soziales: Pflegefachassistenz, Medizinische/r Fachangestellte/r (regionabhängig)
  • Handwerk/Technik: Elektroniker/in, Anlagenmechaniker/in SHK, Zerspanungsmechaniker/in

Vorteil: Hohe Anerkennung am Arbeitsmarkt. Voraussetzung: Eignung, ausreichende Deutschkenntnisse, passende Vorbildung bzw. Potenzial.

2) Zertifizierte Weiterbildungen (mehrere Wochen bis 12 Monate)

Berufsbezogene Qualifizierungen, oft mit anerkannten Zertifikaten:

  • IT & Digital: ITIL, CompTIA, Microsoft 365/Azure, AWS, Cisco (CCNA), Linux, Python/Java-Grundlagen, Scrum/Agile, SAP (S/4HANA, FI/CO, MM, SD)
  • Kaufmännisch/Office: Rechnungswesen/DATEV, Lohn & Gehalt, Controlling-Basics, MS Office/Excel-Professional, E-Commerce, Vertrieb
  • Marketing: Online-Marketing, SEO/SEA, Social Media, Web-Analytics
  • Logistik & Produktion: Gabelstaplerschein plus Lagerprozesse, Ladungssicherung, SAP Logistics, Lean/6 Sigma (Yellow/Green Belt)
  • Gesundheit/Soziales: Pflegebasiskurs, Betreuungsassistent/in §43b/53c SGB XI, Praxisorganisation
  • Sicherheit: IHK-Sachkunde §34a, Brandschutz-/Evakuierungshelfer
  • Technik/Bau: Schweißscheine (z. B. MAG, WIG), CNC, CAD (AutoCAD, SolidWorks), Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT)
  • Öffentlicher Dienst/Verwaltung: Verwaltungs- und Rechtsgrundlagen, Vergaberecht-Basics

3) Kurzqualifikationen & Scheine (1–12 Wochen)

  • Gabelstaplerschein, Hubarbeitsbühne
  • Erste Hilfe, Hygieneschulungen, Brandschutz
  • Projektmanagement-Basics, PRINCE2 Foundation, IPMA Level D
  • Sprachmodule berufsbezogen (z. B. Fachdeutsch Pflege/IT)

4) AVGS-geförderte Coachings & Vermittlungsmaßnahmen

Mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) werden z. B. bezahlt:

  • Bewerbungscoaching inkl. Unterlagen, LinkedIn/Xing, Interviewtraining
  • Karrierecoaching & Berufsorientierung, Zielbranchen-Analyse
  • Gründungscoaching (Businessplan, Finanzplanung, Förderlogik)
  • Maßnahmen bei einem Träger (MAT) zur Aktivierung und Vermittlung

5) Sprach- und Integrationskurse

  • Berufsbezogene Deutschkurse (DeuFöV) – meist über BAMF, mit Berechtigung/Verpflichtung durch Arbeitsagentur/Jobcenter
  • Integrationskurse (A2–B1) – bei Integrationsbedarf und Verfügbarkeit

6) Führerscheine & berufliche Fahrberechtigungen

  • Lkw/Bus-Führerschein (C/CE, D) inkl. Qualifikationen (z. B. 95) – wenn konkreter Jobbezug nachweisbar
  • ADR-Schein (Gefahrgut), Flurförderzeuge (Stapler), Ladungssicherung
  • Wichtig: Klasse B (Pkw) wird selten gefördert – nur bei zwingendem, belegtem Joberfordernis

Welche Kosten werden übernommen?

  • Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (bei AZAV-zugelassenen Trägern)
  • Lernmittel (Bücher, Skripte, ggf. Softwarelizenzen)
  • Fahrtkosten (ÖPNV, km-Pauschale – je nach Regelung)
  • Unterkunft/Verpflegung, wenn Fernlehrgang/Blockunterricht außerhalb des Wohnorts
  • Kinderbetreuungskosten in begründeten Fällen
  • Prämien für bestandene Zwischen-/Abschlussprüfungen bei Umschulung (regional/programmabhängig)
  • Fortlaufende Leistungen (ALG I/Bürgergeld) während der Maßnahme bei Erfüllung der Auflagen

Was wird in der Regel nicht bezahlt?

  • Hobby- und Freizeitkurse ohne Berufsbezug
  • Nicht AZAV-zertifizierte Angebote (z. B. manche Premium-Bootcamps ohne Zertifizierung)
  • Ein reguläres Studium (Ausnahmen: andere Förderwege wie BAföG/Aufstiegs-BAföG)
  • Führerschein Klasse B ohne klaren, belegten Arbeitsplatzzuschnitt
  • Allgemeine Sprachkurse ohne Arbeitsmarktbezug

So bekommst du deinen Bildungsgutschein: Schritt-für-Schritt

  1. Profil schärfen: Wunschberuf, Stärken, vorhandene Qualifikationen sammeln.
  2. Arbeitsmarkt prüfen: 5–10 passende Stellenausschreibungen sichern, die den Kurs explizit fordern.
  3. Kurs recherchieren: AZAV-zertifizierte Maßnahmen vergleichen (Dauer, Inhalte, Abschluss, Starttermine, Vermittlungsquote).
  4. Beratungstermin vereinbaren: Ziel, Kurs, Stellenbelege und Nutzenargumentation mitbringen.
  5. Antrag stellen: Bildungsgutschein/AVGS beantragen. Kläre auch Nebenleistungen (Fahrt, Kinderbetreuung).
  6. Einlösen & starten: Gutschein fristgerecht beim Träger einlösen, Teilnahmebedingungen beachten.

Checkliste: Ist dein Kurs förderfähig?

  • AZAV-Zulassung des Trägers und der Maßnahme liegt vor
  • Berufsbezug ist nachweisbar (Stellenanzeigen, Branchendaten)
  • Inhalte sind praxisnah und führen zu anerkannten Zertifikaten
  • Dauer und Format (Präsenz/Online/Hybrid) sind realistisch
  • Kurs stärkt messbar deine Vermittlungschancen
  • Keine inhaltliche Überschneidung mit bereits vorhandenen Qualifikationen

Häufige Ablehnungsgründe – und wie du überzeugst

  • Kein klarer Jobbezug: Zeige konkrete Stellenausschreibungen und Anforderungen.
  • Kurs zu allgemein: Wähle ein Profil mit Abschluss/Zertifikat und Branchenbezug.
  • Schon qualifiziert: Begründe den Kompetenz-Gap (z. B. neue Software, gesetzliche Nachweise).
  • Zweifel an Eignung: Biete Eignungstests, Vorwissen, Referenzen, Probelektionen an.
  • Timing/Verfügbarkeit: Alternative Starttermine/Träger parat haben.

Rechte, Pflichten, Fristen

  • Anwesenheitspflicht: Teilnahme ist verpflichtend; Fehlzeiten nur mit Nachweis (z. B. AU).
  • Prüfungen: Aktiv an Prüfungen mitwirken; Wiederholungen sind möglich (Abstimmung nötig).
  • Meldepflicht: Änderungen (Krankheit, Praktikum, Jobangebot) umgehend mitteilen.
  • Gutschein-Frist: Bildungsgutscheine haben ein Ablaufdatum und sind maßnahme-/zielbezogen ausgestellt.
  • Sanktionen: Bei unentschuldigten Abbrüchen drohen Leistungskürzungen (insb. SGB II).

Beispiele für gefragte, geförderte Kurse 2025

  • SAP S/4HANA Modulkurse (FI/CO, MM, SD) mit Zertifikat
  • Pflegebasiskurs + Betreuungsassistenz §43b/53c
  • IT-Support/Systemspezialist (Microsoft/Azure, CompTIA A+)
  • Data Basics (Excel-Advanced, Power BI, SQL-Grundlagen)
  • Fachkraft Lagerlogistik inkl. Staplerschein & Ladungssicherung
  • IHK-Sachkunde §34a (Sicherheitsgewerbe)
  • Projektassistenz mit PRINCE2 Foundation / IPMA D
  • Berufsbezogenes Deutsch (DeuFöV, z. B. Pflege/Handwerk)
  • Lkw-/Bus-Qualifikationen (C/CE/D + Schlüsselzahl 95, ADR)

FAQ: Häufige Fragen zu "Welche Kurse werden arbeitslos bezahlt?"

Bezahlt das Arbeitsamt jeden Kurs?

Nein. Gefördert werden berufsbezogene, AZAV-zertifizierte Kurse, die deine Vermittlungschancen signifikant erhöhen.

Wird mein Lebensunterhalt während der Weiterbildung gezahlt?

Ja, in der Regel ALG I bzw. Bürgergeld weiter – sofern du die Maßnahme ordnungsgemäß besuchst und alle Pflichten erfüllst.

Sind Online-Kurse förderfähig?

Ja, wenn Träger und Maßnahme AZAV-zertifiziert sind und das didaktische Konzept (z. B. Präsenzzeiten, Betreuung) passt.

Wie lange darf eine Maßnahme dauern?

Von wenigen Wochen bis zu 24 Monaten (Umschulung). Entscheidend sind Arbeitsmarktbedarf und deine Eignung.

Was ist der Unterschied zwischen Bildungsgutschein und AVGS?

Bildungsgutschein finanziert Qualifizierungen/Umschulungen. AVGS finanziert Coachings/Vermittlung und Aktivierungsmaßnahmen.

Bekomme ich auch Fahrt- und Kinderbetreuungskosten?

In vielen Fällen ja. Kläre die Nebenleistungen vor Start mit deiner Ansprechperson und lass sie schriftlich bewilligen.

Kann ich mir den Träger frei aussuchen?

Du kannst vorschlagen; wichtig ist die AZAV-Zulassung und Passgenauigkeit zur Zielstelle. Vergleiche mehrere Angebote.

Warum wurde mein Antrag abgelehnt?

Häufig mangelt es am Jobbezug. Sammle passende Stellenanzeigen, zeige den Kompetenz-Gap und biete Alternativen an.

Praxis-Tipps für mehr Bewilligungschancen

  • Belege Bedarf: 5–10 Stellenausschreibungen, die dein Kursziel fordern
  • Zeige ROI: Kurze Argumentation, wie Maßnahme die Vermittlung beschleunigt
  • Wähle Standards: IHK, HWK, SAP, Microsoft, Cisco, IHK-Sachkunden – hohe Arbeitgeberakzeptanz
  • Plane realistisch: Dauer, Betreuung, Lernaufwand, Kinderbetreuung
  • Nutze Beratung: Vorabgespräche mit Trägern, Probelektionen, Eignungstests

Fazit

Die Frage "Welche Kurse werden arbeitslos bezahlt?" lässt sich klar beantworten: alle berufsbezogenen, AZAV-zertifizierten Maßnahmen mit nachweislichem Jobnutzen – von Umschulungen über Fachzertifikate bis zu AVGS-Coachings. Wer seinen Bedarf gut begründet und den passenden Kurs wählt, erhöht die Bewilligungschance und kommt schneller in Arbeit.

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